VHS Leihvideo

Das Wunder von Bern

Warmherziger Familien-Fußball-Film um einen Jungen, der zwischen seinem Fußballer-Idol und dem aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Vater steht.


Das Wunder von Bern

Leihvideo

Erhältlich seit:
29.04.2004

Originaltitel: Das Wunder von Bern

Drama

Deutschland 2003
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 6

Louis Klamroth
Peter Lohmeyer
Lucas Gregorowicz

Regie: Sönke Wortmann
Universal Pictures Germany

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(4 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Sönke Wortmanns grandios inszeniertes Nachkriegsmelodram singt ein Hohelied auf Fußball, Freundschaft und gelebte Träume.

Ende der Eiszeit zwischen Vater und Sohn (Foto: Senator)

Ende der Eiszeit zwischen Vater und Sohn (Foto: Senator)

Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden. Dies hat Sönke Wortmann, der 1994 mit "Der bewegte Mann" einen der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten schuf, eindrucksvoll bewiesen.

Mit "Das Wunder von Bern" widerlegt er jenes alte Vorteil, Spielfilme über Fußball würden hierzulande niemanden hinter dem Ofen hervorlocken.

Kurioserweise ist sein Werk auch deshalb so spannend, aufregend und mitreißend, weil sich Wortmann als ausgewiesener Fan und Ex-Fußballer - er selbst spielte mit der SpVgg Erkenschwick in der zweiten Bundesliga - zurückgenommen und dafür den Regisseur in sich perfektioniert hat.

Schießt das legendäre 3:2 gegen die Ungarn: Stürmer Helmut Rahn (Mitte) (Foto: Senator)

Schießt das legendäre 3:2 gegen die Ungarn: Stürmer Helmut Rahn (Mitte) (Foto: Senator)

Ein Tor geht um die Welt

Natürlich zelebriert er trotzdem noch einmal jenes Wunder von Bern, als die Deutschen 1954 als krasse Außenseiter im WM-Endspiel Ungarn schlugen und erstmals Fußball-Weltmeister wurden. Aber damit gibt sich der 44-Jährige nicht zufrieden.

Parallel dazu erzählt er auch die (Nachkriegs)Geschichte des elfjährigen Fußball-Fanatikers Matthias Lubanski (Naturtalent: Lohmeyer-Spross Louis Klamroth), der unter der strengen Hand seines vom Krieg traumatisierten Vaters (selten so gut gesehen: Peter Lohmeyer) leidet.

Früh übt sich (Foto: Senator)

Früh übt sich (Foto: Senator)

Fußball verbindet

Und schließlich präsentiert Wortmann noch einen dritten Handlungsstrang, zeigt den aufstrebenden Münchner Sportjournalisten Paul Ackermann (Lucas Gregorowicz), der live von der WM berichten darf. Im Schlepptau befindet sich seine junge Frau Annette (Katharina Wackernagel), die Fußball eigentlich so ganz und gar nicht interessiert, und die dennoch zur heimlichen Komplizin des Bundestrainers wird.

Fazit: "Das Wunder von Bern" ist ein Kinowunder, ein großes Melodram, geschickt gespickt mit schönen Anekdoten, feinem Humor und grandiosem Sport.

Das Wunder von Bern

Wenn schon kein Ruck durchs Land gehen will, dann zeigt wenigstens der deutsche Film, wie es geht: Sönke Wortmanns Leib- und Magenprojekt "Das Wunder von Bern" hat nur vordergründig den Triumph der deutschen Kicker bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz zum Thema. Begleitet, kommentiert und wirkungsvoll emotionalisiert durch die unerwarteten Erfolge der Ballkünstler um Sepp Herberger, erzählt Wortmanns mühelos bester und bewegendster Film seit zehn Jahren vor allem von archetypischen Schicksalen in Nachkriegsdeutschland, festgemacht an der packenden Geschichte eines desillusionierten Kriegsheimkehrers und dessen fußballbegeisterten Sohnes, die sich vom Ruhrpott aus auf den Weg zum legendären Wankdorf-Stadion machen und zu sich selbst finden.

