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Das Zimmer meines Sohnes

Bewegendes, mit der Goldenen Palme ausgezeichnetes Melodram über eine italienische Familie, die mit dem Unfalltod des Sohnes fertigwerden muss.


Das Zimmer meines Sohnes

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Erhältlich seit:
06.03.2003

Originaltitel: La stanza del figlio

Drama

Italien 2001
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12

Nanni Moretti
Laura Morante
Jasmine Trinca

Regie: Nanni Moretti
Universal Pictures Germany

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Das Zimmer meines Sohnes

Als der heranwachsende Sohn Andrea bei einem Tauchunfall stirbt, gerät das Leben einer italienischen Mittelstandsfamilie aus dem Ruder. Vater Giovanni macht sich Vorwürfe, für seine Psychoanalytikerpraxis den Sohn vernachlässigt zu haben, Mutter Paola versucht manisch, Andreas letzte Urlaubsbekanntschaften ausfindig zu machen, und Tochter Irene lässt ihren Aggressionen beim Basketball freien Lauf. Erst nachdem die drei ihre Trauer bis zum Äußersten ausgereizt haben, erscheint am Horizont ein Schimmer der Normalität.

Auf den letztjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde das bewegende Drama von Regisseur und Hauptdarsteller Nanni Moretti mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Nicht die einzige Trophäe für Morettis ("Aprile") bislang gelungenste und unpolitischste Arbeit. Neben ihm liefert auch die brillante Laura Morante als Paola eine wahre Tour de Force der Gefühle ab. Trotzdem gleitet dieses anrührende Werk nie ins kitschige ab. Nicht zuletzt wegen der vielen messerscharf beobachteten Details ein Top-Tipp für Cineasten. Taschentücher bereithalten!

Das Zimmer meines Sohnes

Es konnte nur einen geben für die Goldene Palme: Nanni Moretti erhielt die begehrte Trophäe für sein kongenial verfilmtes Drama "La stanza del figlio" über eine Durchschnittsfamilie, die durch den Tod des geliebten Sohnes fast auseinanderbricht, Trauer und Verlust durchlebt und durchleidet, bevor sie mit leiser Hoffnung eine neue Normalität wagt.

Ein Triumph für das europäische Kino und Standing Ovations für dieses berührende Meisterwerk des Italieners, der nach "Ecce Bombo!" (1978), "Liebes Tagebuch" (Regie-Preis 1994) und "Aprile" (1998) zum vierten Mal am Wettbewerb teilnahm, beendeten die 54. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Im Gegensatz zu Morettis früheren Filmen gibt es keine autobiographischen Züge, "La stanza del figlio" erzählt eine fiktive Geschichte. Verschwunden ist der für Moretti typisch satirische Blick auf Italiens Politik, eine Ironie, dass gerade jetzt sein "Intimfeind" Berlusconi die Wahlen gewann. "Ich wollte zeigen, dass ein Unglück Menschen, die sich lieben, oft nicht näher zusammenbringt, sondern entfremdet", beschreibt Moretti sein filmisches Anliegen. Zu Beginn zeichnet er das harmonische Leben einer Mittelstandsfamilie in seiner Alltäglichkeit - der Vater Psychoanalytiker, die Mutter Verlegerin, Tochter Irene und Sohn Andrea im Teenager-Alter, aber eigentlich ganz brav. Die familiäre Idylle zerbricht, als Andrea bei einem Tauchunfall stirbt. Die Überlebenden verarbeiten die Tragödie jeder auf seine Weise. Der Vater macht sich Selbstvorwürfe, dass er einen Patienten besuchte, statt mit dem Sohn zu joggen und so die Tragödie hätte vielleicht vermeiden können, die Mutter beisst sich daran fest, unbedingt die Urlaubsbekanntschaft Andreas kennenzulernen und flüchtet sich hinter eine Mauer des Schweigens, Irene lässt ihre Aggressionen auf dem Basketball-Feld aus. Es herrschen Sprachlosigkeit, Vereisung der Gefühle, Hilflosigkeit. Erst nach einem schmerzhaften Reflexionsprozess keimt am Ende leise Hoffnung auf einen gemeinsamen Neuanfang. "La stanza del figlio", der im vergangenen Monat den Donatello als Bester italienischer Film erhielt, auch Laura Morante wurde als Beste Schauspielerin ausgezeichnet, ist das reifste Werk des Autorenfilmers, der selbst den Pater Familias mimt. Ohne falsche Töne gelingt die Gratwanderung zwischen heiterer Leichtigkeit und tiefster Trauer. Mit großer Menschlichkeit und Sensibilität geht Moretti universelle Themen wie Tod und Verlust an, Abschied von einem geliebten Menschen, und leistet bewegende Trauerarbeit. Kein Film in Cannes wühlte die Gemüter so auf, nirgends flossen mehr Tränen. Nie schlägt jedoch die Emotionalität in Kitsch oder Sentimentalität um. Es sind Kleinigkeiten, die diesen Film groß machen, Momente, die man nicht vergisst: Wenn vor den Augen der Familienmitglieder mit lautem Lärm die Schrauben in den Sarg gedreht werden, hallt dieses Geräusch noch lange nach, bedeutet es doch auch Endgültigkeit. Eine französische Zeitung forderte nicht nur die Palme d'Or, sondern gleichzeitig die "Palme du coeur" (Herzens-Palme). Mit Recht. mk.

Darsteller:  Nanni Moretti   als Giovanni
  Laura Morante   als Paola
  Jasmine Trinca   als Irene
  Giuseppe Sanfelice di Monteforte   als Andrea
  Silvio Orlando   als Oscar
  Claudia Della Seta   als Raffaella
  Stefano Accorsi   als Tommaso
  Sofia Vigliar   als Arianna
  Stefano Abbati  
  Toni Bertorelli  
  Dario Cantarelli  
  Eleonora Danco  
  Luisa De Santis  
  Alessandro Infusini  
  Renato Scarpa  
  Roberto Nobile  
  Paolo De Vita  
  Roberto De Francesco  
  Claudio Santamaria  
  Antonio Petrocelli  
 
Regie:  Nanni Moretti  
Buch:  Linda Ferri  
  Nanni Moretti  
  Heidrun Schleef  
Musik:  Nicola Piovani  
Kamera:  Giuseppe Lanci  
Produzent:  Angelo Barbagallo  
  Nanni Moretti  
 

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