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Das perfekte Verbrechen

Spannender, hochkarätig besetzter Gerichtsthriller vom "Zwielicht"-Regisseur.


Das perfekte Verbrechen

Leihvideo

Erhältlich seit:
23.11.2007

Originaltitel: Fracture

Kriminalfilm/ Drama

USA 2007
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12

Sir Anthony Hopkins
Ryan Gosling
David Strathairn

Regie: Gregory Hoblit
Warner Home Video Germany

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Oscar-Preisträger Anthony Hopkins führt eine Riege Charakterdarsteller durch einen intensiven Gerichtsthriller voller moralischer Abgründe.

Auf den ersten Blick scheint alles in bester Ordnung (Foto: Warner) Großansicht

Auf den ersten Blick scheint alles in bester Ordnung (Foto: Warner)

Mit Justitia kennt sich Regisseur Gregory Hoblit bestens aus. Im fabelhaften "Zwielicht" trieb er ein doppelbödiges Spiel und ließ einen eiskalten Mörder straffrei aus dem Gerichtssaal spazieren. Bald darauf legte er mit "Das Tribunal" abermals einen verzwickten Moralthriller über ein hintergründiges Verbrechen nach. Man sollte gewarnt sein: Auch in diesem starbesetzten Psychoduell ist nichts wie es scheint.

Diabolisch wie Hannibal Lecter spielt Sir Anthony Hopkins den alternden Statiker Ted Crawford. Der träumt erbost, als er die Affäre seiner attraktiven Frau Jennifer (Embeth Davidtz) entdeckt, wie einst Hitchcock vom perfekten Mord. Aber Jennifer überlebt die Schüsse schwer verletzt und Crawford gesteht seine Schuld.

Der aufstrebende Anwalt Beachum ist überzeugt, dass Crawford seine schöne Frau umbringen wollte (Foto: Warner) Großansicht

Der aufstrebende Anwalt Beachum ist überzeugt, dass Crawford seine schöne Frau umbringen wollte (Foto: Warner)

Gnadenloser Kampf mit allen Winkelzügen

Doch Detective Rob Nunally (Billy Burke) ist entsetzt - Jennifer ist seine Geliebte, die ihre Identität stets vor ihm verbarg. Die vermeintlich todsichere Anklage übernimmt Willy Beachum (Ryan Gosling), der Gehilfe des Bezirksstaatsanwalts (David Strathairn). Nur ist Crawfords Geständnis nicht wasserdicht. Damit aber wäre Beachums Fall geplatzt - inakzeptabel für den Karriereanwalt, der seiner Vorgesetzten Nikki (Rosamund Pike), mit der er eine Affäre hat, imponieren will.

Crawford zwingt ihn zu einem gnadenlosen Duell mit allen Fallen und Winkelzügen, bei dem Baechums ethische Grundsätze ins Wanken geraten und er eine erschütternde Wahrheit entdeckt. Als teuflisches Spiel entpuppt sich das mit Starpower und harten Psychotricks versehene Gerichtsdrama, das allerhand Thrillerqualitäten besitzt und zum psychologisch genau beobachteten, schonungslosen Kräftemessen zweier verschlagener Gegner wird.

Das perfekte Verbrechen

Smartes Gerichtsdrama mit subtiler Thrillerspannung über ein (Fern-)Duell von Staatsanwalt Ryan Gosling mit Mörder Anthony Hopkins, dem seine Tat in dem modernen Film Noir nicht nachgewiesen werden kann.

