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Das Gesetz der Ehre

Regisseur Gavin O'Connor bewegt sich mit seinem wenig überraschenden, gut besetzten Polizeifilm innerhalb bekannter Genregrenzen und interessiert sich dabei besonders für die Befindlichkeiten einer alteingesessenen New Yorker Cop-Familie.


Das Gesetz der Ehre

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.06.2009

Originaltitel: Pride and Glory

Kriminalfilm/ Drama

USA 2007
Laufzeit: 130 Min.
FSK: ab 16

Colin Farrell
Edward Norton
Noah Emmerich

Regie: Gavin O'Connor
Warner Home Video Germany

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Bei der Aufklärung des Mordes an Kollegen entdeckt Polizist Edward Norton grausame Wahrheiten und muss sich zwischen Gerechtigkeitsgefühl und Familienloyalität entscheiden.

Ray stößt bei den Ermittlungen auf Unfassbares (Foto: Warner) Großansicht

Ray stößt bei den Ermittlungen auf Unfassbares (Foto: Warner)

Eigentlich wollten sich die Tierneys relaxt ein Footballspiel zwischen den NYPD, der New Yorker Polizei, und den Jungs von der Feuerwehr ansehen. Mit von der Partie ist auch Schwager Jimmy Egan (Colin Farrell). Gerade als es spannend wird, kommt die Nachricht vom Tod von vier Polizisten bei einer Drogenrazzia. Francis Tierney Sr. (Jon Voight), Chef der Manhattan-Detectives, will den feigen Killer finden, koste es, was es wolle. Denn die in die Falle gegangenen Opfer standen unter der Obhut seines Sohnes Francis.

Ausgerechnet Tierneys zweiter Sohn Ray (Edward Norton) soll den Anweisungen seines Vaters zufolge den sehr persönlichen Fall betreuen. Nur widerwillig stimmt Ray zu. Im Verlauf der Untersuchungen tut sich ein Sumpf von Korruption und Niedertracht auf, in dem Ray rigoros aufräumt, ohne auf Beziehungen Rücksicht zu nehmen.

Jimmy hat ebenfalls ein paar Leichen im Keller (Foto: Warner) Großansicht

Jimmy hat ebenfalls ein paar Leichen im Keller (Foto: Warner)

Wer ist der Maulwurf?

Action pur mit rasanten Verfolgungsjagden, heftigen Schlägereien und scharfen Geschossen. In diesem 100-Volt-Cop-Thriller geht es nicht immer mit Samthandschuhen zu, der Maulwurf sitzt in der eigenen Abteilung und der Schwager gerät in ein schiefes Licht. Gavin O'Connor begnügt sich nicht mit einer simplen Geschichte, sondern durchleuchtet ganz nebenbei die Familienbande.

Am Ende weiß Ray, dass er dem "Gesetz der Ehre" nicht entkommen kann, die Wahrheit ist ein Schlag in die Magengrube. Er muss sich entscheiden zwischen Verpflichtung den Kameraden gegenüber, Gerechtigkeitsgefühl und Familienloyalität. Das kompromisslose Porträt einer Familie mit langer Tradition im Polizeieinsatz ist knallharter Thriller der Extraklasse.

Das Gesetz der Ehre

Knallharter Cop-Thriller, der sich innerhalb bekannter Genrekonventionen bewegt und vor allem dank des überzeugend agierenden Darstellerensembles gefällt.

Fast zwei Jahre lang ist Gavin O'Connors Polizeifilm im Regal verstaubt, ehe er im September 2008 auf dem Toronto Film Festival doch noch seine Premiere erlebte. Was die Produzenten letztendlich dazu bewog, das Werk so lange zurückzuhalten, lässt sich nicht wirklich nachvollziehen. An den Leistungen der beteiligten Darsteller, Edward Norton, Colin Farrell, Jon Voight und Noah Emmerich, bzw. des Kreativteams, dem unter anderem Drehbuchautor (Joe Carnahan) sowie Kameramann (Declan Quinn) angehörten, die schon beim düsteren Drogenkrimi "Narc" kooperierten, hat es sicher nicht gelegen. Die beiden letztgenannten Herren sind es auch, die, neben dem Regisseur, maßgeblich Look und Tonalität der Arbeit verantworten, der wohl nicht von ungefähr an Cop-Klassiker wie "Serpico" oder "Prince of the City" erinnert.

