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Das Kabinett des Dr. Parnassus

Überbordende Fantasy-Extravaganz von Terry Gilliam über einen unsterblichen Mann, der sich auf einen Pakt mit dem Teufel eingelassen hat, ihm nun aber ein Schnippchen schlagen will. Letzter Film mit Heath Ledger, der während des Drehs verstarb.


Das Kabinett des Dr. Parnassus (2 Discs)

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Erhältlich seit:
01.07.2010

Originaltitel: The Imaginarium of Doctor Parnassus

Fantasy

Frankreich/Kanada 2009
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 12

Heath Ledger
Johnny Depp
Jude Law

Regie: Terry Gilliam
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Das Kabinett des Dr. Parnassus (2 Discs)

Doctor Parnassus, mehrere tausend Jahre alt, bereist die Welt mit seinem Imaginarium. Parnassus trägt ein dunkles Geheimnis in sich: Seine Unsterblichkeit verdankt er einem Pakt mit dem Teufel, Mr. Nick. Später wandelt ein verliebter Parnassus den Handel um: Jetzt will er wieder jung sein, um seine Liebe gewinnen zu können. Dafür verspricht er, dass sein Erstgeborenes an seinem 16. Geburtstag in den Besitz von Mr. Nick übergeht. Als der anreist, um Parnassus' Tochter Valentina einzufordern, lässt er sich auf einen weiteren Pakt ein.

Ausgehend von einem "Faust"-Motiv lässt Terry Gilliam in dieser fiebrigen Fantasy-Extravaganz seiner überbordenden Vorstellungskraft wieder freien Lauf. Das Ergebnis ist ein visuell berauschender Trip, der eine ebenso zutiefst romantische wie verzweifelte Weltsicht offenbart. Mitten während der Dreharbeiten verstarb Hauptdarsteller Heath Ledger. Der Film konnte nur mit Hilfe eines dramaturgischen Kniffs und des selbstlosen Einsatzes von Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law fertiggestellt werden.

Das Kabinett des Dr. Parnassus (2 Discs)

Ein würdiges und wildes Denkmal: Terry Gilliam lässt seinen Star Heath Ledger in seiner allerletzten Rolle glänzen in einer Freakshow, deren Fertigstellung durch den Einsatz von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell erst möglich wurde.

Terry Gilliam, Ur-Monty-Python und seit den Achtzigerjahren einer der fantasievollsten Filmemacher mit unverkennbar eigener Vision, ist Gegenwind bei seinen Projekten gewohnt. Bücher lassen sich füllen über seine Kämpfe mit Studios, Budgets und den Gewalten der Natur. "Brazil" wurde vom Studio verhunzt und konnte nur durch Unterstützung der Filmkritik gerettet werden, "Münchhausen" war ein außer Kontrolle geratenes Desaster, "The Man Who Killed Don Quichote" musste nach Verletzung des Hauptdarstellers und verheerenden Unwettern abgesagt werden, "Brothers Grimm" erwies sich als Dauerkampf mit den Weinstein-Brüdern und zehrte so sehr an den Nerven Gilliams, dass er sich mit seinem düstersten und bittersten Film, "Tideland", von der traumatischen Erfahrung befreien musste.

