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Das Mercury Puzzle

Routiniert gedrehter Thriller mit Bruce Willis als Beschützer eines jungen Rain Mans.


Das Mercury Puzzle

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Originaltitel: Mercury Rising

Thriller

USA 1998
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 16

Bruce Willis
Alec Baldwin
Miko Hughes

Regie: Harold Becker
Universal Pictures Germany

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Das Mercury Puzzle

Der 9jährige, autistischen Simon knackt, ohne es zu wissen, einen neu entwickelten US-Sicherheitscode, den der Geheimdienst testhalber in einem Rätselheft plaziert hat, das zufällig die Lieblingslektüre des kleinen Zahlen-Genies darstellt. Um die Panne zu vertuschen - die Entschlüsselung des Mercury-Codes bringt das Leben zahlreicher Agenten in Gefahr -, setzt Sicherheitschef Nicholas Kudrow einen Killer auf den Jungen an. Dieser wird jedoch von dem FBI-Mann Art Jeffries beschützt, der schon bald die Ausmaße des Komplotts erkennt...

Bruce Willis spielt in Harold Beckers Thriller einmal mehr den klassischen lonesome guy, der für die richtige Sache sein Leben riskiert und den Schwachen seinen starken Arm reicht. In dem ganz auf den charismatischen Hauptdarsteller zugeschnittenen, temporeichen Katz-und Maus-Spiel wird weder an aufwendigen Action-Szenen noch an atemraubenden Stunts gespart. Alec Baldwin spielt den Bösewicht Kudrow mit sichtbarem Vergnügen und auch Kim Dickens als Willis' love interest gelingt es - trotz weniger Szenen -, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Das Mercury Puzzle

Bruce Willis - ein Actionstar, der seine Erfolgsformel gefunden hat und daher seine Rollentypen zumeist nur geringfügig variiert. Letztlich spielt er in der ihm typischen, cool-spröden Art immer wieder den Jedermann-Held aus "Stirb langsam" - selbst als Bad Guy in dem Suspense-Thriller "Der Schakal" blieb er seinem Einzelkämpfer-Rollenstereotyp weitgehend treu. In dem solide gestrickten Actiondrama "Das Mercury Puzzle" stellt Willis nun erneut eine isolierte Figur dar, die ihren Opponenten als Einmann-Kampfmaschine Paroli bietet.

Als der neunjährige, autistische Junge Simon (Miko Hughes liefert eine recht glaubwürdige Darstellung als Rain Man Jr.) den Mercury-Code der nationalen Sicherheitsbehörde knackt, der zum Test in einem Rätselmagazin untergebracht war, schrillen beim Sicherheitschef Kudrow (Alec Baldwin einmal mehr als Bösewicht mit raspelnder Samtstimme) die Alarmglocken. Nicht nur seine professionelle Reputation, sondern auch das Leben von Tausenden von internationalen Undercover-Agenten steht damit auf dem Spiel. Also schickt der "Patriot" (O-Zitat) einen Killer, um Simon zu beseitigen. Zwar werden seine Eltern ermordet, doch der Junge kann sich verstecken. FBI-Agent Art Jeffries (Willis) - mit obligatorischer von Schuldkomplexen beladenen Vergangenheit - nimmt sich des psychisch gestörten Waisen an und befindet sich fortan ebenfalls im Kreuzfeuer der NSA.

Das Drehbuch nach dem Roman "Simple Simon" von Ryne Douglas Peardon führt mit dem kindlichen, emotional isolierten Protagonisten eine für das Genre ungewöhnliche Figur ein, die parallel zu Willis vereinsamtem FBI-Mann angelegt wurde. Das bleibt der einzige Funke von Originalität. In der Folge begnügt sich Regisseur Harold Becker - ein Suspense-Thriller-Spezialist mit Filmen wie "Sea of Love", "Malice" und "City Hall" - mit der Aneinanderreihung von überraschungslosen, wenn auch soliden Actionsequenzen. Diese reichen von einer Autoverfolgungsjagd auf dem Freeway über eine Konfrontation im U-Bahnwagen zum Showdown auf einem Wolkenkratzerdach, samt ohrenbetäubend routierendem Hubschrauber. Das Drama indes weiß nicht wirklich zu überzeugen. Die Interaktion zwischen dem Agenten und dem Autisten besteht in erster Linie darin, daß Willis das kreischende Kind unter seinen muskulösen Arm klemmt und unverzagt zur Aktion schreitet. Der weibliche Alibi-Part wurde von Kim Dickens ("Zero Effect") übernommen, die als Wildfremde von Jeffries in einem Cafe angeredet wird und buchstäblich durch einen Augenaufschlag zur engsten Vertrauten avanciert. Plausiblität und nervenaufreibende Spannung sollte man sich von dem klischeedurchsetzten Krimireißer also nicht unbedingt erwarten. Bruce-Willis-Fans werden "Das Mercury Puzzle" wohl in erster Linie als leicht verdauliche Zwischenmahlzeit goutieren, bis ihr Lieblingsheld in dem aufwendigen Actionknaller "Armageddon" zu neuer Höchstform aufläuft, wenn er nach "Das fünfte Element" erneut die Erde vor dem Ende bewahren muß. ara.

Darsteller:  Bruce Willis   als Art Jeffries
  Alec Baldwin   als Lt. Colonel Nicholas Kudrow
  Miko Hughes   als Simon
  Chi McBride   als Tommy B. Jordan
  Kim Dickens   als Stacey
  Robert Stanton   als Dean Crandell
  Bodhi Pine Elfman   als Leo Pedranski
  Carrie Preston   als Emily Lang
  Lindsey Lee Ginter   als Peter Burrell
  John Carroll Lynch   als Martin Lynch
  Peter Stormare   als Shayes
  Kevin Conway   als Lomax
  Kelley Hazen   als Jenny Lynch
  John Doman   als Supervisor Hartley
  Richard Riehle   als Edgar Halstrom
 
Regie:  Harold Becker  
Buch:  Lawrence Konner  
  Mark Rosenthal  
Musik:  John Barry  
Kamera:  Michael Seresin  
Produzent:  Brian Grazer  
  Karen Kehela  
 

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Features

 

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