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Das Leben des heiligen Augustinus

Internationale Koproduktion um Leben und Wirken des Kirchenvaters Augustinus von Hippo.


Das Leben des heiligen Augustinus

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Erhältlich seit:
27.05.2011

Originaltitel: Augustinus

Drama/ Biographie

Italien/Deutschland/Polen 2009
Laufzeit: 180 Min.
FSK: ab 12

Alessandro Preziosi
Franco Nero
Matteo Urzia

Regie: Christian Duguay
polyband Medien GmbH

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Das Leben des heiligen Augustinus

Wenn kein Geringerer als der Papst dazu anregt, einen Film über den Heiligen Augustinus zu drehen, ist das durchaus ungewöhnlich. Der Fernsehfilm "Augustinus", den die ARD an Ostern zeigt, ist tatsächlich durch Benedikt XVI. initiiert worden.

Als Gerhard Fuchs, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, vor einigen Jahren ein Interview mit dem Papst führte, kam das Gespräch auf Filme über große Kirchengestalten und ganz konkret auf ein Werk über Leben und Wirken von Augustinus. Das Porträt des Kirchenvaters ist allerdings weit mehr als bloß die zu erwartende Hommage an einen Heiligen: Die deutsch-italienische Koproduktion schildert ihn als Menschen mit vielen Brüchen, der lange auf dem Irrweg ist, bis ein traumatisierendes Ereignis ihm endlich die Augen öffnet.

Die Dramaturgie ist jedoch konventionell: Augustinus selbst erzählt die Geschichte seines Lebens in langen Rückblenden. Die Rahmenhandlung spielt im Jahr 430 nach Christus in der nordafrikanischen Stadt Hippo, die von den Vandalen belagert wird. Die Lage ist aussichtslos, auch wenn einige junge Hitzköpfe hoffen, die Angreifer mit einem Überraschungsausfall zu überlisten. Augustinus (Franco Nero) erinnert sich an seine eigene Jugend - und nun beginnt die eigentliche Geschichte.

Drehbuchautor Francesco Arlanch schildert diesen Teil der Biografie als Faustischen Pakt: Früh als begnadeter Redner erkannt, lässt sich der junge Mann (Matteo Urzia) zum Anwalt ausbilden und bewahrt Schuldige dank seiner rhetorischen Fähigkeiten vor verdienten Gefängnisstrafen; prompt begehen die Ganoven weitere Verbrechen. Sein Freund Valerius (Johannes Brandrup) überredet Augustinus, als Hofredner für den römischen Kaiser zu arbeiten. Für beide soll dies der Beginn einer glorreichen Laufbahn werden, doch die Karriere endet jäh, als eine Auseinadersetzung zwischen Soldaten und Christen dank Augustinus' demagogischer Fähigkeiten in ein Gemetzel ausartet. Spätestens jetzt offenbart der Film deutliche moderne Bezüge; die Parallelen etwa zum Massaker auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens sind unübersehbar.

Die drastischen Folgen seiner Worte führen zu Augustinus' Bekehrung. Regisseur Christian Duguay, der auch schon Johanna von Orleans ein filmisches Denkmal gesetzt hat, verzichtet bei der Inszenierung dieses Moments konsequent auf eine Vorwegnahme der späteren Heiligsprechung. Ohnehin ist die Hauptfigur zunächst alles andere als ein sympathischer Zeitgenosse. Heimliche Heldin des Films ist vielmehr die schöne Khalida (Serena Rossi), Augustinus' in stiller Zuneigung ergebene Dienerin und so etwas wie sein gutes Gewissen: Ihr Blick für seine wahren Werte hinter der hochmütigen Fassade nährt die Hoffnung auf seinen Sinneswandel.

Der zweite Teil konzentriert sich auf das Wirken Augustinus' als Bischof in Nordafrika. Immer noch ist Valerius (als älterer Mann von Alexander Held gespielt) sein Weggefährte, wenn auch unter anderem Vorzeichen: Aus den früheren Freunden sind Erzfeinde geworden. Angesichts der Übermacht der Belagerer begibt sich Augustinus in die Höhle des Löwen und trotzt dem Anführer (Götz Otto) der Vandalen einen großzügigen Handel ab; erneut ist es Valerius, der ihm einen Strich durch die Rechnung macht.

Natürlich verzichtet der Zweiteiler nicht auf die üblichen TV-Zutaten. Da Augustinus im zweiten Teil zu alt für eine Romanze ist, darf sich ein ungestümer junger Centurio (Sebastian Ströbel) in die Nichte (Katy Saunders) des Bischofs verlieben. Die emotionale Dreingabe ist zwar durchschaubar, stört aber auch nicht weiter; außerdem war das im Auftrag des BR und der italienischen RAI produzierte Werk mit seinen üppig rekonstruierten Schauplätzen garantiert nicht billig. Dennoch ist "Augustinus" alles andere als ein verfilmtes Heiligenbildchen. Gerade die diversen theologischen Diskurse (etwa über den Manichäismus) sind recht anspruchsvoll, zumal sich Augustinus immer wieder verbale Wettkämpfe mit seinen verschiedenen Gegenspielern liefert: Im Verlauf seiner Suche nach der Wahrheit hat er Worte stets als Waffen eingesetzt; im Schlechten wie im Guten. tpg.

Das Leben des heiligen Augustinus

Augustinus selbst schildert seine Geschichte in langen Rückblenden: Als kluger, ehrgeiziger junger Mann aus einfachen Verhältnissen entwickelt er sich Dank eines Gönners zu einem großen Redner und Anwalt. Er gehört damit zur spätrömisch-dekadenten High Society. Augustinus lernt schnell: Recht hat, wer Recht bekommt. Er wird zum abgeklärten Zyniker, seine rastlose Seele sucht immer neue sinnliche Reize, um die innere Leere zu füllen. Er feiert Orgien, zeugt mit einer Sklavin einen Sohn und schmiedet mit einem Freund den Plan, Karriere im kaiserlichen Dienst zu machen. Augustinus befindet sich lange Zeit auf einem Irrweg bis ihm ein Schlüsselereignis die Augen öffnet und ihn zum Christ bekehrt. Er lässt sich mit 33 Jahren taufen und wirkt fortan als moralische Instanz und Vorbild für alle Zeiten ...

Quelle: polyband

Darsteller:  Alessandro Preziosi   als Augustinus
  Franco Nero   als Augustinus, alt
  Matteo Urzia   als Augustinus, jung
  Monica Guerritore   als Augustinus' Mutter Monica
  Johannes Brandrup   als Valerius
  Alexander Held   als Valerius, alt
  Jannis Niewöhner   als Valerius, jung
  Katy Louise Saunders   als Lucille
  Serena Rossi   als Khalida
  Sebastian Ströbel   als Fabius
  Dietrich Hollinderbäumer   als Macrobius
  Aglaia Szyszkowitz   als Paola
  Götz Otto   als Gaiseric
  Wenanty Nosul   als Possidius
  Andrea Giordana   als Ambrosius
 
Regie:  Christian Duguay  
Buch:  Francesco Arlanch  
  Sebastian Henckel von Donnersmarck  
Musik:  Andrea Guerra  
Kamera:  Fabrizio Lucci  
Produzent:  Matilde Bernabei  
  Luca Bernabei  
  Martin Choroba  
 

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