"The Imaginarium of Doctor Parnassus" war zunächst als Neuanfang gedacht, ein ganz purer Gilliam-Film mit Elementen aus "Time Bandits", "Brazil", "Münchhausen" und "König der Fischer", einer jener morbiden Freiflüge der Fantasie, voller Romantik und Traummotiven, wie sie außer ihm bestenfalls noch Tim Burton bewerkstelligen kann - und entpuppte sich als sein bislang schlimmster Albtraum, als im Januar 2008 mitten während der Dreharbeiten sein Star Heath Ledger, der für Gilliam bereits in "Brothers Grimm" gespielt hatte, verstarb und das Projekt lange Zeit auf der Kippe stand. Ohne angesichts der Tragödie zynisch klingen zu wollen: Vom Pech verfolgt zu sein, kann sich als Glücksfall erweisen. Je schlimmer die Umstände, desto mehr wird Gilliams Kreativität entfacht. Und hier übertrifft er sich selbst: Unterstützt von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell, die in der Not eine helfende Hand reichten, konnte der Regisseur seinen Film dank eines verwegenen Handlungskniffs retten: Dreimal steigt die Hauptfigur Tony, der von der fahrenden Truppe des Doctor Parnassus mit einem Strick um den Hals von einer Londoner Brücke hängend gerettet wird und sich aufgrund seiner Gedächtnislücken den Gauklern anschließt, durch einen Spiegel auf der Bühne, jedes Mal taucht er auf der anderen Seite als einer der anderen Schauspieler in einem neuen grotesken Universum auf, das "Alice im Wunderland" alle Ehre bereiten würde. Der Effekt ist verblüffend, die Illusion perfekt, zum einen weil es gelungen ist, Depp, Law und Farrell ungemein ähnlich sehen zu lassen, zum anderen weil offenkundig genug Material mit Ledger gedreht worden war, um die Geschichte in unserer Welt auch tatsächlich funktionieren zu lassen. Nur kleinere Holperer lassen sich konstatieren, doch sie fügen sich insgesamt homogen ins Gesamtbild dieses wilden Films, der sich keine Sekunde um Realität und Logik schert, aber einen mit seinen intensiven Bildern sofort gefangen nimmt.

Um einen Faustischen Pakt geht es zwischen dem tausendjährigen Parnassus und dem Mr. Nick genannten Teufel, den Tom Waits spielt, als sei er einer seiner torkelnden Songs aus dem "Rain Dogs"-Album, um ewiges Leben und um die Rettung von Parnassus Tochter Valentina, von Supermodel Lily Cole als nahe Verwandte der Figur von Sarah Polley in "Münchhausen" dargestellt: Um sie nicht an ihrem 16. Geburtstag an den spielsüchtigen Nick zu verlieren, muss der Wunderzauberer fünf Seelen gewinnen, die sich auf seine alternative Welt jenseits des Spiegels einlassen. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, mit Tony als Joker, und Gilliam gestaltet es als gnadenlos überzeichnete Freakshow, mit gewohnt schrägen Kamerawinkeln und verzerrten Bildern, um dem Zuschauer bisweilen buchstäblich den Boden unter den Füßen wegzureißen. Egal wie monströs der Film mit seiner Besessenheit mit Verfall, Schmutz und Vergänglichkeit auch ist, er ist immer faszinierend, zum einen wegen dem charismatischen und bisweilen gotterbärmlich aussehenden Ledger, aber auch weil es eine so bittere, wehmütige und beständig verzweifelte Ballade geworden ist, als würde der ewige Don Quichote des Kinos selbst langsam so müde werden, wie es der von Christopher Plummer mit unendlicher Wehmut gespielte Titelheld längst ist. Vielleicht bedarf es ja auch nur eines Deals mit dem Leibhaftigen, um das Imaginarium des Doktor Gilliam noch lange lebendig zu halten. ts.

Das Kabinett des Dr. Parnassus (2 Discs)

Seine surrealen (Alb)Traumwelten, sein unerschöpflich kreatives Potential, sein einzigartiger und unverwechselbarer Stil haben ihn berühmt gemacht - nun lädt Kult-Regisseur Terry Gilliam zu einer weiteren einmaligen Reise in eine visuell berauschende Phantasiewelt und lässt den während der Dreharbeiten verstorbenen Schauspieler Heath Ledger in dessen letzter Rolle glänzen.

