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Daylight

Perfekt komponiertes Desaster-Movie mit Sylvester Stallone als Retter einer Gruppe Eingeschlossener im überfluteten Manhattan Tunnel.


Daylight

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Erhältlich seit:
15.05.2003

Action/ Thriller

USA 1996
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Sylvester Stallone
Amy Brenneman
Viggo Mortensen

Regie: Rob Cohen
Universal Pictures Germany

Bild 1 von 11

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Daylight

Abendliche rush hour in New York City. Im Unterwasser-Tunnel zwischen Manhattan und New Jersey sind Hunderte von Autos unterwegs. Als flüchtende Juwelendiebe auf einen mit Chemikalien beladenen LKW-Konvoi prallen, kommt es zur Katastrophe: Eine gewaltige Explosion zerstört Dutzende von Fahrzeugen und droht, die Tunneldecke zum Einsturz zu bringen. Zwölf Menschen werden von Bergen aus Metall und Beton eingeschlossen. Nur ein Mann kann sie aus ihrer verzweifelten Lage befreien: Kit Latura, der Ex-Rettungsspezialist.

Das fulminante Action-Spektakel hat "Dragonheart"-Regisseur Rob Cohen ganz im Stil der Katastrophen-Filme der siebziger Jahre in Szene gesetzt. Sylvester Stallone liefert inmitten des pausenlosen Effekte-Feuerwerks eine energiegeladene Vorstellung als klassischer "Retter in letzter Not" ab und zeigt sich damit nach seinem leichten Karriere-Durchhänger mit "Assassins" wieder von seiner besten Seite. Die grandiosen Stunts, die geradlinige Survival-Story und die furios geschnittenen Bilder machen diesen Film zu einem atemberaubenden Abenteuer.

Daylight

Tageslicht am Ende des Tunnels zu finden, ist die Mission von Sylvester Stallone in Rob Cohens fulminantem Update eines klassischen Desaster-Movies. Während Stallone, der Schauspieler, 105 actiongeschwängerte Minuten vor der Kamera überstehen muß, um Vollzug vermelden zu können, brauch Stallone, der Star, seinen Atem hinter der Kamera nicht länger anzuhalten: Er feiert sein Comeback nicht erst mit "Copland". Vorangetrieben von einem sensationellen Trailer, sollte sich "Daylight" im kommenden Frühjahr in Deutschland in ähnlich lukrative Boxoffice-Gefilde aufschwingen wie die vorangegangenen Untergangsszenarien "Twister" und "Independence Day".

Der Appetit auf Zerstörung hält an. Waren "Twister" und "ID4" noch A-Budget-Verbeugungen vor den B-Movies lange vergangener Tage, so orientiert sich Rob Cohens effektlastiges Survival-Spektakel nun an den Katstrophenfilmen der siebziger Jahre, mit denen das alte Hollywood mit für damalige Verhältnisse großem Aufwand und Staraufgeboten dem Ansturm der jungen wilden Filmemacher an der Kinokasse Paroli bot. "Daylight" ist denn ein muskulöser, sehniger Stiefsohn von "Das Poseidon Inferno", in dem eigentlich nur die Effekte generalüberholt und auf den heutigen Stand der Dinge gebracht wurden.

Entsprechend wird der klaustrophobische Kampf einer zwölfköpfigen Überlebendentruppe aus den Trümmern des fiktiven Manhattan Tunnels zurück an die rettende Oberfläche als flammendes Inferno par excellence auf die Leinwand gehämmert. So furios, lautstark und visuell berauschend reiht Cohen die Actionsequenzen aneinander, daß "Daylight" kurzzeitig gar wie eine gigantomanische Ausgabe von "Speed" wirkt, in dem nach ähnlichem Prinzip pausenlose Problemstellungen auf den überforderten Protagonisten zurollten.

Daß Cohen letztlich weniger daran liegt, die Gesetze des Actionfilms neu zu definieren, als vielmehr seine Schauspieler routiniert und letztlich konventionell aus dem Chaos zu führen, offenbart sich nach einer halbstündigen Attacke auf die Sinne. Denn nachdem der Tunnel gesprengt und Stallone durch ein Ventilatorensystem zu den Überlebenden geschleust wird, Kämpfe mit einer wildgewordenen Starkstromleitung ausgefochten werden und ein Lastwagen sich nach einer Explosion selbständig macht, läßt der Regisseur ein wenig Ruhe einkehren. Keine allzu weise Entscheidung, kurz Luft zu holen. Wenn sich der Staub der Destruktion nämlich erst einmal gelegt hat, fallen manche logische Ungereimtheiten und die eindimensionalen Charaktere doch ein wenig unangenehm auf. Zum Glück nimmt Cohen schon bald den Fuß wieder von der Bremse und bringt den Zweikampf zwischen dem "Demolition Man" Stallone und den Physikgesetzen standesgemäß ohenbetäubend zu Ende.

Die makellosen Effekte sind denn auch der einzige ernstzunehmende Gegenspieler für Stallone, der als emsiger Working Class Hero angenehm auffällt. Kein Schauspieler macht ihm hier Konkurrenz. Mit Ausnahme der patenten Amy Brenneman und Viggo Mortensen, der nach einem prägnanten Auftritt als selbstgefälliger Sportcrack schon recht schnell unter Schutt und Asche begraben wird, bleibt das Dutzend Überlebender austauschbar: Ihre Schicksale sind kaum mehr interessant als das Abhaken einer Checkliste. Daß in der Ruhe die Kraft liegt, mag wohl für Buddhisten das Nirvana bedeuten. "Daylight" jedenfalls findet seine Erfüllung im Rausch der Apokalypse - und da bleibt er gegenwärtig ohne Vergleich. ts.

Darsteller:  Sylvester Stallone   als Kit Latura
  Amy Brenneman   als Madelyne Thompson
  Viggo Mortensen   als Roy Nord
  Dan Hedaya   als Frank Kraft
  Jay O. Sanders   als Steve Crighton
  Karen Young   als Sarah Crighton
  Claire Bloom  
  Vanessa Bell Calloway  
  Renoly Santiago  
  Colin Fox  
  Danielle Harris  
  Trina McGee-Davis  
  Marcello Thedford  
  Sage Stallone  
  Jo Anderson  
  Mark Rolston  
  Rosemary Forsyth  
  Wang Luoyong  
  Barry Newman  
  Stan Shaw  
 
Regie:  Rob Cohen  
Buch:  Leslie Bohem  
Musik:  Randy Edelman  
Kamera:  David Eggby  
Produzent:  John Davis  
  Joseph M. Singer  
  David T. Friendly  
 

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