DVD Leihvideo

Das Leben der Anderen

Ein menschliches Drama mit politischem Hintergrund aus jüngster Deutscher Geschichte: Bewegend und brisant.


Das Leben der Anderen

Leihvideo

Erhältlich seit:
16.11.2006

Originaltitel: Das Leben der Anderen

Drama

Deutschland 2005
Laufzeit: 132 Min.
FSK: ab 12

Martina Gedeck
Ulrich Mühe
Sebastian Koch

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck
Walt Disney Studios Home Entertainment

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"Stasi-Mann" Ulrich Mühe packen beim Observieren der quirligen DDR-Künstlerszene mächtige Selbstzweifel.

Stasi-Hauptmann Wiesler traut seinen Ohren nicht (Foto: Buena Vista) Großansicht

Stasi-Hauptmann Wiesler traut seinen Ohren nicht (Foto: Buena Vista)

Im Jahr 1984 scheren sich Literaten und Theaterleute in Ostberlin nicht allzu sehr um die überall präsenten Herren von der Stasi - solange sie ungehindert arbeiten können. Aber es gibt einen, der auf sie angesetzt ist: der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe in Hochform) hat den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) und seine Lebensgefährtin, einen gefeierten Theaterstar, im Visier.

Die schöne Christa-Maria (Martina Gedeck) löst beim Minister Hormonalarm aus. Jetzt soll Wiesler etwas Staatszersetzendes finden, um den lästigen Konkurrenten auszuschalten. Doch das aufregende "Leben der Anderen" zieht den Beobachter immer mehr in den Bann, der Zweifel an seinem Auftrag und der Staatsmacht wächst, bis Taten folgen.

Liebe in Zeiten der Überwachung (Foto: Buena Vista) Großansicht

Liebe in Zeiten der Überwachung (Foto: Buena Vista)

Kino in Topform

Ein riskantes Spiel beginnt, der "operative Vorgang" gerät aus dem Ruder. Politik und Individuum prallen aufeinander, und das System schlägt zurück. Keine ostalgische Geschichtslektion, sondern ein hochgradig spannendes, mitten ins Herz treffendes Drama um Liebe, Leidenschaft und Mut, um die ewige Faszination von Freiheit. Das ist deutsches Kino in Topform, mit brillanten Darstellern - dafür gab es zurecht den Oscar als bester ausländischer Film.

Das Leben der Anderen

Ein menschliches Drama mit politischem Hintergrund aus jüngster Deutscher Geschichte: Bewegend und brisant.

Nicht kuschelige DDR-Wärme, sondern harte DDR-Realität steht im Mittelpunkt dieses Dramas um Macht und Ohnmacht des Individuums im totalitären Staat. 1984, fünf Jahre vor seinem Ende, steht vor allem die Künstlerszene und ihr lebenslustiges Völkchen in Ost-Berlin unter Beobachtung der Stasi. Ein ganz scharfer Hund ist Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, der bei Verhören kein Druckmittel auslässt und sogar an der Stasi-Hochschule als unmenschlich verschrien ist. Als er auf den Theater-Regisseur Georg Dreyman angesetzt wird, dessen schöne Lebensgefährtin und Schauspielerin beim Kulturminister Hormonalarm auslöst, scheint das einer dieser üblichen Jobs zu sein - Wohnung verwanzen, Nachbarn einschüchtern, observieren, einen dunklen Punkt finden. Doch das übliche Spiel entgleitet dem sonst so gefühlsmäßig imprägnierten unscheinbaren Mann. Die fremde Welt der Kunst und Literatur, freies Denken und Reden, Liebe und Leidenschaft fasziniert ihn, immer mehr dringt er in "Das Leben der Anderen" ein, schreibt nach Lustschreien akribisch ins Protokoll "vermutlich Geschlechtsverkehr". Irgendwann macht der sonst so trockene Technokrat nicht mehr mit, schützt die ahnungslosen Opfer, die er zu "Staatsfeinden" stempeln sollte - lässt sogar Beweisstücke wie eine Schreibmaschine, auf der Dreyman einen Artikel über die Selbstmordrate in der DDR für den SPIEGEL geschrieben hat, verschwinden. Florian Henckel von Donnersmarcks sauber recherchierter Blick in Grenzbereiche der Seele verzichtet auf sacharinsüße Ostalgie mit falschen Tönen, trifft immer den richtigen Ton. Er entlarvt die Mechanismen eines monströsen Überwachungssystems mit der Zerstörung jeglicher Individualität, demaskiert die Verantwortlichen, die im Dunstkreis von Ideologie ihre persönlichen Ziele verfolgen, zeichnet Brüche in den Biografien, seismografische Erschütterungen im Räderwerk der Macht. Der Film wirft Fragen auf, die weit über die sozialistische Ideologie hinausgehen, übertragbar sind auf jede Form des Fundamentalismus, sei es in Religion oder Politik. Ausstattung, Visualität, Stilisierung, Ensemble - besser geht's nicht. Mir Martina Gedeck als psychisch zerbrechliches Objekt der Begierde, Sebastian Koch als visionärer Theatermann, Ulrich Tukur als widerlicher Karrierist. Wenn "Observateur" Ulrich Mühe, eingezwängt im engen Wams, ohne große Gesten oder Worte seinem Selbstzweifel Ausdruck verleiht und sukzessive seine eiskalte Präzision verliert, ist das größte und subtile Schauspielkunst. mk.