Der Magier Dr. Parnassus reist mit seiner Theatertruppe in einem klapprigen Varieté-Vehikel durch die Lande. Die besondere Attraktion dieses Wunder-Kabinetts auf Rädern ist ein Zauberspiegel, durch den man seine eigene Phantasiewelt betreten kann. Doch auf Dr. Parnassus lastet ein dunkler Fluch: Vor langer Zeit hat er mit dem unheimlichen Mr. Nick einen teuflischen Pakt geschlossen, für seine Unsterblichkeit hat er ihm seine wunderschöne Tochter Valentina versprochen. Um sie zu retten, geht Dr. Parnassus erneut eine Wette mit Mr. Nick ein. Dabei entpuppt sich ein geheimnisvoller Fremder, der sich der Varieté-Truppe anschließt, als ungeahnt glückliche Hilfe ...

Quelle: Concorde

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Quelle: Concorde

Darsteller:  Heath Ledger   als Tony
  Johnny Depp   als Imaginarium Tony #1
  Jude Law   als Imaginarium Tony #2
  Colin Farrell   als Imaginarium Tony #3
  Christopher Plummer   als Dr. Parnassus
  Andrew Garfield   als Anton
  Verne J. Troyer   als Percy
  Lily Cole   als Valentina
  Tom Waits   als Mr. Nick
  Mark Benton   als Dad
  Simon Day   als Inspector
  Johnny Harris   als Polizist
 
Regie:  Terry Gilliam  
Buch:  Terry Gilliam  
  Charles McKeown  
Kamera:  Nicola Pecorini  
Produzent:  Amy Gilliam  
  Samuel Hadida  
  William Vince  
  Terry Gilliam  

Das Vermächtnis des Jokers

Vor rund zwei Jahren starb Heath Ledger einen viel zu frühen Tod. In seinen Filmen wird uns der sympathische Australier aber für immer erhalten bleiben.

Beängstigende Performance: Heath Ledger als Joker in "Dark Knight" (Foto: Concorde) Großansicht

Beängstigende Performance: Heath Ledger als Joker in "Dark Knight" (Foto: Concorde)

Manche Menschen verlassen die Erde viel zu früh. Einer von ihnen war Heath Ledger, der am 22. Januar 2008 im Alter von nur 28 Jahren auf tragische Weise verstarb. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der australische Schauspieler auf der Höhe seines Ruhms, lief doch gerade "The Dark Knight", in dem er als Joker die Performance seines Lebens ablieferte, mit gigantischem Erfolg in den Kinos.

Fans des ebenso gut aussehenden wie sympathischen Frauenschwarms kannten ihn freilich schon viel früher, zum Beispiel aus "Ritter aus Leidenschaft", wo er den Junker William in einen Prinz Eisenherz als Backstreet Boy verwandelte, oder von seiner Paraderolle als "Casanova" in dem gleichnamigen Kostümfilm.

Seine Rolle als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" brachte ihm die erste Oscar-Nominierung (Foto: Universum) Großansicht

Seine Rolle als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" brachte ihm die erste Oscar-Nominierung (Foto: Universum)

Viel Lob und Ehre sowie eine Oscarnominierung heimste Ledger dann für seine Darstellung eines homosexuellen Cowboys in "Brokeback Mountain" ein. Während der Dreharbeiten zu diesem Film lernte er auch Michelle Williams kennen; aus dieser Beziehung stammt eine Tochter. Nach einigen weiteren interessanten Auftritten, etwa in dem Drogendrama "Candy - Reise der Engel" oder als einer von sechs Bob-Dylan-Darstellern in "I'm Not There", besetzte ihn Christopher Nolan für sein zweites Batman-Abenteuer, "The Dark Knight".

Doch wegen seines viel zu frühen Todes konnte Ledger weder den Golden Globe noch den Oscar als Bester Nebendarsteller, die er beide 2009 gewann, persönlich in Empfang nehmen. Genauso wenig, wie er die Dreharbeiten zu Terry Gilliams Film "Das Kabinett des Dr. Parnassus" beenden konnte.

 

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