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Erhältlich seit:
21.05.2010
Originaltitel: Das Wunder von Bern
Deutschland 2003
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 6
Louis Klamroth
Peter Lohmeyer
Lucas Gregorowicz
Regie: Sönke Wortmann
Senator Home Entertainment

Wenn schon kein Ruck durchs Land gehen will, dann zeigt wenigstens der deutsche Film, wie es geht: Sönke Wortmanns Leib- und Magenprojekt "Das Wunder von Bern" hat nur vordergründig den Triumph der deutschen Kicker bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz zum Thema. Begleitet, kommentiert und wirkungsvoll emotionalisiert durch die unerwarteten Erfolge der Ballkünstler um Sepp Herberger, erzählt Wortmanns mühelos bester und bewegendster Film seit zehn Jahren vor allem von archetypischen Schicksalen in Nachkriegsdeutschland, festgemacht an der packenden Geschichte eines desillusionierten Kriegsheimkehrers und dessen fußballbegeisterten Sohnes, die sich vom Ruhrpott aus auf den Weg zum legendären Wankdorf-Stadion machen und zu sich selbst finden.
Vier Jahre ist es her, dass der Vorreiter des Neuen deutschen Erfolgskinos der neunziger Jahre ("Der bewegte Mann", "Das Superweib") mit dem ambitionierten, aber unglücklichen Episodenfilm "St. Pauli Nacht" zuletzt einen Film in die Kinos schickte (sein in der Zwischenzeit entstandener US-Ausflug "Der Himmel von Hollywood" ist nach wie vor unveröffentlicht). Wenn man nun "Das Wunder von Bern" in seiner ganzen zweistündigen Pracht sieht, dann lässt sich nicht nur die ganze Mühe und Sorgfalt erkennen, die in der von Little Shark und Senator gestemmten 7,3-Mio.-Euro-Produktion steckt. Man entdeckt auch eine Kulmination des bisherigen Schaffens von Wortmann, der hier nicht nur seinen ausgeprägten Sinn für Figuren und Timing einbringen kann, sondern auch die von der Filmkritik lange eingeforderte Leidenschaft, die er seit "Kleine Haie" bisweilen vermissen ließ, auflodern lässt: Wunderbare Charakterzeichnungen gelingen ihm ebenso wie die schönsten, am besten beobachteten Szenen seiner Karriere (vor allem die von Kindern nachgespielte Partie, während man den zugehörigen Radikommentar hört, ist hinreißend), deren Detailliebe ebenso überzeugt wie ihr warmer Humor. Und in den - in weiser Voraussicht, ein "reiner" Fußballfilm könne das kommerzielle Potenzial des Films mindern - knapp gehaltenen Fußballszenen entwickelt der Regisseur eine in seinem bisherigen Schaffen nicht gekannte Dynamik und Filmbilder, an die man sich erinnert. Unverkennbar, dass der deutsche Volkssport Nummer eins Wortmann ebenso am Herzen liegt, wie der Ruhrpott und seine Menschen, denen er mit seinem Film als Sinnbild für den Wiederaufbau nach entbehrungsreicher Zeit auch ein Denkmal setzt.
Entsprechend entfaltet sich die Geschichte auch dreigeteilt. Zum einen folgt man Sepp Herberger, seinem Kapitän Fritz Walter und ihren Mannen durch Vorbereitung, erste Überraschungen und Dämpfer beim Turnier bis zum Finale gegen die vermeintlich unbesiegbaren Ungarn in Bern. Doch wichtiger, weil komplexer, unvorhersehbarer und daher auch spannender (dass Deutschland das Finale dank Helmut Rahn gewinnt, ist kein Geheimnis), ist die parallel angesiedelte Ballade der Essener Bergarbeiterfamilie Lubanski, die seit elf Jahren ohne ihren Ernährer Richard (Peter Lohmeyer) auskommen muss. Hier richtet sich der Fokus auf den schüchternen Matthias (ganz vorzüglich gespielt von Lohmeyers Sohn Louis Klamroth), der als Balljunge eine Art Ersatzvater in dem Kicker Rahn gefunden hat. Als Richard nach zehnjähriger Kriegsgefangenschaft zurück nach Hause kehrt, hat er mit schwersten Identitätskrisen zu kämpfen, die auch das Familiengefüge belasten: Vor allem Matthias hat unter der unsicheren Autorität des Vaters zu leiden, und erst über den Fußball finden die beiden Fremden langsam zueinander. Was potenziell bleischwer hätte werden können, hält Wortmann in Momenten fest, die so sehr fesseln, dass jedem im Publikum klar ist, dass sich das eigentliche "Wunder von Bern" nicht auf dem Rasen abspielt, sondern in dem klapprigen Auto, in dem Vater und Sohn gen Schweiz zuckeln. Alldieweil sorgen ein Sportjournalist dessen Ehefrau (Lucas Gregorowicz und Katarina Wackernagel) im Stadionrund für befreiende Komik und die nötigen Hintergrundinfos zum Turnierverlauf.
