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Dead Man

Düster-witzige Westernmoritat von Jim Jarmusch um einen Bankangestellten (Jonny Depp), der zum Outlaw wird.


Dead Man

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Erhältlich seit:
29.10.2002

Western

USA 1995
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 16

Johnny Depp
Gary Farmer
Lance Henriksen

Regie: Jim Jarmusch
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Dead Man

William Blake zieht in den Westen. Aber nicht mit dem Planwagen, sondern im Zug der Büffeljäger, und nicht um Freiheit zu finden, sondern einen Posten als Buchhalter anzutreten. Als er in Machine ankommt, ist die Stelle weg, seine Ersparnisse aufgebraucht. Die Kugel, die seiner Geliebten das Leben kostet, hat auch ihn erwischt. Während er als Mörder von Kopfgeldjägern und Sheriffs gejagt wird, weiht ihn Indianer Nobody in die Kunst des Tötens und Sterbens ein.

Düsterer Abgesang auf den Western voller parodistischer Genre-Zitate und Cameo-Auftritten von Iggy Pop, Robert Mitchum, Gabriel Byrne und John Hurt. Lance Henriksen darf genüßlich in die Lagerfeuer-gegrillte Hand seines Mit-Kopfgeldjägers beißen und Gary Farmer gibt als Nobody Nonsens von sich. Neil Youngs improvisierte Gitarrenklänge begleiten Johnny Depps (William Blake) lange Reise in den Tod, was in poetischen schwarz-weiß Bildern gehalten ist. Kult von Jim Jarmusch in OmU; Cinesten schlagen zu.

Dead Man

In einen tiefen mystischen See taucht ein, wer Kultfilmer Jim Jarmuschs neuem Werk, einem Western, auf den Grund kommen will. Doch taucht man auch noch so tief hinab, fündig wird man nicht. Zumindest nicht, was die Sinnsuche angeht. Optisch ist man bei der sanften, meist ohne harte Übergänge gefilmten Schwarzweißfotografie von Wenders' und Jarmuschs Kameramann Robby Müller ("Der amerikanische Freund", "Paris, Texas", "Bis ans Ende der Welt", "Down By Law", "Mystery Train") bestens bedient. Das für einen Western ungewöhnliche Schwarzweißmaterial wird der Art dieses Films voll gerecht: Einen solchen Wild-Westener hat man noch nicht gesehen. Schon immer hat "Indie" Jarmusch gerne Konventionen gesprengt - das ist ihm auch diesmal gelungen, doch auf breite Zustimmung wie bei "Down By Law" wird sein "Dead Man" schwerlich treffen. Der streckenweise sehr schöne, mit über zwei Stunden aber bei weitem zu lange Film hat ein großes Handikap: er ist action- und handlungsarm. Ein aufreibender Widerspruch, erzählt der Film doch die Geschichte eines Mannes, der ungewollt zum Outlaw und Gunman wird. William Blake, ein schüchterner, gesetzestreuer junger Mann aus Ohio, unternimmt eine lange Bahnfahrt an die äußerste Grenze des erschreckend Wilden Westens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, um in "Lands End" eine Stelle anzutreten. Er muß nicht nur feststellen, daß sein Job längst anderweitig besetzt ist, sondern gerät alsbald, unschuldig und unfreiwillig, in gewalttätige Auseinandersetzungen. Schwer verletzt flieht er in die Prärie, wo ihn der von seinem Stamm verstoßene Indianer Nobody, der ihn für den toten englischen Dichter William Blake hält, unter seine Fittiche nimmt. Gejagt von eiskalten Kopfgeldjägern ziehen diese zwei Wanderer zwischen den Welten durch den Wilden Westen. Blake wird zu einem berüchtigten Killer, Nobody zu seinem geistigen Mentor, der ihn bis an die Schwelle des großen Totensees geleitet. Immer wieder retardiert die Geschichte, stoppt der Film sich selbst, bevor er in Gang kommen kann - was er ja gar nicht will. Johnny Depp gibt diesen Helden wider Willen überzeugend und abwesend intensiv, immer etwas neben sich stehend, als Prototyp des Antihelden. In seiner Passivität ist er sicherlich die Idealbesetzung, während sein Buddy Nobody (Gary Farmer aus "Powwow Highway") die Action-Lorbeeren erntet. Die Besetzungsliste weist einige große Namen auf, meistens jedoch in unbedeutenden oder winzig kleinen Rollen (u.a. Robert Mitchum in einem austauschbaren Kurzauftritt). Neil Youngs wunderschöner Soundtrack verleiht dem Film, in den man hineinlegen kann, was immer man mag, seinen maßgeschneiderten Schwebezustand. Kino für Liebhaber. boe.

Dead Man

William Blake macht sich auf in den Westen, um dort eine Stelle als Buchhalter anzutreten. Doch er wird von einer Kugel getroffen. Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände sieht sich William trotz seiner schweren Verletzung gezwungen, in die Wälder zu fliehen. Der Indianer "Nobody", der ihm dort begegnet, nimmt ihn unter seine Fittiche. Von eiskalten Kopfgeldjägern gehetzt, wird William nun selbst zum Qutlaw und gefürchteten Killer.
Jim Jarmuschs eleganter Anti-Western mit Johnny Depp ist mit Stars wie Robert Mitchum und Iggy Pop auch in den Nebenrollen hochkarätig besetzt. Seine dichte Atmosphäre wird hervorragend von Neil Youngs Kompositionen unterstrichen.

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Johnny Depp  
  Gary Farmer  
  Lance Henriksen  
  Michael Wincott  
  Mili Avital  
  Crispin Glover  
  Eugene Byrd  
  Iggy Pop  
  Billy Bob Thornton  
  Jared Harris  
  Michelle Thrush  
  Jimmie Ray Weeks  
  Mark Bringelson  
  Gabriel Byrne  
  John Hurt  
  Alfred Molina  
  Robert Mitchum  
 
Regie:  Jim Jarmusch  
Buch:  Jim Jarmusch  
Musik:  Neil Young  
Kamera:  Robby Müller  
Produzent:  Demetra J. MacBride  

Jarmusch-Collection auf neun DVDs

Kinowelt setzt dem Meister des lakonischen Humors ein Denkmal auf DVD und veröffentlicht am 20. September die "Jim Jarmusch Collection" mit neun Filmen des Kultregisseurs.

"Night on Earth" von 1992 (Foto: Pandora) Großansicht

"Night on Earth" von 1992 (Foto: Pandora)

In der Neuner-Box sind neben den Frühwerken "Permanent Vacation" (1980) und "Stranger than Paradise" (1984) zu Kultfilmen avancierte Streifen wie "Down by Law" (1986) mit Roberto Benigni, Tom Waits und John Lurie, der Episoden-Geniestreich "Night on Earth" (1992) und Johnny Depps Tour de Force im Wilden Westen, "Dead Man" (1995), enthalten.

Komplettiert wird die Jim Jarmusch-Werkschau durch die Memphis-Hommage "Mystery Train" von 1989, die Neil-Young-Dokumentation "Year of the Horse" (1997), "Ghost Dog: Der Weg des Samurai" von 1999 und die Kurzfilmsammlung "Coffee and Cigarettes", die 2003 in die Kinos kam.

 

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