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Das Herz ist ein dunkler Wald

In Nicolette Krebitz' zweiter Regiearbeit begibt sich eine Frau auf eine Reise ans Ende der Nacht, nachdem sie herausfindet, dass ihr Mann noch eine zweite Familie hat.


Das Herz ist ein dunkler Wald

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.07.2008

Originaltitel: Das Herz ist ein dunkler Wald

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 12

Nina Hoss
Devid Striesow
Franziska Petri

Regie: Nicolette Krebitz
Warner Home Video Germany

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In Nicolette Krebitz' zweiter Regiearbeit findet eine Frau heraus, dass ihr Mann noch eine zweite Familie hat.

Marie erkennt ihren Mann nicht wieder (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Marie erkennt ihren Mann nicht wieder (Foto: X Verleih (Warner))

Ein Mann, eine Frau, zwei Kinder: eine Familie. Thomas (Devid Striesow) ist Musiker, Marie (Nina Hoss) war ebenfalls Musikerin, bevor die Kinder kamen. Eines Morgens fährt Thomas zur Arbeit und vergisst seine Geige zu Hause. Marie radelt ihm mit dem Geigenkasten nach. Und stellt fest: Nicht weit entfernt, in einem anderen Haus, hat Thomas noch eine andere Familie, noch eine Frau, noch einen Sohn.

Maries Welt bricht zusammen. Sie versucht, Thomas zur Rede zu stellen und verfolgt ihn bis zu seinem nächtlichen Konzert bei einem Kostümball auf einem maroden Schloss. Langsam kommt sie hinter das Geheimnis ihres Mannes. Und ihr bisheriges Leben zerfällt, während ein Drang nach Befreiung erwacht...

Eine glückliche Familie? (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Eine glückliche Familie? (Foto: X Verleih (Warner))

Ohne Berührungsängste

In ihrem zweiten Spielfilm (nach "Jeans") inszeniert die mehrfach preisgekrönte Schauspielerin Nicolette Krebitz ohne Berührungsängste eine klassische Tragödie, allerdings neu und modern. Es geht um Ängste, die jeder kennt: Was passiert, wenn meinem Leben die Basis entzogen wird? Und - wie befreie ich mich daraus? Starkes Schauspieler-Kino, das unter die Haut geht.

Das Herz ist ein dunkler Wald

Auf den Spuren von Bresson und Kubrick folgt Nicolette Krebitz einer von Nina Hoss mit verschwenderischem Mut dargestellten Hausfrau ans Ende der Nacht, nachdem sie feststellen muss, dass ihr Mann seit Jahren eine zweite Familie besitzt.

