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Das Schloss

Radikale Adaption von Franz Kafkas gleichnamigem Roman.


Das Schloss

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Erhältlich seit:
19.09.2005

Originaltitel: Das Schloß

Drama

Österreich/Deutschland 1996
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12

Ulrich Mühe
Susanne Lothar
Frank Giering

Regie: Michael Haneke
absolut MEDIEN

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Radikale Adaption des Kafka-Romans von Michael Haneke. Eisige Bilder und herausragende Darsteller sorgen dafür, dass der labyrinthische Stoff als eiskalte Utopie der Vergeblichkeit in Erinnerung bleibt. Einziger Rettungsanker: Udo Samels warme, sonore Erzählstimme, die die Kälte der Bilder wenigstens ein bisschen abschwächt.

Quelle: musikwoche.de

Es war nur eine Frage der Zeit bis Michael Haneke auf Franz Kafka stieß, der düstere Filmer auf den noch düstereren Sprachkünstler. Das ausweglose Schicksal des Landvermessers K., der sich erfolglos bemüht, ins Schloß vorgelassen zu werden, enthüllt die kongeniale Verwandtschaft der beiden. Mit eisigen, nachtschweren Bildern verwandelt Haneke Kafkas letzten Roman in eine kalte Utopie der Vergeblichkeit, deren unerbittliche Mechanik nur durch die sonore Erzählstimme Udo Samels gemildert wird.

In einer Winternacht kommt K. im Dorf an. Seine Auskunft, er sei zum Landvermessen bestellt, wird mit Skepsis quittiert. Ein Bote überbringt eine Nachricht, zwei Gehilfen stellen sich ein, doch kein Weg führt ins Schloß. Der Gemeindevorsteher erklärt K.s Berufung als Verwaltungsirrtum, der Lehrer stellt ihn schließlich als Schuldiener an. K. macht sich Schankkellnerin Frieda (Susanne Lothar) gefügig, um über sie an den Beamten Klamm heranzukommen. Doch je mehr sich K. bemüht, desto weiter entfernt er sich von seinem Ziel und bleibt, was er bei seiner Ankunft war, ein geduldeter Fremder. Als er irgendwann endlich zu einer Unterredung beordert wird, im falschen Zimmer aber vor Erschöpfung einschläft, überhört er den Hinweis, daß das Amt in einer solchen Situation jede Bitte erfüllen würde.

Das abrupte Ende des labyrinthischen Romans, über das ganze Generationen von Interpreten gerätselt haben, erlaubt Haneke, seine fragmentarische Erzählweise beizubehalten. Kafkas ruheloses, immer neu ansetzendes Kreisen schildert er als einzelne Episoden, die durch schwarze Zwischenblenden getrennt sind. Das ständige Warten und der irritierende Zeitstillstand verdichten sich so zu einer ewigen Frostnacht, die nicht nur K., sondern auch dem Zuschauer in die Knochen jagt. In der bis an die Grenze des physischen Zusammenbruchs der Schauspieler getriebenen "Vereisung" ihrer Gesichter im Schneesturm findet Haneke immer wieder klirrende Bilder der Isolation und Kommunikationslosigkeit, klingen in 123 atemlosen Minuten viele seiner bekannten Themen an. Neben der frappierenden Werktreue aber trägt vor allem die erlesene Auswahl der Darsteller (u.a. mit André Eisermann, Otto Gründmandl, Nikolaus Paryla) zur brillanten Geschlossenheit dieser Adaption bei, in der ein herausragender Ulrich Mühe der Figur des K. überraschend viele Kanten abgewinnt.

Im gegenwärtigen Boom der Literaturverfilmungen sollte diese radikale Anverwandlung nicht nur Kafka- und Haneke-Fans begeistern, sondern auch bei jenen Anklang finden, die ansonsten eher üppige Farbenpracht schätzen.led.

Der Landvermesser K. wird von seiner Behörde in ein Dorf verschickt, um dort seinen Dienst anzutreten. Doch dort weiß keiner etwas von dieser Versetzung. K. versucht, in das Schloss, dem Sitz der offensichtlich übergeordneten Verwaltung, vorzudringen. Doch man lässt ihn nicht herein. Im Dorfwirtshaus warten zwei angebliche Gehilfen, die nichts von seinem Beruf verstehen. K. versucht weiter, seine Arbeitssituation zu klären. Umsonst - alles, was er unternimmt, führt ins Leere. Telefonleitungen sind tot, Mittelsmänner wie Barnabas entpuppen sich als Spitzel einer unbekannten Macht, der Gemeindevorsteher lässt ihn auflaufen, das Schankmädchen Frieda, in das er sich verliebt, spielt wie die Wirtin anscheinend ein undurchsichtiges Spiel mit ihm. Der Sekretär Erlanger holt K. zu einem Verhör, in dem er zu einem Schuldigen ohne Tat gestempelt wird. K. verliert sich in einem Labyrinth von Fakten, die sich als Fiktionen erweisen und umgekehrt.

Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung; Nominierung für den Adolf Grimme Preis

Quelle: absolut Medien

Interview mit Michael Haneke - franz. O-Ton

Quelle: absolut Medien

Darsteller:  Ulrich Mühe   als K.
  Susanne Lothar   als Frieda
  Frank Giering   als Artur
  Felix Eitner   als Jeremias
  Nikolaus Paryla   als Vorsteher
  André Eisermann   als Barnabas
  Dörte Lyssewski   als Olga
  Inga Busch   als Amalia
  Norbert Schwientek   als Bürgel
  Hans Diehl   als Erlanger
  Birgit Linauer   als Pepi
  Branko Samarovski   als Herrenhofwirt
  Ortrud Beginnen   als Brückenwirtin
  Otto Gründmandl   als Brückenwirt
  Johannes Silberschneider   als Lehrer
  Paulus Manker   als Momus
  Martin Brambach   als Schwarzer
  Wolfram Berger   als Gerstäcker
  Conradin Blum   als Hans
  Monica Bleibtreu   als Lehrerin
  Ulrike Kaufmann  
  Joachim Unmack  
  Lisa Schlegel  
  Hermann Fritz  
  Udo Samel   als Erzähler
 
Regie:  Michael Haneke  
Buch:  Michael Haneke  
Kamera:  Jiri Stibr  
Produzent:  Prof. Dr. Veit Heiduschka  
 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Ulrich Mühe

Der starke Sanfte. Ulrich Mühe nimmt sich stets zurück, zeigt Würde, Ruhe und Beherrschung, ohne zwanghaft, verklemmt oder neurotisch zu wirken....

 

Star

Susanne Lothar

Das Hauptgewicht ihrer Arbeit liegt auf der Bühne. Susanne Lothar hat im Lauf ihrer Theaterkarriere praktisch alle wichtigen Bühnenpreise...