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Das Comeback

Packendes Underdog-Drama um den Fall und Aufstieg des Boxers Jim Braddock während der Depressions-Ära vom "A Beautiful Mind"-Team um Ron Howard.


Das Comeback

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Erhältlich seit:
12.01.2006

Originaltitel: The Cinderella Man

Drama/ Action

USA 2005
Laufzeit: 139 Min.
FSK: ab 12

Russell Crowe
Renée Zellweger
Paul Giamatti

Regie: Ron Howard
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Überlebenskampf in Ring und Alltag. Oscar-Regisseur Ron Howard gelingt nach einer wahren Geschichte weit mehr als nur ein packender Boxfilm.

Jim Braddock findet Halt bei seiner Frau Mae (Foto: Buena Vista) Großansicht

Jim Braddock findet Halt bei seiner Frau Mae (Foto: Buena Vista)

Wer vom Mythos Hollywood spricht, denkt nicht an Superhelden und Computertricks. Zur Legende wurde die Traumfabrik mit großen menschlichen Dramen, präzise geschrieben und inszeniert, besetzt mit Stars, die mehr waren als nur bessere Models. Solche Filme sind rar geworden - aber es gibt sie noch. "Das Comeback" ist einer davon.

Auf den ersten Blick erinnert die Geschichte des Underdogs, der sich im Boxring behauptet, an die klassischen Vorbilder - ob "Ring frei für Stoker Thompson" oder "Rocky". Aber dieser Film geht über diese Erzählmuster hinaus. Schon allein deshalb, weil er auf einer realen Biografie beruht.

Kampf um den Schwergewichtstitel: Max Baer ist eine tödliche Waffe (Foto: Buena Vista) Großansicht

Kampf um den Schwergewichtstitel: Max Baer ist eine tödliche Waffe (Foto: Buena Vista)

Die Chance seines Lebens

Anfang der 30er, zur Zeit der großen Wirtschaftskrise, verlor der einstmals gefeierte Schwergewichtskämpfer James J. Braddock (Russell Crowe) seine Lizenz. Mit Müh und Not brachte er seine Familie als Hafenarbeiter durch, ohne ihr die Härten der Armut ersparen zu können. Eine der bewegendsten Szenen des Films zeigt, wie er seine ehemaligen Auftraggeber um Geld anbettelt.

Doch aufgrund glücklicher Zufälle erhielt er die Chance auf neue Kämpfe. Dabei ging es nicht um Geld und Ruhm, sondern um reines Überleben. Und Braddock boxte nicht nur für sich und seine Familie, er verkörperte auch die Hoffnungen von Millionen Arbeitslosen.

Ganz ohne Einbußen klappt das Comeback doch nicht (Foto: Buena Vista) Großansicht

Ganz ohne Einbußen klappt das Comeback doch nicht (Foto: Buena Vista)

Intensive Kämpfe

So zeigt "Das Comeback" das hochemotionale Porträt einer Familie, und es entwirft ein ungeschöntes historisches Panorama. Dabei kommen die Kampfszenen nicht zu kurz. In ihrer Intensität zählen sie sogar zu den besten des Boxfilmgenres.

Regisseur Ron Howard ("Apollo 13") beweist ein Gespür für Nuancen, das weit über die Sentimentalitäten seines "A Beautiful Mind" hinausgeht. In Russell Crowe und Renée Zellweger als Ehepaar Braddock und Drehbuchautor Akiva Goldsman fand er dabei kongeniale Mitstreiter. Für die US-Presse gab es daher nur eine Prognose: Oscar 2006.