Vier Jahre ist es her, dass der Vorreiter des Neuen deutschen Erfolgskinos der neunziger Jahre ("Der bewegte Mann", "Das Superweib") mit dem ambitionierten, aber unglücklichen Episodenfilm "St. Pauli Nacht" zuletzt einen Film in die Kinos schickte (sein in der Zwischenzeit entstandener US-Ausflug "Der Himmel von Hollywood" ist nach wie vor unveröffentlicht). Wenn man nun "Das Wunder von Bern" in seiner ganzen zweistündigen Pracht sieht, dann lässt sich nicht nur die ganze Mühe und Sorgfalt erkennen, die in der von Little Shark und Senator gestemmten 7,3-Mio.-Euro-Produktion steckt. Man entdeckt auch eine Kulmination des bisherigen Schaffens von Wortmann, der hier nicht nur seinen ausgeprägten Sinn für Figuren und Timing einbringen kann, sondern auch die von der Filmkritik lange eingeforderte Leidenschaft, die er seit "Kleine Haie" bisweilen vermissen ließ, auflodern lässt: Wunderbare Charakterzeichnungen gelingen ihm ebenso wie die schönsten, am besten beobachteten Szenen seiner Karriere (vor allem die von Kindern nachgespielte Partie, während man den zugehörigen Radikommentar hört, ist hinreißend), deren Detailliebe ebenso überzeugt wie ihr warmer Humor. Und in den - in weiser Voraussicht, ein "reiner" Fußballfilm könne das kommerzielle Potenzial des Films mindern - knapp gehaltenen Fußballszenen entwickelt der Regisseur eine in seinem bisherigen Schaffen nicht gekannte Dynamik und Filmbilder, an die man sich erinnert. Unverkennbar, dass der deutsche Volkssport Nummer eins Wortmann ebenso am Herzen liegt, wie der Ruhrpott und seine Menschen, denen er mit seinem Film als Sinnbild für den Wiederaufbau nach entbehrungsreicher Zeit auch ein Denkmal setzt.

Entsprechend entfaltet sich die Geschichte auch dreigeteilt. Zum einen folgt man Sepp Herberger, seinem Kapitän Fritz Walter und ihren Mannen durch Vorbereitung, erste Überraschungen und Dämpfer beim Turnier bis zum Finale gegen die vermeintlich unbesiegbaren Ungarn in Bern. Doch wichtiger, weil komplexer, unvorhersehbarer und daher auch spannender (dass Deutschland das Finale dank Helmut Rahn gewinnt, ist kein Geheimnis), ist die parallel angesiedelte Ballade der Essener Bergarbeiterfamilie Lubanski, die seit elf Jahren ohne ihren Ernährer Richard (Peter Lohmeyer) auskommen muss. Hier richtet sich der Fokus auf den schüchternen Matthias (ganz vorzüglich gespielt von Lohmeyers Sohn Louis Klamroth), der als Balljunge eine Art Ersatzvater in dem Kicker Rahn gefunden hat. Als Richard nach zehnjähriger Kriegsgefangenschaft zurück nach Hause kehrt, hat er mit schwersten Identitätskrisen zu kämpfen, die auch das Familiengefüge belasten: Vor allem Matthias hat unter der unsicheren Autorität des Vaters zu leiden, und erst über den Fußball finden die beiden Fremden langsam zueinander. Was potenziell bleischwer hätte werden können, hält Wortmann in Momenten fest, die so sehr fesseln, dass jedem im Publikum klar ist, dass sich das eigentliche "Wunder von Bern" nicht auf dem Rasen abspielt, sondern in dem klapprigen Auto, in dem Vater und Sohn gen Schweiz zuckeln. Alldieweil sorgen ein Sportjournalist dessen Ehefrau (Lucas Gregorowicz und Katarina Wackernagel) im Stadionrund für befreiende Komik und die nötigen Hintergrundinfos zum Turnierverlauf.

Durch die Dreiteilung gelingt Sönke Wortmann die Quadratur des Kreises: ein Fußballfilm, in dem es nicht um Fußball geht; ein menschliches Drama, in dem der Sport zum allgegenwärtigen Katalysator für wahrhaftige Emotionen wird. Wenn sich die Fußballer nach ihrem Sieg in den Armen liegen, ist ihre Freude die expressionistische Entsprechung für die innere Freude des kleinen Matthias. Auch wenn am Schluss ein wenig dick aufgetragen wird, wenn der Zug mit den Siegern in den Sonnenaufgang und eine bessere Zukunft fährt, ist "Das Wunder von Bern", diese geschliffene Mischung aus Sirk und von Ambesser, ein Film, der von einem Ereignis unserer Vergangenheit berichtet, aktueller aber gar nicht sein könnte. ts.