Durch die Dreiteilung gelingt Sönke Wortmann die Quadratur des Kreises: ein Fußballfilm, in dem es nicht um Fußball geht; ein menschliches Drama, in dem der Sport zum allgegenwärtigen Katalysator für wahrhaftige Emotionen wird. Wenn sich die Fußballer nach ihrem Sieg in den Armen liegen, ist ihre Freude die expressionistische Entsprechung für die innere Freude des kleinen Matthias. Auch wenn am Schluss ein wenig dick aufgetragen wird, wenn der Zug mit den Siegern in den Sonnenaufgang und eine bessere Zukunft fährt, ist "Das Wunder von Bern", diese geschliffene Mischung aus Sirk und von Ambesser, ein Film, der von einem Ereignis unserer Vergangenheit berichtet, aktueller aber gar nicht sein könnte. ts.
Das Ruhrgebiet im Sommer 1954: Nach zehn langen Jahren kehrt Richard Lubanski aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück - und versteht die Welt nicht mehr. Selbstbewusst hat seine Frau Christa die Familie durchgebracht, seine erwachsenen Kinder führen ihr eigenes Leben. Sein jüngster Matthias schwärmt nur für Fußballstars - allen voran Helmut Rahn. Während Lubanski um einen Platz in der ihm fremd gewordenen Welt kämpft, treffen bei der WM in der Schweiz, die weltbesten Fußballmannschaften aufeinander. Wie durch ein Wunder kämpft sich das deutsche Team als krasser Außenseiter bis ins Endspiel gegen Ungarn vor. Jetzt will Matthias unbedingt nach Bern, um seinem Idol Rahn Glück zu bringen. Doch Lubanski ist strikt dagegen. Und so wird der 4 Juli im Jahre 1954 zu einem Schicksalstag, an dem sich alles entscheiden wird...
Quelle: Senator
Interviews, Making Of
Behind the Scenes
Audiokommentar mit Regisseur Sönke Wortmann
Quelle: Senator
| Darsteller: | Louis Klamroth | als Matthias Lubanski | |
|---|---|---|---|
| Peter Lohmeyer | als Richard Lubanski | ||
| Lucas Gregorowicz | als Paul Ackermann | ||
| Katharina Wackernagel | als Annette Ackermann | ||
| Johanna Gastdorf | als Christa Lubanski | ||
| Mirko Lang | als Bruno Lubanski | ||
| Birthe Wolter | als Ingrid Lubanski | ||
| Peter Franke | als Sepp Herberger | ||
| Knut Hartwig | als Fritz Walter | ||
| Sascha Göpel | als Helmut Rahn | ||
| Holger Dexne | als Horst Eckel | ||
| Martin Bretschneider | als Hans Schäfer | ||
| Kai Schäfer | als Werner Kohlmeyer | ||
| Jo Stock | als Toni Turek | ||
| Andreas Barth | als Werner Liebrich | ||
| Simon Verhoeven | als Ottmar Walter | ||
| Sylvester Pezena | als Jupp Posipal | ||
| Jan Holland | als Karl Mai | ||
| Tobias Hartmann | als Max Morlock | ||
| Joachim Kappl | als Adi Dassler | ||
| Andreas "Obel" Obering | als Herbert Zimmermann | ||
| Dirk Szczepaniak | als Berni Klodt | ||
| Christian Leonhard | als Karl-Heinz Metzner | ||
| Gotthard Lange | als Alfred Pfaff | ||
| Matthias Sellmann | als Fritz Laband | ||
| Thomas Stodukla | als Heinz Erhardt | ||
| Jens Busch | als Hans Bauer | ||
| Michael Herkendell | als Richard Herrmann | ||
| Alexander von Moers | als Uli Biesinger | ||
| Thomas Geerlings | als Heinz Kubsch | ||
| Markus Mozin | als Heinz Kwiatkowski | ||
| Torsten Rother | als Paul Mebus | ||
| Regie: | Sönke Wortmann | ||
| Buch: | Sönke Wortmann | ||
| Rochus Hahn | |||
| Musik: | Marcel Barsotti | ||
| Kamera: | Tom Fährmann | ||
| Produzent: | Tom Spieß | ||
| Hanno Huth | |||
| Sönke Wortmann | |||
Das Wunder von Bern in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Englisch
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Interviews, Audiokommentar, Behind the Scenes, Making of
Interviews, Making Of
Behind the Scenes
Audiokommentar mit Regisseur Sönke Wortmann
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Louis Klamroth
Wie der Vater, so der Sohn ... In Sönke Wortmanns Fußballfilm "Das Wunder von Bern" überzeugte Louis Klamroth, geboren am 28. Oktober 1989...
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Peter Lohmeyer
Fußball spielt eine der Hauptrollen in seinem Leben. Insofern war der lange schlaksige Peter Lohmeyer für Regisseur Sönke Wortmann die...
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