Darsteller:  Martina Gedeck   als Christa-Maria Sieland
  Ulrich Mühe   als Hauptmann Gerd Wiesler
  Sebastian Koch   als Georg Dreyman
  Ulrich Tukur   als Oberstleutnant Anton Grubitz
  Thomas Thieme   als Minister Bruno Hempf
  Hans-Uwe Bauer   als Paul Hauser
  Volkmar Kleinert   als Albert Jerska
  Matthias Brenner   als Karl Wallner
  Bastian Trost   als Häftling 227
  Charly Hübner   als Udo
  Herbert Knaup   als Gregor Hessenstein
  Marie Gruber   als Frau Meineke
  Hinnerk Schönemann   als Unterleutnant Axel Stigler
  Thomas Arnold   als Nowack
 
Regie:  Florian Henckel von Donnersmarck  
Buch:  Florian Henckel von Donnersmarck  
Musik:  Gabriel Yared  
Kamera:  Hagen Bogdanski  
Produzent:  Quirin Berg  
  Max Wiedemann  

Donnersmarck hetzt Killer auf Cruise

Vier filmlose Jahre investierte Oscar-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck in seine Hollywood-Karriere. Jetzt scheint der Startschuss geglückt und sogar Tom Cruise zeigt Interesse.

Ist drauf und dran, in Hollywood einen Traumstart hinzulegen: Florian Henckel von Donnersmarck (Foto: A.M.P.A.S.) Großansicht

Ist drauf und dran, in Hollywood einen Traumstart hinzulegen: Florian Henckel von Donnersmarck (Foto: A.M.P.A.S.)

Spätestens seit der Oscar-Verleihung 2007 ist Florian Henckel von Donnersmarck in Hollywood kein Unbekannter mehr. Die Academy krönte den Spross einer Adelsfamilie für seinen Stasi-Kassenschlager "Das Leben der Anderen" mit dem begehrten Goldmännchen. Kurz darauf siedelte der 36-Jährige ganz in die Filmmetropole Los Angeles um mit der Absicht, in Hollywood Fuß zu fassen.

Jetzt, zwei Jahre nach seinem Umzug, scheint die Rechnung des 2,05 Meter Riesen aufzugehen. Warner Bros. möchte den Deutschen als Regisseur für das Projekt "The 28th Amendment" gewinnen. Darin deckt der amerikanische Präsident die Machenschaften eines Geheimbunds auf. Die Mitglieder sind davon nicht angetan, halten sie doch die Zügel der Regierung in der Hand. Ein Killerkommando soll den mächtigsten Mann der Welt eliminieren. Tom Cruise bekundete nun sein Interesse an der Hauptrolle neben Denzel Washington. Das hört sich nach einem Traumstart für Florian an!

 

Das Leben der Anderen in der Fotoshow

 

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Star

Martina Gedeck

Schön und stolz, echt und erotisch, attraktiv und arbeitswütig, wandelbar und wunderbar, ein Chamäleon und furioses Vollweib. Martina...

 

Star

Ulrich Mühe

Der starke Sanfte. Ulrich Mühe nimmt sich stets zurück, zeigt Würde, Ruhe und Beherrschung, ohne zwanghaft, verklemmt oder neurotisch zu wirken....