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Das süße Jenseits

In Cannes prämiertes, einfühlsames, psychologisch-subtil ausbalanciertesDrama mit intensiver Bilderwelt.


Das süße Jenseits

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Erhältlich seit:
12.10.2007

Originaltitel: The Sweet Hereafter

Drama

Kanada 1997
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12

Sir Ian Holm
Sarah Polley
Bruce Greenwood

Regie: Atom Egoyan
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Das süße Jenseits

Bei einem Busunfall kommen 14 Kinder der Kleinstadt Sam Dent ums Leben. Die verzweifelten Eltern hadern mit ihrem Schicksal und fragen sich, ob sie die Tragödie jemals verwinden werden. Wenig später taucht der Großstadt-Anwalt Mitchell Stephens auf, spricht von Schadensersatzklagen und zieht sich so den Haß der Bewohner zu. Eine Atmosphäre von Mißtrauen und Zweifel entsteht und entzweit die Trauernden. Erst die mutige Zeugenaussage der seit dem Unglück querschnittsgelähmten Nicole versöhnt die Parteien wieder.

Der kanadische Regisseur Atom Egoyan ("Exotica") reflektiert hier über das Schicksal an sich und darüber, wie Menschen versuchen, nach großen Tragödien die Kraft zum Weiterleben zu finden. Angelehnt an die Parabel vom Rattenfänger von Hameln - Ian Holm als durchtriebener Jurist spielt diesen modernen Verführer mit eisiger Präsenz - lotet der Drehbuchautor und Regisseur seelische Abgründe aus. Komplex in der Erzählstruktur, virtuos im Spiel mit den Zeitebenen und vorzüglich fotografiert, wurde "Das süße Jenseits" 1997 in Cannes mit dem großen Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Eine intellektuell-cineastische Herausforderung.

Das süße Jenseits

Eine furchtbare Tragödie stürzt die Bewohner einer Kleinstadt in Trauer, Wut und Hilflosigkeit. "Das süße Danach", jener Ort für die, die Frieden mit ihrem Schicksal gemacht haben, bleibt unterm Eis verborgen in diesem starken, unterkühlten Drama des Kanadiers Atom Egoyan, der dafür in Cannes mit dem Großen Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde.

Erst allmählich läßt Egoyan den Zuschauer ahnen, was passiert ist in dem tiefverschneiten kanadischen Örtchen Sam Dent, in das der Großstadt-Anwalt Mitchell Stephens (Ian Holm) gefahren kommt. Stephens bietet den Bewohnern seinen juristischen Beistand an: er will die Herstellerfirma des Schulbusses auf Schadensersatz verklagen, der bei einem schrecklichen Unfall ins Eis eingebrochen ist und bis auf ein Mädchen alle Kinder des Städtchens in den Tod gerissen hat. Die Reaktion der trauernden Eltern auf sein Angebot ist zurückhaltend bis feindselig. Niemand will die frischen Wunden wieder aufreißen oder Profit aus dem Unglück schlagen. Mit viel Geduld gelingt es Stephens, zwei Familien für sich zu gewinnen und mehr über den Unfall und die Bewohner zu erfahren.

Atom Egoyan ist sich des emotionalen Potentials der Geschichte bewußt. Sorgfältig vermeidet er, den Zuschauer direkt durch den Tränensee zu führen. Wie schon in "Exotica" und "Der Schätzer" entwirft der Regisseur, der den gleichnamigen Roman von Russell Banks auch selbst für die Leinwand adaptierte, eine ungeheuer komplexe, symmetrische Erzählstruktur, innerhalb derer die Figuren eingesperrt und auf der Suche nach einem Ausweg sind. Hin und her springt die Handlung auf verschiedenen Zeitebenen, und es ist der architektonischen Brillianz des Regisseurs zu verdanken, daß der Film dabei keinen Moment zerfahren wirkt. Anders als im Roman, in dem die Bewohner von Sam Dent der Reihe nach ihre Erlebnisse schildern, hat Egoyan den Anwalt als zentrale Figur gewählt. Dessen Leidenschaft für diesen Fall rührt daher, daß er selbst seine Tochter verloren hat: an Drogen und, wie wir später erfahren, dadurch auch an Aids. Die Stricke, die Stephens noch ans Leben binden, sind ebenso gespannt wie die seiner Klienten. Ian Holm spielt diese Rolle mit großer Eindringlichkeit. Hinter seinem maskenhaften Gesicht dräuen und gären die mühsam kontrollierten Gefühle.

Doch es geht nicht so sehr um persönliches Leid in "The Sweet Hereafter", sondern um eine Reflexion über das Schicksal an sich - das hier durch die Parabel vom Rattenfänger von Hameln, der die Kinder wegholte, personifiziert wird - und darum, wie die Menschen versuchen, in ihren engen Käfigen des Leids die Kraft zum Weiterleben zu finden. Und Egoyan zweifelt eigentlich keinen Augenblick daran, daß am Ende eines jeden Weges, mag er auch noch so sehr von Tragik überschattet sein, jenes "Süße Danach" wartet. Ihn interessieren, und daraus zieht der Film wie beiläufig seine stärkste dramatische Wirkung, vor allem die Abgründe und Schicksalsbande, die durch das schlimme Ereignis erst freigelegt werden: das (durch ein einziges Bild enorm wirkungsvoll angedeutete) inzestuöse Verhältnis eines Vaters mit seiner halbwüchsigen Tochter entscheidet schließlich über das weitere Geschehen. evo.

Das süße Jenseits

Der wohlgeordnete Alltag in einer Kleinstadt wird abrupt zerstört: bei einem Busunfall verlieren 14 Kinder ihre Leben. Als ein Anwalt einige Eltern zur Schadenersatzklage überredet, kommt es zwischen den Betroffenen zu Zwietracht. Die Überlebende Nicole will die Gemeinde versöhnen ...
In Cannes ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury, dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik und dem Preis der ökumenischen Jury. Auf dem Toronto International Film Festival in die Liste der zehn besten kanadischen Filme aller Zeiten gewählt.

Ein berührendes und geschickt inszeniertes Drama um den Umgang mit Verlust und Trauer.

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Sir Ian Holm   als Mitchell Stephens
  Sarah Polley   als Nicole Burnell
  Bruce Greenwood   als Billy Ansell
  Tom McCamus   als Sam Burnell
  Arsinée Khanjian   als Wanda Otto
  Alberta Watson   als Risa Walker
  Gabrielle Rose  
  Maury Chaykin  
  Brooke Johnson  
  Earl Pastko  
  David Hemblen  
  Stephanie Morgenstern  
  Peter Donaldson  
  Caerthan Banks  
 
Regie:  Atom Egoyan  
Buch:  Atom Egoyan  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Paul Sarossy  
Produzent:  Atom Egoyan  
  Camelia Frieberg  
 

Das süße Jenseits in der Fotoshow

 

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Features

 

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Sir Ian Holm

Der Rechtsanwalt, der in "Das süße Jenseits" in eine kleine kanadische Gemeinde einfällt, um die Einwohner zu einer Schadensersatzklage gegen...

 

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Sarah Polley

Vom kanadischen Kinderstar zur Charakterdarstellerin, der Regisseurin Isabel Coixet wegen ihrer Wandlungsfähigkeit die Rolle der Hanna in "Das...