Das Comeback

Boxkampf mag zwar als brutale Sportart gelten, dennoch dient er als Aufhänger einiger der emotional bewegendsten Hollywooddramen. Ähnlich wie bei den Klassikern "Wie ein wilder Stier", "Rocky" oder "Million Dollar Baby" handelt es sich bei Ron Howards neuem Film "Das Comeback" um eine klassische Underdog-Story, die mit metaphorischer Wucht den Nerv des Publikums trifft. Howard hat das Glück, erneut mit seinem "A Beautiful Mind"-Star Russell Crowe zusammen zu arbeiten, der sich mit seiner packenden Darstellung des während der Depressionsära zum Volkshelden aufgestiegenen Boxers James Braddock einmal mehr als einer der besten Schauspieler der Gegenwart profiliert.

Ebenfalls Teil des "A Beautiful Mind"-Erfolgsteams war Drehbuchautor Akiva Goldman, der das ursprünglich von Cliff Hollingsworth mit Zustimmung der Braddock-Familie anhand historischer Tatsachen geschriebene Skript bearbeitete. Ihren Protagonisten stellen sie in einem 1928 angesiedelten Prolog vor. Boxer James Braddock ist obenauf und hofft auf den Schwergewichtstitel. Mit seiner Frau Mae (makellos: Renee Zellweger) und drei kleinen Kindern lebt er glücklich in einem komfortablen Haus. Mit einem einzigen Schwenk lässt Howard vier Jahre vergehen: Jetzt befindet sich Amerika inmitten der Großen Depression, und auch die Braddocks haben alles verloren. James hat aufgrund von Verletzungen im Boxring nicht mehr viel zu melden, schließlich wird ihm gar seine Lizenz entzogen. Er schlägt sich tapfer mit gebrochener Hand als Hafenarbeiter durch, dennoch reicht es hinten und vorne nicht, um seine in einer winzigen Kellerwohnung untergebrachte Familie über Wasser zu halten. Das Blatt wendet sich, als ihm sein Manager Joe Gould (der sensationelle Paul Giamatti aus "Sideways") einen Fight gegen den Titelanwärter Corn Griffin besorgt und Braddock entgegen aller Erwartungen siegt. Damit beginnt Braddocks unglaubliches Comeback, das in seinem Kampf gegen den arroganten Champion Max Baer (Craig Bierko überzeugend einschüchternd als Killerklotz) mündet. Ihr lebensgefährlicher Meisterschaftskampf ist eine mitreißende Tour de Force, die dem Zuschauer das Gefühl gibt, jeden Punch selbst einzustecken.

Zu einer Zeit, als Millionen von Amerikanern in tiefste Armut gestürzt wurden und Verzweiflung und Existenzangst an der Tagesordnung standen (hier eindringlich durch das Los der Braddocks illustriert, die nicht einmal mehr ihre Milchrechnung bezahlen können), sah das Volk in dem märchenhaften Aufstieg Braddocks aus der Gosse zurück an die Spitze ein inspirierendes Symbol der Hoffnung. Ihr Held war wie sie ein kleiner Mann von ganz unten, der wie sie Blut, Schweiß und Tränen geschwitzt hatte, der erst durch die erlittenen Härten zu dem Boxer wurde, der wider alle Erwartungen triumphieren konnte. Gleichzeitig war er ein charakterstarker Mann, der aus Ehrgefühl heraus seine Sozialhilfe zurück an den Staat zahlte, als er es sich wieder leisten konnte. Jede dieser Facetten wird von Crowe perfekt getroffen, der Braddock nicht nur als stahlharten Fighter, sondern auch als liebevoll-fürsorglichen Familienvater glaubwürdig verkörpert.

Howard arbeitet in seiner versierten Inszenierung gekonnt dezent die offensichtlichen Parallelen zwischen dem Einzel- und dem Volksschicksal heraus. Symbolisch teilen er und das Volk das gebrochene Selbstvertrauen, aber auch den Willen nicht aufzugeben und die Kraft, sich aus dem Tief herauszukämpfen. Nach seinem etwas enttäuschenden "The Missing" (dessen Kameramann Salvatore Totio erneut mit von der Partie ist) kann Howard mit dieser simplen und doch effektiven Ode an den arbeitenden Mann, nun wieder einen eindeutigen Publikumshit verbuchen. ara.