In bewährter "Family Business"-Manier geht's los: Kurz vor Weihnachten heuern die Männer des Tierney-Clans, der Patriarch und ehemalige Polizeichef Francis (Voight) sowie dessen Söhne Francis Jr. (Emmerich) und Ray (Norton), den angeheirateten Jimmy Egan (Farrell) an. Der macht beim alljährlichen Footballspiel des NYPD gegen die Vertreter der Feuerwehr eine exzellente Figur. Mit der guten Stimmung ist es schlagartig vorbei, als bekannt wird, dass bei einer Drogenrazzia vier Kollegen getötet wurden. Ein Routineplot, der sich als verzwickt entpuppt. Denn der vermeintliche Täter besaß Kontakte ins Polizeipräsidium und die brutal ermordeten Polizisten unterstanden Tierney Jrs. Befehl. Der Papa zieht Strippen, sorgt dafür, dass der sich zunächst sträubende Ray die Ermittlungen übertragen bekommt.

Eng innerhalb den Konventionen des Genres bewegt sich O'Connor ("Miracle - Das Wunder von Lake Placid"), weder an Neuerungen noch Überraschungen ist er interessiert, sondern lediglich an der Variation. So stehen denn auch die Familienbande zunächst eher im Mittelpunkt der Handlung, nicht der Fall. Brüter Ray versucht die entfremdete Gattin (Carmen Ejogo) zurück zu gewinnen, Zauderer Francis Jr. zermürbt das Wissen um die todbringende Krebserkrankung seiner Frau (Jennifer Ehle) und der Senior will nicht wahr haben, dass es um den familiären Zusammenhalt schon lange nicht mehr zum Besten steht, woran den in ewiger Geldnot steckenden Hitzkopf Jimmy ein nicht unerhebliches Maß an Schuld trifft.

Nachdem das private Umfeld geklärt ist, mutiert "Das Gesetzt der Ehre" zum Thriller, zum knallharten Großstadtwestern, Schießereien, Verfolgungsjagden und Schlägereien inklusive. Der Ton ist dabei rüde und die Sprache knapp, derweil die Bilder dunkel bleiben, undurchdringlich fast, wie das Komplott, dass es aufzulösen gilt. Quinns vorzügliche Kameraarbeit nimmt dabei Rays Blickwinkel ein, macht den Zuschauer zum Komplizen, während der unbeirrt den wahren Tätern nachspürt und darüber schließlich selbst mit sich ins Reine kommt, für den Preis, dass zu guter Letzt von der titelgebenden Ehre wahrlich nicht mehr viel übrig ist. geh.

Darsteller:  Colin Farrell   als Jimmy Egan
  Edward Norton   als Ray Tierney
  Noah Emmerich   als Francis Tierney Jr.
  Jon Voight   als Francis Tierney Sr.
  Jennifer Ehle   als Abby Tierney
  John Ortiz   als Ruben Santiago
  Frank Grillo   als Eddie Carbone
  Shea Whigham   als Kenny Dugan
  Lake Bell   als Megan Egan
  Carmen Ejogo   als Tasha
  Manny Perez   als Coco Dominguez
  Ryan Simpkins   als Shannon Egan
 
Regie:  Gavin O'Connor  
Buch:  Gavin O'Connor  
  Joe Carnahan  
Musik:  Mark Isham  
Kamera:  Declan Quinn  
Produzent:  Greg O'Connor  
 

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