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Das Ende einer Affäre

Ambitioniertes Liebesmelodram nach Graham Greene vom Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir").


Das Ende einer Affäre

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Erhältlich seit:
21.11.2000

Originaltitel: The End of the Affair

Drama

USA/Großbritannien 1999
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Ralph Fiennes
Julianne Moore
Ian Hart

Regie: Neil Jordan
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Das Ende einer Affäre

Im London der vierziger Jahre unterhält der Schriftsteller Maurice Bendrix ein Verhältnis mit der verheirateten Sarah Miles. Als er während eines dieser amourösen Treffen bei einem Bombenangriff verletzt wird, bricht er die Beziehung für sie aus unerklärlichen Gründen ab. Jahre später trifft er ihren Mann Henry, der Sarah verdächtigt, eine Affäre zu haben. Als Bendrix sie durch einen Privatdetektiv beschatten lässt und so an ihr Tagebuch herankommt, flammt ihre Liebe erneut auf.

Romantisches Liebesmelodram, das auf dem autobiografisch gefärbten Roman von Graham Greene basiert und 1955 bereits von Edward Dmytryk verfilmt wurde. Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir") hält sich eng an die Vorlage und erzählt die Story aus den Perspektiven beider Liebenden. Die ambitionierte Literaturadaption lebt vom Spiel der Hauptdarsteller Ralph Fiennes und Julianne Moore sowie von der erlesenen Fotografie, während die Inszenierung etwas kammerspielartig ausgefallen ist. Vor allem das weibliche Publikum kann dennoch zugreifen.

Das Ende einer Affäre

Anthony Minghella hat es mit "Der englische Patient" hervorragend vorgemacht, eine ambitionierte Literaturvorlage mit Verstand und Herz unvergeßlich als großes Kinoerlebnis auf die Leinwand zu bannen. Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir") steht ihm nun in einer Saison der Bestseller-Adaptionen (siehe "Die Asche meiner Mutter" und "Schnee, der auf Zedern fällt") mit dem ambitionierten Liebesmelodram "Das Ende einer Affaire" nach einer Vorlage von Graham Greene in Nichts nach. Daß in beiden Filmen Ralph Fiennes die Hauptrolle spielt, ist nicht die einzige Parallele: Beide Filme sind Triumphe komplexen Erzählens.

Greenes Roman um Liebe, Eifersucht und Glaubenskonflikt aus dem Jahr 1951 gilt gemeinhin als sein autobiographischstes Werk und wurde bereits 1955 von Edward Dmytryk verfilmt. Entsprechend geht es Jordan in seiner komplexen Neuverfilmung nicht nur darum, eine möglichst genaue filmische Entsprechung für Greenes Worte zu finden, der irische Regisseur hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, ein Porträt des Schriftstellers selbst zu entwerfen. Erzählt wird die vielschichtige Geschichte einer tragischen Amour fou, die im kriegsgebeutelten London der vierziger Jahre angesiedelt ist. Greenes alter ego ist der amerikanische Schriftsteller Maurice Bendrix (Fiennes), der zu Beginn des Films auf einer Schreibmaschine den Satz tippt: "Dies ist ein Tagebuch des Hasses." Damit wird zunächst aus seiner Sicht seine Affäre zur verheirateten Sarah Miles (Julianne Moore) ausgerollt. Während draußen die Sirenen heulen, lieben sie sich leidenschaftlich. Doch während sie eine tiefe Liebe für ihn empfindet, mißt er seine Gefühle für sie am Ausmaß seiner rasenden Eifersucht. Als er während einer ihrer amourösen Treffen bei einem Bombenangriff verletzt wird, bricht sie für ihn unerklärlich die Beziehung ab. Jahre später trifft er ihren Mann Henry (Stephen Rea in seiner siebten Rolle für Jordan), einen rechtschaffenen und totlangweiligen Staatsbeamten, der vermutet, daß Sarah eine Affäre haben könnte. Bendrix' emotionale Wunden reißen wieder auf und er engagiert einen Privatdetektiv (Ian Hart), der sie beschatten soll. Dieser beschafft ihm ihr Tagebuch, womit die undurchsichtigen Geschehnisse von ihrem Standpunkt aus erklärt werden. Jetzt erst wird die religiöse Komponente samt moralischer Schuldkomplexe in ihrer ganzen Tragweite offenbar, und weitere Fragmente des mosaikartigen Plots fügen sich ineinander. Ihre Liebe flammt erneut auf, doch Sarah ist mittlerweile schwer krank und es entwickelt sich eine unkonventionelle Beziehungskonstellation.

Nur auf den ersten Blick lediglich eine melodramatische Romanze, handelt es sich bei "Das Ende einer Affaire" um eine tiefsinnige Glaubensauseinandersetzung, in der die intellektuelle Auffassung eines egoistischen Agnostikers auf die spirituelle Selbstaufgabe einer verklärten Quasi-Heiligen trifft und er sich dadurch gezwungen sieht, die Existenz von Gott, wenn auch haßerfüllt, anzuerkennen. Hervorragend vom gesamten Ensemble gespielt und bestechend gefilmt, fehlt dieser etwas kammerspielhaften Romanverfilmung zwar die epische Weitläufigkeit, mit der "Der englische Patient" sein großes Kinopublikum eroberte, doch die Gefühle lodern in Jordans mystischem Mysterymelodram wenigstens ebenso hoch und genuin, daß sowohl Filmpreise als auch ein Erfolg an der Kinokasse greifbar sein dürften. Verdient hätte es dieser große Film allemal. ara.

Darsteller:  Ralph Fiennes   als Maurice Bendrix
  Julianne Moore   als Sarah Miles
  Ian Hart   als Mr. Parkis
  Stephen Rea   als Henry Miles
  Sam Bould   als Lance Parkis
  Jason Isaacs   als Vater Smythe
  James Bolam   als Mr. Savage
  Deborah Findlay   als Fräulein Smythe
 
Regie:  Neil Jordan  
Buch:  Neil Jordan  
Musik:  Michael Nyman  
Kamera:  Roger Pratt  
Produzent:  Stephen Woolley  
  Neil Jordan  
 

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Features

 

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