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Das Leben ist zu lang

Charmante und turbulente Komödie über einen überforderten Regisseur, der vom eigenen Leben überrollt wird.


Das Leben ist zu lang

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Erhältlich seit:
11.03.2011

Originaltitel: Das Leben ist zu lang

Komödie/ Drama

Deutschland 2010
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 12

Markus Hering
Meret Becker
Veronica Ferres

Regie: Dani Levy
Warner Home Video Germany

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Das Leben ist zu lang

Das Leben des jüdischen Regisseurs Alfi Seliger geht langsam aber sicher aus dem Leim - und er weiß es. Probleme gibt es mit den Eltern (exzentrisch), der Tochter (pubertierend), den Frauen (alle schwierig) und der eigenen Kreativität (blockiert). Was zu viel ist, ist schließlich zu viel: Alfi ergibt sich der Krise und unternimmt einen Selbstmordversuch. Er überlebt. Aber er ist sich nicht ganz sicher, ob das Leben, das er jetzt vorfindet, wirklich noch das alte ist.

Der Name der Hauptfigur gibt die Marschrichtung vor in Dani Levys elfter Arbeit als Kinoregisseur - Alvy Singer aus "Der Stadtneurotiker" stand offenkundig Pate. In keinem seiner Filme war Levy jemals so nah dran an den Komödien von Woody Allen: Die Treffsicherheit der Gags ist hoch, die Figurenzeichnung detailgenau und liebenswert. Und nicht zuletzt ein nicht enden wollendes Defilee deutscher Stars, um Hauptdarsteller Markus Hering zu unterstützen, sorgt dafür, dass man sich nicht sattsehen kann.

Das Leben ist zu lang

Mit großem Staraufgebot erzählt Dani Levy aus sehr persönlichem Blickwinkel die Geschichte eines Filmemachers in der Krise zwischen Schein und Sein.

"Film ist ein Schlachtfeld". Sam Fullers Aussage nimmt sich Dani Levy zu Herzen und wagt nicht nur einen Film über das Filmgeschäft, sondern geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn er den jüdischen Filmemacher, Hypochonder und Familienvater Alfi Seliger und "Skorpion" wie er selbst von der Leine lässt und den Bogen zu eigenen Traumata schlägt.

Alfi ist der geborene Nebbich, ein liebenswerter Loser, der seit Jahren keinen Film mehr zustande gebracht hat, auf Empfängen mit seinem Drehbuch hausieren geht und zu Hause von den Kindern nicht für voll genommen und von der Gattin nur mühsam ertragen wird. "Mohammed lacht sich tot" lautet der Arbeitstitel seines Werks über den Karikaturenstreit, das bei seiner Betteltour auf Lacher und Langeweile stößt - bis die Ehefrau des Produzentenmoguls ein Auge auf ihn wirft und ihren Mann für die Verfilmung erwärmt. Damit bricht das Chaos aber erst richtig aus.

Levys Protagonist ist kein kühler Erfolgstyp wie Robert De Niro, das fiktionalisierte Alter Ego von Art Linson in Barry Levinsons "Inside Hollywood", sondern ein bemitleidenswertes Wesen, was sich am meisten selbst bemitleidet und in den Mühlen des Filmgeschäfts fast untergeht. Da kriegt der Zuschauer alles um die Ohren gehauen, was das Leid eines Regisseurs ausmacht - arrogante Produzenten, hochnäsige Schauspieler, dämliche Drehbuchschreiber, die aus einer Filmidee eine Mini-Serie für RTL machen wollen, und last noch least eine nervige Mutter, einst berühmte Aktrice (Elke Sommer in Hochform).

Was als leichte Komödie beginnt, wandelt sich in eine Melange aus peinvoller Paranoia und buntem Panoptikum über einen Menschen zwischen irrationalen Idealen und rationalem Versuch zum Pragmatismus. Markus Hering entpuppt sich als komödiantisches und tragisches Talent, schart um sich herum das "Who's Who" des deutschen Films von Meret Becker und Veronica Ferres bis hin zu Heino Ferch und Justus von Dohnányi, die mit Lust und Verve auch die kleinste perfide Rolle perfekt spielen. Und wenn Levy mit seinem Alter Ego Seliger über den Sinn des Lebens bzw. Filmemachens diskutiert, gibt er den Blick frei auf ein Fegefeuer der Eitelkeiten, das für manchen Kreativen zur Hölle wird und exponiert ein Stückchen seiner Psyche. Was Sie schon immer über Dani Levy wissen wollten, aber bisher nicht zu wagen fragten: In "Das Leben ist zu lang" finden Sie einige Antworten. Oder auch nicht. mk.

Das Leben ist zu lang

Keine Krise ist so verhängnisvoll, überwältigend und ungerecht wie die von Alfi Seliger (Markus Hering). Der jüdische Filmemacher, Hypochonder und Familienvater steckt bis zum Hals in Problemen: Seine pubertierenden Kinder Romy (Hannah Levy) und Alain (David Schlichter) finden ihn lächerlich, seine Ehefrau Helena (Meret Becker) wäre froh, sie fände ihn nur lächerlich, seine Bank geht insolvent und sein neues Filmprojekt stößt nur schwer auf Gegenliebe. Alfi gerät immer tiefer in ein Netz von Verschwörungen. Natasha (Veronica Ferres), die spielwütige Gattin des Produzentenmoguls (Hans Hollmann), stellt ihm genauso nach wie der einstige deutsche Weltschauspieler Georg Maria Stahl (Gottfried John). Aus Freund wird Feind, aus Hoffnung wird Paranoia, und als ihm selbst sein Psychiater (Udo Kier) rät, seinem Leben ein Ende zu machen, versucht Alfi Seliger einen theatralischen Abgang. Aber wie es sich für einen geborenen "Nebbich", einen liebenswerten Versager, gehört, misslingt ihm selbst das - er überlebt und erwacht nur scheinbar in seinem alten Leben... Völlig unerwartet wendet sich plötzlich alles zum Guten, eine Versuchung jagt die nächste, alte Träume werden wahr - aber ist das alles echt? Alfi hadert mit seinem Schicksal, und als er es herausfordert, beginnt sein mutigstes Spiel.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Markus Hering   als Alfi Seliger
  Meret Becker   als Helena Seliger
  Veronica Ferres   als Natasha
  Hannah Levy   als Romy Seliger
  David Schlichter   als Alain Seliger
  Yvonne Catterfeld   als Caro Will
  Gottfried John   als Georg Maria Stahl
  Hans Hollmann   als Holger Miesbach-Boronowski
  Justus von Dohnányi   als Johannes
  Heino Ferch   als Professor Mohr
  Elke Sommer   als Alfis Mutter
  Udo Kier   als Tabatabai
  Steffen Groth   als Bernard / Leonard von Kitzbühl
  Kurt Krömer   als Anlageberater
 
Regie:  Dani Levy  
Buch:  Dani Levy  
Musik:  Niki Reiser  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Produzent:  Manuela Stehr  
 

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