Darsteller:  Russell Crowe   als Jim Braddock
  Renée Zellweger   als Mae Braddock
  Paul Giamatti   als Joe Gould
  Craig Bierko   als Max Baer
  Bruce McGill   als Jimmy Johnston
  Paddy Considine   als Mike Wilson
  Ron Canada   als Joe Jeanette
  David Huband   als Ford Bond
  Connor Price   als Jay Braddock
  Ariel Waller   als Rosemarie Braddock
  Patrick Louis   als Howard Braddock
  Rosemarie Dewitt   als Sara
  Linda Kash   als Lucille Gould
  Nicholas Campbell   als Sporty Lewis
  Gene Pyrz   als Jake
  Alicia Johnston  
  Troy Amos-Ross  
  Mark Simmons  
  Art Binkowski  
  David Litzinger  
  Rance Howard  
  Angelo Dundee  
 
Regie:  Ron Howard  
Buch:  Cliff Hollingsworth  
  Akiva Goldsman  
  Charlie Mitchell  
Musik:  Thomas Newman  
Kamera:  Salvatore Totino  
Produzent:  Brian Grazer  
  Penny Marshall  
  Ron Howard  

"Russell Crowe ist wie eine tropische Insel"

Kino-Hits wie "Apollo 13" und "A Beautiful Mind" machten Regisseur Ron Howard weltberühmt. Auch sein neuer Film "Das Comeback" wird von den Kritikern hochgelobt.

Zeigt in "Das Comeback" Parallelen zwischen Einzel- und Volksschicksal auf: Ron Howard (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Zeigt in "Das Comeback" Parallelen zwischen Einzel- und Volksschicksal auf: Ron Howard (Foto: Kurt Krieger)

» Hatten Sie keine Bedenken, sich mit den Top-Boxerfilmen zu messen?

RON HOWARD: Offen gestanden, ist "Das Comeback" für mich kein eindeutiger Boxerfilm. Die meisten dieser Geschichten handeln davon, dass jemand einen Traum verwirklichen will.

Unser Film erzählt mehr vom Überleben eines verheirateten Paars und seiner Kinder. Dafür ist die Liebe genauso wichtig wie das kämpferische Talent des Helden. Irgendwie fühle ich mich zu Geschichten über Familien, die unter Druck geraten, automatisch hingezogen. Ein reiner Sportfilm hätte mich nicht interessiert.

Fall und Wiederaufstieg eines Boxers: Russell Crowe als Jim Braddock (Foto: Buena Vista) Großansicht

Fall und Wiederaufstieg eines Boxers: Russell Crowe als Jim Braddock (Foto: Buena Vista)

» Warum haben Sie sich diese Geschichte ausgesucht?

Erst habe ich ja gezögert. Denn als ich das Drehbuch las, wusste ich nicht, dass Renée Zellweger die weibliche Hauptrolle spielen wollte. Dass Russell Crowe eine ideale Besetzung abgeben würde, war von vornherein klar. Nur hätte das noch nicht gereicht.

Sobald ich von Renées Interesse erfuhr, nahm ich die Geschichte anders wahr. Die Beziehung der beiden Hauptfiguren rückte in den Mittelpunkt. Nur vom Comeback des "Cinderella Man" James Braddock zu erzählen, wäre zu geradlinig gewesen.

Außerdem mochte ich es, dass die Handlung in einer dramatischen historischen Phase spielt. Ich wollte dem Zuschauer auch die Härten der Depressionszeit vor Augen führen.

Führten bisher ein Leben auf der Überholspur: Jim und Mae Braddock (Foto: Buena Vista) Großansicht

Führten bisher ein Leben auf der Überholspur: Jim und Mae Braddock (Foto: Buena Vista)

» Trotzdem sind die Boxszenen das Schlüsselelement.

