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Das Versprechen

Sean Penns Verfilmung von Friedrich Dürrenmatts "Das Versprechen", in dem ein pensionierter Cop auf eigene Faust nach einem Sexualmörder fahndet.


Das Versprechen

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Erhältlich seit:
12.04.2002

Originaltitel: The Pledge

Drama/ Thriller

USA 2000
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12

Jack Nicholson
Patricia Clarkson
Benicio Del Toro

Regie: Sean Penn
Warner Home Video Germany

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Das Versprechen

Ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag muss Detective Jerry Black noch einmal ran. Als er am Tatort auftaucht, wird er mit einem Sexualmord an einem achtjährigen Mädchen konfrontiert. Von dieser Bluttat zutiefst schockiert, schwört er den Eltern, nicht eher zu ruhen als bis der Mörder dingfest gemacht worden ist. Schon kurze Zeit später präsentiert die Polizei einen Verdächtigen, der allerdings Selbstmord begeht. Jerry ist von dessen Unschuld überzeugt, ermittelt auf eigene Faust weiter und macht einige überraschende Entdeckungen.

Mit seiner dritten Regiearbeit nach "Indian Runner" und "Crossing Guard" zeigt sich Schauspieler Sean Penn in Bestform. Seine Adaption von Friedrich Dürrenmatts Roman "Der Verdacht" ist ein düsterer Psycho-Thriller, der geschickt mit den Regeln des Genres spielt. Gleichzeitig zeichnet Penn das präzise Psychogramm eines Mannes am Abgrund. Nicht nur dank eines gigantischen Hauptdarstellers (Jack Nicholson) und tollen Nebenakteuren (Robin Wright Penn, Benicio Del Toro) ist ein Überraschungserfolg ein filmisches Kleinod.

Das Versprechen

Für seine dritte Regiearbeit wählte Schauspieler Sean Penn ("Der schmale Grat") den verstörenden Kriminalroman "Das Versprechen" des Schweizers Friedrich Dürrenmatt als Vorlage. Wie schon in Penns letztem Film, "Crossing Guard" aus dem Jahr 1995, übernimmt der dreifache Oscar-Preisträger Jack Nicholson die Hauptrolle und spielt in seinem ersten Filmauftritt seit der Galavorstellung in "Besser geht's nicht" einen Polizeidetektiv im Ruhestand, dessen verbissene Suche nach dem Killer kleiner Mädchen zur selbstzerstörerischen Obsession gerät. Zunächst als Beitrag für die Berlinale vorgesehen, verhinderten Rechtsstreitigkeiten zwischen Intertainment und Franchise die Aufführung. Jetzt wird er in Cannes gezeigt.

Es ist dies nicht das erstemal, dass Dürrenmatts Originaldrehbuch "Es geschah am hellichten Tag" (auf dem sein Buch basiert) adaptiert wurde. 1958 schlüpfte Heinz Rühmann in die Rolle des seelisch gemarterten Kommisars, und 1996 wurde eine von Bernd Eichinger produzierte TV-Version mit Joachim Krol in der Hauptrolle im Rahmen der German-Classics-Reihe von Sat 1 ausgestrahlt. Ohne die deutschen Adaptionen herabzuwürdigen, darf Penns Interpretation wohl als die deprimierendste und drastischste gelten. Der in stark ausgeblichenen Farben aufgenommene Prolog zeigt den Protagonisten, der heruntergekommen mit einer Whiskeyflasche in der Hand deliriert, während schwarze Vögel unheilvoll über ihm kreisen. In Rückblenden wird in Folge erzählt, was ihn in diesen jämmerlichen Zustand vesetzt hat. Detective Jerry Black verbleiben nur noch wenige Stunden im Dienst, als seine Abschiedsparty mit den Neuigkeiten eines bestialischen Mordes an einem achtjährigen Mädchen unterbrochen wird. Da keiner der Beamten es übers Herz gebracht hat, die Eltern zu informieren, übernimmt Jerry die Überbringung der Hiobsbotschaft - ausgerechnet inmitten eines riesigen Truthahnstalls, wobei Penn mit der Schlachtvieh-Assoziation ein unauslöschliches Bild kreiert. Bei der "Erlösung seiner Seele" schwört Jerry der verzweifelten Mutter, dass er den Mörder ihrer Tochter finden wird. Schon bald wird ein geistig behinderter Indianer ("Traffic"-Star Benicio Del Toro kaum zu erkennen) verhaftet, der nach seinem Geständnis einen dramatischen Selbstmord begeht. Jerry hegt jedoch seine Zweifel an dessen Schuld. Seine Nachforschungen lassen ihn unter anderem mit Vanessa Redgrave als Großmutter des Opfers, Mickey Rourke als Vater eines weiteren Opfers und Helen Mirren als Psychologin in Kontakt kommen. Jerry kauft sich in der Umgebung, in der er den wahren Killer vermutet, eine alte Tankstelle und beginnt eine Beziehung mit der misshandelten Bedienung Lori (Robin Wright Penn perfekt als vom harten Leben gezeichnete Frau). Ihre kleine Tochter passt genau ins Opferschema, und Jerry benutzt sie als Lockvogel für den Täter. Doch das Finale hält eine typische Ironie des Schicksals parat.

Nicholson porträtiert den steilen Absturz vom respektierten Detective zum lächerlichen "Säufer und Clown" mit bestechender Zurückhaltung und Nuancierung. Die zunehmende Obsession seiner Figur spiegelt sich in erhöhtem Nikotin- und Alkoholkonsum und Artikulationsschwierigkeiten wider. Im Gegensatz zu gängigen Hollywood-Produktionen nimmt sich Penn Zeit, seine Geschichte, eine an sich erschütternde Tragödie, zu erzählen und entwickelt sein eigenes bedächtiges Tempo. Er zeichnet moralisch komplexe Figuren und kann dabei selbst für kleinste Nebenrollen auf ein eindrucksvolles Ensemble zurückgreifen. Der zumeist triste Look des Films (Aufnahmen eines kalt-toten Winters wechseln mit denen eines staubig-desolaten Sommer) unterstreicht die düster-paranoide Atmosphäre des packenden Psychogramms. ara.

Darsteller:  Jack Nicholson   als Jerry Black
  Patricia Clarkson   als Margaret Larsen
  Benicio Del Toro   als Toby Jay Wadenah
  Dale Dickey   als Strom
  Aaron Eckhart   als Stan Krolak
  Costas Mandylor   als Monash Deputy
  Helen Mirren   als Ärztin
  Tom Noonan   als Gary Jackson
  Michael O'Keefe   als Duane Larsen
  Robin Wright   als Lori
  Vanessa Redgrave   als Annalise Hansen
  Pauline Roberts   als Chrissy
  Mickey Rourke   als Jim Olstad
  Sam Shepard   als Eric Pollack
  Lois Smith   als Helen Jackson
  Harry Dean Stanton   als Floyd Cage
  Brittany Tiplady   als Becky Fiske
  Lucy Schmidt   als Alma Cage
  Eileen Ryan   als Jean
  Taryn Knowles   als Ginny Larsen
  Nels Lennarson   als Hank
 
Regie:  Sean Penn  
Buch:  Jerzy Kromolowski  
  Mary Olson-Kromolowski  
Musik:  Hans Zimmer  
  Klaus Badelt  
Kamera:  Chris Menges  
Produzent:  Michael Fitzgerald  
  Sean Penn  
  Elie Samaha  
 

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