Darsteller:  Louis Klamroth   als Matthias Lubanski
  Peter Lohmeyer   als Richard Lubanski
  Lucas Gregorowicz   als Paul Ackermann
  Katharina Wackernagel   als Annette Ackermann
  Johanna Gastdorf   als Christa Lubanski
  Mirko Lang   als Bruno Lubanski
  Birthe Wolter   als Ingrid Lubanski
  Peter Franke   als Sepp Herberger
  Knut Hartwig   als Fritz Walter
  Sascha Göpel   als Helmut Rahn
  Holger Dexne   als Horst Eckel
  Martin Bretschneider   als Hans Schäfer
  Kai Schäfer   als Werner Kohlmeyer
  Jo Stock   als Toni Turek
  Andreas Barth   als Werner Liebrich
  Simon Verhoeven   als Ottmar Walter
  Sylvester Pezena   als Jupp Posipal
  Jan Holland   als Karl Mai
  Tobias Hartmann   als Max Morlock
  Joachim Kappl   als Adi Dassler
  Andreas "Obel" Obering   als Herbert Zimmermann
  Dirk Szczepaniak   als Berni Klodt
  Christian Leonhard   als Karl-Heinz Metzner
  Gotthard Lange   als Alfred Pfaff
  Matthias Sellmann   als Fritz Laband
  Thomas Stodukla   als Heinz Erhardt
  Jens Busch   als Hans Bauer
  Michael Herkendell   als Richard Herrmann
  Alexander von Moers   als Uli Biesinger
  Thomas Geerlings   als Heinz Kubsch
  Markus Mozin   als Heinz Kwiatkowski
  Torsten Rother   als Paul Mebus
 
Regie:  Sönke Wortmann  
Buch:  Sönke Wortmann  
  Rochus Hahn  
Musik:  Marcel Barsotti  
Kamera:  Tom Fährmann  
Produzent:  Tom Spieß  
  Hanno Huth  
  Sönke Wortmann  

Sönke und die Großen

Everybodys Darling: Sönke Wortmann kann sich derzeit über viele neue Freunde freuen: Spitzenpolitiker aller Parteien überschütten den Filmemacher mit Lob für seinen Kino-Erfolg "Das Wunder von Bern".

Edmund Stoiber freut sich mit Sönke Wortmann (Foto: EMV) Großansicht

Edmund Stoiber freut sich mit Sönke Wortmann (Foto: EMV)

Gestern Abend gratulierte auch Ministerpräsident Edmund Stoiber dem Regisseur zu seinem Meisterwerk. Der bayerische Landesvater traf sich mit Medienvertretern in dem Münchner Mega-Kino Mathäser, um "Das Wunder von Bern" auf der Großleinwand zu sehen. Begleitet wurde Stoiber von Frau Karin und hochrangigen Mitgliedern des bayerischen Landtages.

Gefeierter Star des Abends war natürlich Sönke Wortmann. Der Macher von Leinwand-Hits wie "Der bewegte Mann" und "Knockin' on Heaven's Door" wurde für die Vorführung extra aus Mexiko eingeflogen. Er begleitete dort den Bundespräsidenten Johannes Rau auf einer Südamerikareise.

Lob vom obersten Bayern

Edmund Stoiber, der sich nach eigenem Bekunden seit Jahren zum ersten Male wieder einen Kinobesuch gönnte, dankte dem Regisseur in seiner anschließenden Rede überschwenglich. Es sei die einfühlsame Umsetzung eines Ereignisses, das Deutschland so bewegt und verändert habe wie vielleicht nur noch der Fall der Mauer.

Sönke Wortmanns Erfolgsfilm ist am 16. Oktober angelaufen und hat bisher fast drei Millionen in die deutschen Kinos gelockt.

 

Das Wunder von Bern in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Louis Klamroth

Wie der Vater, so der Sohn ... In Sönke Wortmanns Fußballfilm "Das Wunder von Bern" überzeugte Louis Klamroth, geboren am 28. Oktober 1989...

 

Star

Peter Lohmeyer

Fußball spielt eine der Hauptrollen in seinem Leben. Insofern war der lange schlaksige Peter Lohmeyer für Regisseur Sönke Wortmann die...