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Das Fest

Schleichend explosives Drama, das sich voll auf Figurenzeichnung und realistische Schilderung konzentriert.


Das Fest

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Erhältlich seit:
19.05.2011

Originaltitel: Festen

Drama/ Komödie

Dänemark 1998
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12

Ulrich Thomsen
Henning Moritzen
Thomas Bo Larsen

Regie: Thomas Vinterberg
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Das Fest

Zum 60. Geburtstag des erfolgreichen Unternehmers Helge trifft sich eine große Gesellschaft in einem idyllischen Hotel auf dem Land. Doch schon bei der Ankunft offenbaren aggressive Bemerkungen gegenüber dem Dienstpersonal, daß die Festlaune bei vielen nur gespielt ist. Und dann fällt Sohn Christian bei seiner Ansprache auch noch völlig aus der Rolle: Er beschuldigt den Jubilar, seinen Vater, daß er ihn und seine Geschwister als Kinder sexuell mißbraucht habe. Die schockierten Anwesenden verweisen Christian des Hauses...

Der erste "Dogma 95"-Beitrag, inszeniert von dem jungen Dänen Thomas Vinterberg, erweist sich als schockierendes Drama über Kindesmißbrauch, dessen ungewöhnliche Stilmittel - Handkamera, weder Soundtrack noch künstliches Licht - viel zu dessen brachialer Wirkung beitragen. Versetzt mit vielen absurd-komischen Szenen, und getragen von einem anrührend ehrlichen Grundton, dürfte diese filmische Demontage geheiligter Familienwerte trotz der hierzulande noch unbekannten Darsteller auf nicht unerhebliches Interesse beim Cineasten-Publikum sorgen.

Das Fest

"Ich schwöre, mich in Zukunft als Regisseur dem persönlichen Geschmack zu enthalten. Ich bin nicht länger Künstler. Ich schwöre, keine "Werke" zu schaffen, da ich den Augenblick für wichtiger halte als das Ganze."

Ein Auszug aus der Satzung von "Dogma 95", der Vereinigung, zu der sich im Frühjahr '95 in Kopenhagen vier dänische Regisseure zusammenschlossen und dessen Urkunde wie ein Glaubensbekenntnis dem Wettbewerbsbeitrag "Festen" ebenso wie Lars von Triers "Idioten" im Screening vorangestellt war. Der Jury-Preis ging zu gleichen Teilen an Vinterbergs wellenbrechendes Familien-Melodram wie an Claude Millers "La classe de neige".

Die Regisseure verpflichten sich in ihrer Doktrin, zehn Regeln zu befolgen, die sich allesamt vom Autorenkino abwenden. So gestatten sie Dreharbeiten ausschließlich "on location", verlangen den Gebrauch der Handkamera, verbieten oberflächliche Action (keine Mörder, keine Waffen) ebenso wie Genre-Movies oder die Namensnennung des Regisseurs in den Credits.

Ob die Filmemacher jedes ihrer Statements selbst ganz so ernst nehmen, sei dahingestellt. Thomas Vinterberg jedenfalls, der junge dänische Regisseur, hat seinen Schwerpunkt ganz auf die Charaktere und die realistische Schilderung eines durchaus alltäglichen Milieus gelegt. Und das führt dazu, daß die Enthüllungen in "Festen", so der Originaltitel, um so schockierender wirken.

Zum 60. Geburtstag des Vaters, eines jovialen Hoteliers, trifft sich die Familie in seinem noblen Landgasthaus. Die glaubwürdig-realitätsnahe Beschreibung der familiären Verhältnisse der Geschwister geht unter die Haut. Gewaltbereitschaft, Rassismus, Tablettensucht, latente sexuelle Störungen und Depressionen umgeben die drei, die verstört sind durch den Selbstmord ihrer Schwester. Helge, der Jubilar, bittet Christian, seinen ältesten Sohn, an diesem Abend etwas zu ihrem Tod zu sagen. Der hat auch eine Rede vorbereitet, die er vor versammelter Festgesellschaft vorträgt. In ihr beschuldigt er den Vater in gesetzten Worten, seine Zwillingsschwester in den Selbstmord getrieben zu haben und stellt ihn als Päderasten bloß, der die Zwillinge in der Kindheit wiederholt mißbraucht habe.

Wie die Eltern, der Zeremonienmeister und die Verwandtschaft versuchen, diese mißliebigen Enthüllungen zu verdrängen, die Erkenntnis niedersaufen und den Kläger zum Angeklagten machen, ist hochdramatisch und raubt den Atem. Christian wird des Hauses verwiesen. Doch wie ein Racheengel kehrt er immer wieder zurück, verfolgt unbeirrt sein Ziel, bis alle ihm Glauben schenken und der Vater seine Unschuldsrolle aufgeben muß. Kurze Zeit scheint es, und das wirkt wie göttliches Erbarmen, als sei Vergebung möglich. Doch das Vergehen war zu schwer, zu groß sind die Schäden, die die Kinder davongetragen haben. Der Vater muß gehen, er wird aus der Gemeinschaft ausgestoßen.

Vinterberg, der mit seinem Abschlußfilm der dänischen Filmhochschule eine Oscar-Nominierung errang, zeigt in seinem vierten Spielfilm Mut zum inhaltlichen Risiko, wenngleich er sich in diesem Jahr in Cannes damit in bester Gesellschaft befand: die Päderasten- und Inzest-Movies hatten Hochkonjunktur. Seine gnadenlose Direktheit im Formalen, die Absenz jeglicher "Schnörkel" und Zugeständnisse, macht die sperrige Thematik nicht gerade eingänglicher, verleiht dem Film aber eine ungeheure, wenngleich kühle Intensität. Eine breite Rezeption ist dem streckenweise durchaus komischen Family-Drama zu wünschen, wenngleich sein Erfolg eher im Festival- und Arthausbereich denn im kommerziellen Umfeld zu finden sein wird. boe.

Das Fest

Hotelier Helge feiert seinen 60. Geburtstag. Die ganze Familie, Freunde und Verwandte reisen an, um in dem schönen Landhotel den Festtag zu begehen. Aber wie so oft bei Familienfesten ist es hinter den Kulissen alles andere als idyllisch. Doch das soll die große Party nicht stören. Man setzt sich an die feierliche Tafel, und es kann beginnen. Christian, der älteste Sohn, hält die Eöffnungsrede und deckt völlig unerwartet ein düsteres Kapitel in der Familiengeschichte auf ...

Quelle: Studiocanal

Booklet mit exklusiven Texten zum Film; Making of (ca. 24 Min.); "Das Fest - Ein Rückblick" (ca. 29 Min.); Betrachtungen zur Marke Dogma in ihrem Erfolg (ca. 29 Min.); Alle Arthaus Collections im Überblick

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Ulrich Thomsen   als Sohn Christian
  Henning Moritzen   als Vater Helge
  Thomas Bo Larsen   als Sohn Michael
  Paprika Steen   als Tochter Helene
  Birthe Neumann   als Mutter Else
  Trine Dyrholm   als Pia
  Helle Charlotte Dolleris   als Mette
  Therese Glahn   als Michelle
  Klaus Bondam   als Zeremonienmeister
  Bjarne Henriksen   als Chef
  Gbatokai Dakinah   als Gbatokai
 
Regie:  Thomas Vinterberg  
Buch:  Thomas Vinterberg  
  Mogens Rukov  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
Produzent:  Birgitte Hald  
 

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