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Das Meer in mir

Aufwühlendes Melodram von "The Others"-Regisseur Alejandro Amenábar über einen authentischen Fall von Sterbehilfe.


Das Meer in mir

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.09.2005

Originaltitel: Mar adentro

Drama

Spanien/Frankreich/Italien 2004
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12

Javier Bardem
Belen Rueda
Lola Dueñas

Regie: Alejandro Amenábar
Universum Film

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In Alejandro Amenábars aufwühlendem Melodram kämpft der sensationell aufspielende Javier Bardem um sein Recht auf einen würdevollen Tod.

Früher war er ein Mann wie ein Baum, Ramón, der das Wasser (immer noch) liebt (Foto: Tobis) Großansicht

Früher war er ein Mann wie ein Baum, Ramón, der das Wasser (immer noch) liebt (Foto: Tobis)

Das Meer spürt er nur noch in sich. Wenn er die Augen schließt, hört er das Rauschen der Wellen, taucht ein ins erfrischende Nass. Der Alltag von Ramón (Javier Bardem) sieht freilich anders aus. Er ist ans Bett gefesselt, vom Hals abwärts gelähmt, seit jenem Badeunfall vor 27 Jahren.

Und nun will er nicht mehr, kann nicht mehr, will endlich sterben. Dazu würde er aber Hilfe brauchen - und die versagen ihm Staat und Kirche. Doch Ramon schöpft neue Hoffnungen, als zwei unterschiedliche Frauen in seinem Leben auftauchen.

Auf den Filmfestspielen von Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet und heißer Oscar-Kandidat, basiert "Das Meer in mir" auf dem authentischen Fall des Spaniers Ramón Sampedro.

Und die Frauen lieben Ramón (Foto: Tobis) Großansicht

Und die Frauen lieben Ramón (Foto: Tobis)

Würdevoller Abschied

"Briefe aus der Hölle" betitelte er das 1996 erschienene Buch, das seine Leiden greifbar, ja spürbar machte. Und dies gelingt nun auf der Leinwand auch dem großartigen, ebenfalls prämierten Javier Bardem ("Before Night Falls") als Sampedros Alter Ego, der unter Alejandro Amenábars ("The Others") einfühlsamer Regie über sich selbst hinaus wächst.

Um Würde, Freiheit und Gerechtigkeit geht es, um Liebe und um Tod. Das ist niederschmetternd, tragisch, anrührend, aber auch erhebend, mutig und witzig. Ein Werk wie das Leben selbst.

Das Meer in mir

Der Tod ist für den Spanier Alejandro Amenábar ein Faszinosum. Nach dem düsteren Mystery-Thriller "The Others" greift er in "Mar Adentro" das brisante Thema Sterbehilfe auf. Basierend auf dem Buch von Ramón Sampredo, der seinem Leben bewusst ein Ende setzte, plädiert er ohne pädagogischen Zeigefinger für Selbstbestimmung des Individuums und sorgte damit auf dem Lido für kontroverse Diskussionen und für volle Kassen in den spanischen Kinos.

"Ich bin ins Leben verliebt. Deshalb will ich etwas besseres": Ramón Sampedro wählte im Alter von 55 Jahren den Tod und entfachte damit 1998 eine hitzige Debatte um die Beihilfe zum Suizid. Für den in Chile geborenen Amenábar war es nur logisch, das Schicksal dieser Symbolfigur für den Kampf um ein würdevolles Sterben zu verfilmen, geht es doch um die für ihn existenzielle Beziehung zwischen Mensch und Tod. Und so nimmt er mit auf eine Reise nach Galizien, hinaus auf die See und in die innere Welt eines Mannes, der nach einem Badeunfall vom Hals abwärts gelähmt und 30 Jahre auf die Hilfe von Verwandten und Freunden angewiesen war. Was ihm blieb von der Außenwelt war der Blick aus dem Fenster auf das Meer, die Träume von einem anderen Dasein. Die intellektuelle Juristin Julia unterstützt ihn bei der Auseinandersetzung mit der Justiz, auf der anderen Seite versucht die herzliche und einfache Arbeiterin Rosa ihn von der Wertigkeit eines jeden Lebens zu überzeugen. Wenn Sampredo vor laufender Videokamera Gift trinkt, spart Amenábar auch nicht die quälenden Minuten bis zum Exitus aus. Er nimmt sich die Freiheit, die Charaktere der beiden Frauen neu zu zeichnen bzw. aus verschiedenen anderen zusammenzusetzen, die Ramón umgaben und auch Liebesgefühle für ihn hegten. Weiterhin fokussiert er sich auf das Vater-Sohn ähnliche Verhältnis des Gelähmten zu seinem Neffen, die Beziehung zu seiner Schwägerin und zu seinem Bruder, einem entschiedenen Gegner der Sterbehilfe.

"Mar Adentro" ist weder prätentiöses Rührstück mit massiver musikalischer Unterstützung noch - wie die Deutsche Hospitz Stiftung behauptet - eine unrealistische "Propaganda für Euthanasie", sondern ein aufwühlendes Melodram, das dem Zuschauer zwar Tränen entlockt, aber nie in gefälligen Kitsch abgleitet. Dafür sorgt schon der trockene Humor, der jegliche falsche Sentimentalität relativiert und für die nötige Erdenschwere sorgt. Und wenn der bildverliebte Regisseur mal wieder in Poesie und Kamerafahrten über die galizische Landschaft und das Meer schwelgt, ist es Javier Bardem (verdient mit der Coppa Volpi als Bester Darsteller ausgezeichnet), der mit einer irritierenden Mischung aus Trauer und Selbstironie jeglicher Gefühlsdusselei einen Riegel vorschiebt. mk.

Darsteller:  Javier Bardem   als Ramón Sampedro
  Belen Rueda   als Julia
  Lola Dueñas   als Rosa
  Mabel Rivera   als Manuela
  Clara Segura   als Gené
  Celso Bugallo   als José
  Joan Dalmau   als Joaquín
  Alberto Jiménez   als Germán
  Tamar Novas   als Javi
  Francesc Garrido   als Marc
  Josep Maria Pou   als Vater
  Alberto Amarilla   als Bruder Andrés
 
Regie:  Alejandro Amenábar  
Buch:  Alejandro Amenábar  
  Mateo Gil  
Musik:  Alejandro Amenábar  
Kamera:  Javier Aguirresarobe  
Produzent:  Fernando Bovaira  
  Alejandro Amenábar  

"Das Meer in mir" als Doppel-DVD

Am 10. Oktober erscheint Alejandro Amenábars Drama "Das Meer in mir" bei Universum Film auf DVD.

Preisgekrönt: "Das Meer in mir" (Foto: Universum Film)

Preisgekrönt: "Das Meer in mir" (Foto: Universum Film)

Die Verleihversion kommt vier Wochen eher, am 13. September, in die Videotheken. Die mit dem Auslands-Oscar prämierte Verfilmung der Autobiografie von Ramón Sampedro kommt als Doppel-DVD mit viel Bonusmaterial.

Dazu zählen ein Audiokommentar, Interviews mit Cast & Crew, ein Making of, eine Bildergalerie sowie Storyboards und Set Design. Darüber hinaus sind internationale Kinotrailer zu sehen.

 

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