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Das weiße Rauschen

Berührende Geschichte eines jungen Mannes, der an psychotischen Schüben leidet, mit der DV-Kamera eerzählt.


Das weiße Rauschen

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Erhältlich seit:
12.12.2002

Originaltitel: Das weiße Rauschen

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12

Daniel Brühl
Anabelle Lachatte
Patrick Joswig

Regie: Hans Weingartner, ...
Warner Home Video Germany

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Das weiße Rauschen

Lukas zieht vom Land zu seiner Schwester Kati nach Köln. Abenteuerhungrig stürzt sich der 21-Jährige in sein neues Leben und nimmt vom Kiffen mit den WG-Bewohnern bis hin zu exzessiven Disconächten alles an Entertainment mit, was die Stadt zu bieten hat. Bis er eines Tages einen Trip einwirft, der sein Leben von Grund auf umkrempelt. Er beginnt, Stimmen in seinem Kopf zu hören und leidet unter Verfolgungswahn. Paranoide Schizophrenie heißt die Krankheit, deren langwierige Bekämpfung Lukas bis an Spaniens Küste führen wird.

Hans Weingartner zeichnet in seinem Abschlussfilm der Kölner Kunsthochschule das einfühlsame Porträt eines Ertrinkenden, dessen Hilfeschreie vor lauter Partygedröhn nicht wahrgenommen werden. Ausnahmetalent Daniel Brühl verkörpert den eisern gegen die Krankheit ankämpfenden Lukas äußerst intensiv. Weingartner führte seine Digitalkamera selbst und schafft mit den schnörkellosen Bildern eine fast dokumentarisch anmutende Nähe zu seinem Protagonisten, die besonders beim jungen Arthouse-Publikum Anklang finden dürfte.

Das weiße Rauschen

Die ungewöhnliche Geschichte eines jungen Mannes, der an psychotischen Schüben leidet, erzählt Hans Weingartner in seinem Abschlussfilm der Kunsthochschule für Medien in Köln. Daniel Brühl in der Hauptrolle profiliert sich als nuancenreicher Darsteller, der sich in dem improvisatorischen Erzählstil der DV-Kamera überzeugend behauptet. Ein vorwiegend junges Publikum mit einer Vorliebe für persönliche Geschichten ist wohl die beste Zielgruppe für diesen Film, der sich darüber hinaus aber gerade auch an die Erwachsenen wendet und auch sie zu aufmerksamer Kommunikation auffordert.

Der oft genug gedankenlose und deshalb ungenaue Umgang miteinander kann Menschen in Situationen bringen, in denen die Hilfe, die sie brauchen, nicht erkannt wird. Hans Weingartner ist so einer Erfahrung nachgegangen und fabuliert sie in einer spannenden Abenteuergeschichte mit jungen Leuten in einer heutigen Großstadt. Keine Sekunde wird der Film zum papierenen Krankheitsprotokoll. Lukas (Daniel Brühl) zieht vom Land in die Stadt, nach Köln zu seiner älteren Schwester Kati (beeindruckend: Anabelle Lachatte). Erfüllt von einer unbändigen Neugier aufs Leben, stürzt Lukas sich hinein in alles, was für ihn neu und worauf er besonders gespannt ist. Gleich zur Begrüßung lädt ihn Katis Mitbewohner zum fröhlichen Kiffen ein. Das Nachtleben steht als nächstes auf dem Programm. Lukas genießt die neue Freiheit und das neue Ambiente - bis er plötzlich nach einem Trip Stimmen zu hören beginnt und sich verfolgt fühlt. Von da an ist nichts mehr so, wie es war.

Weingartner, der auch das Drehbuch schrieb und selbst die digitale Kamera führte bezieht den Zuschauer mit den dokumentarisch anmutenden Bildern immer unmittelbarer in die Geschichte mit ein, macht ihn zum Zeugen und impliziert damit auch unmerklich die Frage an jeden einzelnen, ob er und wie er in der Realität reagiert hätte. Lukas beginnt sich abzusondern, schließt sich in seinem Zimmer ein, stürzt sich in einer psychotischen Phase aus dem Fenster und landet in der Psychatrie. Nach seiner Entlassung versucht er, ins normale Leben zurückzukommen und gerät in die Gesellschaft einer Gruppe von jungen Leuten, die mit ihren Kleinbussen durch die Lande ziehen und ihn mitnehmen bis an die spanische Atlantikküste ins schöne und wilde San Sebastian. Plötzlich wird Weingartners Film zum abenteuerlichen Roadmovie mit wunderbar sinnlichen Bildern der sich brechenden Brandungswellen und kraftvoll gigantischen Schaumkronen am zerklüfteten baskischen Strand. Diese visuelle Sinnlichkeit lässt der oft allzu skizzenhaft gedrehte Film ansonsten ein wenig vermissen. Dafür berühren die lebendige Präsenz der Darsteller und der unprätentiös direkte Erzählstil, der Identifikation und Miterleben möglich macht. fh.

Darsteller:  Daniel Brühl   als Lukas Delius
  Anabelle Lachatte   als Kati Delius
  Patrick Joswig   als Jochen
  Michael Schütz   als Psychiater
  Katharina Schüttler   als das Kinodate
  Karl Danguillier  
  Ilse Strambowski   als Kinokassiererin
  Ralf Wolf  
  Eno Hunniger  
  Michael Lentz   als Opa
 
Regie:  Hans Weingartner  
  Tobias Amann  
Buch:  Hans Weingartner  
  Tobias Amann  
  Matthias Schellenberg  
  Katrin Blum  
Musik:  Andreas Wodraschke  
  Marek Goldowski  
Kamera:  Matthias Schellenberg  
  Hans Weingartner  
  Tobias Amann  
Produzent:  Annette Pisacane  

Deutscher Filmpreis, die 52te

Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.

Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.

Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.

Die Nominierungen

Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".

Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"

Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"

Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"

Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".

Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".

Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"

Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".

2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.

Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

 

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