Wie in seinem Erfolg "Zwielicht" von 1996 vereint Gregory Hoblit einen Alt- und Jungstar vor Gericht, um eine Moralstudie anzuzetteln; nur steht diesmal die Schuld des Angeklagten von vorneherein fest. Ein Verbrechen aus Leidenschaft, eiskalt geplant und vollstreckt, begeht der schwerreiche Ingenieur Ted Crawford (Hopkins), als er die Affäre seiner halb so alten Frau Jennifer (Embeth Davidtz) entdeckt. Er schießt ihr aus kurzer Distanz in den Kopf, täuscht der anrückenden Polizei eine Geiselnahme vor und gestattet nur Detective Rob Nunally (Billy Burke) in seine Villa einzutreten. Ein Schock für Nunally - er ist Jennifers Lover, ohne deren Namen oder Wohnort zu kennen. Sein Schmerz wird leider kaum erfahrbar, ähnlich wie Hoblit zunächst keine Notiz vom im Koma liegenden Opfer nimmt.

Nunally verhaftet den geständigen Crawford. Doch das ist nur der Anfang von dessen Racheplan. Die scheinbar wasserdichte Anklage übernimmt als lästigen letzten Pflichtfall vor dem großen Karrieresprung, der ihn auch ins Schlafzimmer von Anwältin Nikki Gardner (Rosamund Pike) führt, Willy Beachum (Gosling als cleverer Karrierist). Er unterschätzt den sich selbst verteidigenden Crawford fahrlässig und ist zu abgelenkt, um die Fallen zu erkennen, in die er blind tappt. Der Moment, als ihn Crawford mit der Offenlegung des Verhältnisses von Hauptzeuge Nunally blamiert, ist von amüsanter Häme. Da sich obendrein partout keine Mordwaffe finden lässt, zieht sein Chef (nüchtern: David Strathairn) ihn vom Fall ab, was zu humorvollen Pointen führt und Beachums Ehrgefühl verletzt. Nur zu gerne möchte er den Spieß umdrehen und setzt damit Karriere und Liebschaft aufs Spiel. Da bietet ihm Nunally gefälschte Beweise an - die einzige Möglichkeit, den Mörder zu belangen.

Ein CSI-Team hätte den Fall womöglich im Handumdrehen gelöst. Hier dient die durchaus glaubwürdige Konstruktion, frei nach Hitchcock, als eine Reflexion über Karriere, Rache, Macht und Moral. Eingebettet ist das Ganze in eine trügerisch-glatte Noir-Oberfläche. Vorgelagert ist ein famoses Katz-und-Maus-Spiel zwischen Hopkins und Gosling, das selten vor Gericht und zumeist als Fernduell stattfindet. Hopkins Auftritte sind dabei ein wahres Spektakel; sein charmant-intelligenter Soziopath erinnert nicht von ungefähr an seinen Part als Hannibal Lecter. Aber auch Gosling braucht sich nicht zu verstecken, er hat die nötige Ausstrahlung und Fähigkeit. Symbol für Crawfords vertrackten Mordplan, aber auch sein Scheitern, ist eine kunstvolle Apparatur, die Rube-Goldberg-Maschine, in der Glasmurmeln durch ein kompliziertes Labyrinth aus Messingrollbahnen laufen. Ein mondäner Stoff fast wie von David Mamet, der sein seriöses Konzept nicht an sensationslüsterne Effekte verkauft und so mit anspruchsvollem Kino alter Schule überzeugt. tk.

Darsteller:  Sir Anthony Hopkins   als Ted Crawford
  Ryan Gosling   als Willy Beachum
  David Strathairn   als Leo Lobruto
  Billy Burke   als Rob Nunally
  Rosamund Pike   als Nikki Gardner
  Embeth Davidtz   als Jennifer Crawford
  Cliff Curtis   als Detective Flores
  Fiona Shaw   als Richter Robinson
  Bob Gunton   als Richter Frank Gardner
  Josh Stamberg   als Norman Foster
  Xander Berkeley   als Richter Moran
  Zoe Kazan   als Mona
  Carlos Cervantes   als Ciro
 
Regie:  Gregory Hoblit  
Buch:  David Pyne  
  Glenn Gers  
Musik:  Mychael Danna  
  Jeff Danna  
Kamera:  Kramer Morgenthau  
Produzent:  Charles Weinstock  
 

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