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Das Blaue vom Himmel

Auf zwei Zeitebenen angesiedeltes, emotionales Drama um eine deutsch-baltische Familie.


Das Blaue vom Himmel

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Erhältlich seit:
13.01.2012

Originaltitel: Das Blaue vom Himmel

Drama

Deutschland 2011
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12

Juliane Köhler
Hannelore Elsner
Karoline Herfurth

Regie: Hans Steinbichler
Warner Home Video Germany

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Das Blaue vom Himmel

Die Beziehung zwischen Sofia und ihrer Mutter Marga war und ist nicht besonders gut. Als die unter Amnesie leidende Marga hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird, versucht Sofia ihrer Mutter zu helfen, indem sie sie auf eine Reise nach Riga begleitet. Dort hatte Marga ihre Jugend verbracht und Juris geheiratet, der ihr untreu war. Es ist 1991, und eine russische Invasion droht dem kleinen baltischen Land.

Hans Steinbichler skizziert anhand von Frauenschicksalen 60 Jahre deutscher und baltischer Geschichte. Er gewann mit Hannelore Elsner, Juliane Köhler und Karoline Herfurth die Crème de la crème der deutschen Schauspielerinnen. Insbesondere Herfurth glänzt als junge Marga und bildet das emotionale Zentrum des auf zwei Zeitebenen, denen jeweils verschiedene visuelle Stile zugeordnet sind, angesiedelten tragischen Familiendramas.

Das Blaue vom Himmel

Mit der deutschen weiblichen Schauspiel-Elite hat Hans Steinbichler sein 60 Jahre umspannendes deutsch-baltisches Familiendrama ausgeschmückt.

Nach den Kritikererfolgen "Hierankl" und "Winterreise" verlässt Steinbichler den regionalen Alpenraum, bleibt aber seinen Themen Heimat, Familiengeheimnisse und den Lügen der Vergangenheit treu. Er konzentriert sich mehr denn je auf starke Frauenrollen, in der die prominenten Schauspielerinnen gefordert sind. Es ist ein deutsch-lettisches Frauenschicksal, das Parallelen zu Christian Schwochows "Novemberkind" aufweist und zu Filmen vom Experten für verlorene Heimat, Volker Koepp. Dessen Sprecherin Fritzi Haberlandt absolviert hier auch einen Kurzauftritt.

Auf zwei Zeitebenen spielt die emotionale Familiengeschichte, erzählt einmal von der TV-Redakteurin Sofia (Juliane Köhler mit nur einem Gesichtsausdruck), deren lieblose Mutter Marga ("Die Unberührbare" Hannelore Elsner) hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird. Die Suche nach den Ursachen ihrer Amnesie führt Mutter und Tochter nach Riga, dem Vorkriegsfamiliensitz, den sie im politisch unruhigen Nachwendejahr 1991 aufsuchen, als abermals eine russische Invasion droht.

Zum anderen illustriert Steinbichler die 1930er vorwiegend im lettischen Strand-Herrenhaus, wo die junge Marga (fabelhaft: Karoline Herfurth) den untreuen Juris ehelicht, der ein Eifersuchtsdrama heraufbeschwört. Das führt zu einem kalten Racheplan, als die deutschstämmige Bevölkerung heim ins Reich gerufen wird. Das Erinnern, das Marga Zeit ihres Lebens unterdrückte, bestimmt die zwischen den Zeiten pendelnde Dramaturgie.

Hannelore Elsner darf sich als "Verrückte" schauspielerisch austoben, was sich durchaus dem anspruchsvollen, sperrigen Stil ihrer Zeitebene anpasst. Anders ist der Stil in der älteren Zeitebene. In der 30er-Jahre-Idylle gibt es elegische Kamerafahrten durch Buchenhaine und bildet Karoline Herfurth ein großartiges emotionales Zentrum. Sie trägt das Historien-Melodram mit großer Intensität, die nicht auf den gesamten Film übergreift. Mitunter stören TV-Ästhetik und aufdringliche Musik die leisen Zwischentöne und das verträumte Klavierthema. Bedächtig, aber nachdrücklich dringt Steinbichler wieder einmal in ein Gefühls-Chaos von tragischen Dimensionen vor, was den Figuren eine Aussöhnung mit der Vergangenheit und einen Neuanfang ermöglicht.

tk.

Darsteller:  Juliane Köhler   als Sofia Schleier
  Hannelore Elsner   als Marga Baumanis
  Karoline Herfurth   als Marga Baumanis, jung
  Niklas Kohrt   als Juris Baumanis
  David Kross   als Osvalds Kalnins, jung
  Rüdiger Vogler   als Osvalds Kalnins
  Matthias Brandt   als Lorenz Schleier
  Juta Vanaga   als Ieva Lepere, jung
  Dace Eversa   als Ieva Lepere
  Hans-Jochen Wagner   als Taxifahrer
  Fritzi Haberlandt   als Ruta Bertulis
  Maria Popistasu   als Dace Kalnins
  Jockel Tschiersch   als Juris Vater
  Hans-Uwe Bauer   als Margas Vater
  Victoria Trauttmansdorff   als Frau Dr. Brandt
  Georg Holzach   als Paul Kehlmann
  Jürg Löw   als Redaktionsleiter Hans
 
Regie:  Hans Steinbichler  
Buch:  Robert Thayenthal  
  Josephin Thayenthal  
Musik:  Niki Reiser  
Kamera:  Bella Halben  
Produzent:  Uli Aselmann  
 

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