Ich wollte natürlich, dass sie so intensiv und realistisch wie möglich waren. "Realismus" war sowieso das Motto des ganzen Films. Aber es kam mir darauf an, dass das Boxen den Charakter und die persönliche Situation von James Braddock reflektiert.

Es war der Preis, den er dafür zahlte, um seine Familie durchzubringen. Die Szenen, wo er Meilen durch den Schnee geht, um seine früheren Auftraggeber anzubetteln, sind genauso hart wie die Kämpfe im Ring.

Stahlharter Boxer und liebevoller Familienvater: Crowe verkörpert beides perfekt (Foto: Buena Vista) Großansicht

Stahlharter Boxer und liebevoller Familienvater: Crowe verkörpert beides perfekt (Foto: Buena Vista)

» Wie war die erneute Zusammenarbeit mit Russell Crowe? Er genießt ja den Ruf, etwas schwierig zu sein.

Seinen Ruf kannte ich schon vor "A Beautiful Mind". Ich sprach mit vier Kollegen, die vorher mit ihm gearbeitet hatten. Sie meinten, er sei sehr stur, aber als Schauspielerregisseur könnte ich gut damit umgehen. Wir brauchten ein bisschen, bis wir gegenseitiges Vertrauen aufgebaut hatten. Danach lief alles glatt.

Es gibt ein Zitat von mir, das Russell nicht besonders mag, aber es stimmt: "Die Arbeit mit ihm ist ein wenig wie ein Dreh auf einer tropischen Insel. Du weißt, dass sich das Wetter mehrmals täglich ändert. Aber weil es eine schöne Insel ist, bleibst du da und wartest, bis die Sonne wieder herauskommt." Es geht ihm darum, seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen und dass er dabei professionell unterstützt wird.

Amerika in der Großen Depression: Die Braddocks haben alles verloren (Foto: Buena Vista) Großansicht

Amerika in der Großen Depression: Die Braddocks haben alles verloren (Foto: Buena Vista)

» Obwohl Sie an Charakter-Dramen interessiert sind, machen Sie nur Filme für Studios.

Das sehe ich nicht so. Die Studios haben gelernt, meinem Instinkt zu vertrauen. Zufälligerweise gelingt es mir damit, viele Zuschauer zu erreichen. Das heißt nicht, dass ich nach großem Boxoffice schiele.

Manche Filme, denen ich einen Kassenerfolg zugetraut hätte, funktionierten nicht. Andere Filme wie "A Beautiful Mind", "Apollo 13" oder "Cocoon", bei denen ich Zweifel hatte, avancierten hingegen zu Hits. Wegen dieser Hits lassen mir die Studios alle Freiheiten.

Sein alter Manager gibt dem Boxer eine letzte Chance - die Braddock zu nutzen weiß (Foto: Buena Vista) Großansicht

Sein alter Manager gibt dem Boxer eine letzte Chance - die Braddock zu nutzen weiß (Foto: Buena Vista)

» Aber wenn Ihre Glückssträhne einmal reißt?

Es wird sicher einmal der Tag kommen, wo mir die Studios nicht mehr diese Unterstützung und Freiheit gewähren. Aber ich werde meine Vorlieben nicht aufgeben. Ich werde trotzdem tolle Geschichten mit großartigen Schauspielern verfilmen. Das tue ich dann einfach mit einem viel kleineren Budget.

» Mit der Verfilmung von "Sakrileg" setzen Sie aber erst mal die Großproduktionen fort.

Ich sage ja nicht, dass ich diesen Tag ersehne. Ich habe noch nie einen derartigen Krimi gedreht. Hier muss ich Spannung dadurch erzeugen, dass die Figuren und Zuschauer nicht wissen, was als Nächstes kommt. Das ist eine unwiderstehliche Herausforderung.

Hinzu kommen Schauspieler wie Tom Hanks oder Audrey Tautou. Wenn ich mit einer großartigen Besetzung arbeiten kann, dann ist das für mich Grund genug, um jeden Tag zur Arbeit zu gehen.

 

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