Ein qualitativer Quantensprung gelingt Schauspielerin Krebitz mit ihrem zweiten Spielfilm nach ihrer eigenwilligen, zwischen beherztem Dilettantismus und visionärer Kraft pendelnden Berliner-Szene-Hommage "Jeans". Hier erzählt die talentierte Jungregisseurin auf ihre urtypische, unverbrauchte Weise tatsächlich eine stringente Geschichte, die nebulös und doch zwingend von der Wahnsinnstat einer Hamburger Hausfrau berichtet. Alles, was "Das Herz ist ein dunkler Wald" davor zeigt, strebt unwiderruflich hin zu dem wahrhaft apokalyptischen Finale. Deshalb wäre es grundfalsch anzumahnen, dass die reizvolle Grundidee von einem Ehemann, der an zwei gegensätzlichen Enden der Stadt tatsächlich parallel zwei Familienleben führt, bestenfalls angerissen, aber nie weiter konkretisiert oder gar erklärt wird. Das sind ohnehin nicht die Qualitäten, mit denen sich das Kino der Krebitz aufhält. Vielmehr erzählt sie ihren filmischen Tagtraum instinktiv, rücksichtslos persönlich und immer aus der Sicht ihrer Hauptfigur Marie, der einst die Türen zu einer Karriere als Musikerin offenstanden, die sich aber mit einem Dasein als Hausfrau und Mutter zweier Kinder im Schatten ihres Mannes Thomas abgefunden hat. Bis sie eben ein Zufall zu der Entdeckung führt, dass Thomas sie seit Jahren mit einem zweiten Leben betrügt. Startschuss zu einer rätselhaften, verrätselnden Reise ans Ende der Nacht, zu einem Kostümfest in einer abgelegenen Villa, zu episodenhaften Konfrontationen mit dem Ehemann und dem Vater, was unweigerlich Vergleiche mit Kubricks "Eyes Wide Shut" erzwingt. Und schließlich wagt Marie, mittlerweile im Ursinne nackt, etwas, was für sie ein Akt der Befreiung sein muss. Etwas, worauf der Film mit seinen offensichtlichen Verweisen an "Medea" und Bressons "Mouchette" zielstrebig hinsteuert, mit einer Wucht und Konsequenz, die Respekt abnötigt, auch wenn man gar nicht anders kann, als den Akt selbst unbedingt abzulehnen. "Das Herz ist ein dunkler Wald" ist der expressive Blick in eine zerstörte Seele, in das Empfinden und Erleben eines Menschen am Ende seiner Weisheit, mit Einsprengseln wie aus Theater-Workshops, die als einzige momente des Films die Realität einfangen. All das getragen von der entfesselten Nina Hoss, deren Leistung auch dann an den Film fesselt, wenn er selbstgefällig Stars wie Monica Bleibtreu, Otto Sander oder Marc Hosemann zu Kurzauftritten auffährt oder Krebitz den Bogen auch mal prätentiös überspannt aber auch das gnadenlos konsequent. Kein Wunder also, dass dieses Bilderrätsel in Moll einen nicht kaltlassen kann und Reaktionen geradezu erzwingt. ts.

Das Herz ist ein dunkler Wald

Ein Mann, eine Frau, zwei Kinder: eine Familie. Thomas (Devid Striesow) ist Musiker, Marie (Nina Hoss) war ebenfalls Musikerin, bevor die Kinder kamen. Eines Morgens fährt Thomas zur Arbeit und vergisst seine Geige zuhause. Marie radelt ihm mit dem Geigenkasten nach. Und stellt fest: Nicht weit entfernt, in einem anderen Haus, hat Thomas noch eine andere Familie, noch eine Frau, noch einen Sohn. Maries Welt bricht zusammen. Sie versucht, Thomas zur Rede zu stellen und verfolgt ihn bis zu seinem nächtlichen Konzert bei einem Kostümball auf einem maroden Schloss. Langsam kommt sie hinter das Geheimnis ihres Mannes. Und langsam zerfällt dabei ihr bisheriges Leben, während ein Drang nach Befreiung erwacht...

Manche Katastrophen kommen ganz leise, ohne sich anzukündigen. Und jeder Versuch, sie zu überstehen, sie zu erklären, lässt einen nur noch tiefer in der Verzweiflung versinken. Maries scheinbar harmonisches Leben zerbricht innerhalb von Sekunden in Stücke. Übrig bleiben scharfkantige Scherben, und die Frage, wie stark eine Frau und Mutter sein kann, und wie schwach sie sein darf.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Nina Hoss   als Marie
  Devid Striesow   als Thomas
  Franziska Petri   als Anna
  Marc Hosemann   als Jonathan
  Monica Bleibtreu   als Mietzi
  Otto Sander   als Helmut
  Angelika Taschen   als Angelika
  Max Herbrechter   als Psychologe
  Günther Maria Halmer   als Valentin
  Jonathan Meese   als Jesus
  Bruno Brunnet   als Bruno
 
Regie:  Nicolette Krebitz  
Buch:  Nicolette Krebitz  
Musik:  Fetisch & Meister  
Kamera:  Bella Halben  
Produzent:  Tom Tykwer  
 

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