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Dead Man Walking

Ein auf Fakten beruhendes, ans Herz gehendes Drama über die Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder.


Dead Man Walking

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Erhältlich seit:
12.08.2011

Drama

USA 1995
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12

Susan Sarandon
Sean Penn
Robert Prosky

Regie: Tim Robbins
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Dead Man Walking

Die Nonne Helen Prejean erhält einen Brief von dem verurteilten Mörder Matthew Poncelet. Trotz mangelnder Erfahrung in derlei Dingen beschließt sie, Poncelet seelischen Beistand zu leisten. Zug um Zug lernt sie dabei den Mensch hinter der Maske des eiskalten Täters kennen, sucht aber auch Kontakt zu den Familien der Opfer, um deren Situation zu verstehen. Zwar kann sie Poncelets Hinrichtung nicht verhindern, doch erreicht sie mit ihrer Arbeit schließlich sowohl beim Mörder als auch bei den Eltern der Opfer ein Umdenken.

Tim Robbins ("The Player") inszenierte dieses ebenso packende wie bewegende Drama um Schuld und Sühne als flammende Anklage gegen die Todesstrafe, obgleich er wohltuenderweise die Situation der Opfer nicht übergeht und für den Wunsch nach Rache unter den Hinterbliebenen durchaus Verständnis zeigt. Sean Penn ("Carlito's Way") und Robbins Ehefrau Susan Sarandon ("Thelma & Louise") übertreffen sich selbst in diesem exzellenten Kinohighlight, das mit 750.000 Besuchern zu den Gewinnern der Wintersaison 1995/96 zählt.

Dead Man Walking

Ein kurzer Film über das Töten: Fernab von billiger Rhetorik, Polemik und falscher Sentimentalität ist Tim Robbins' zweite Regiearbeit ein seltenes Juwel in Hollywoods Massenbetrieb: Ein auf Fakten beruhendes, aufregendes und ans Herz gehendes Drama über die komplexe Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder und Vergewaltiger, das einfachen Antworten aus dem Weg geht - der kompromißloseste und zugleich passionierteste amerikanische Film zu einem unbequemen Thema. Es ist ein weiter Weg, den Tim Robbins' seit seinem Regiedebüt "Bob Roberts" im Jahr 1992 zurückgelegt hat. Ideologische Schönfärberei oder liberale Reden sucht man vergebens in "Dead Man Walking", der auf der 1993 erschienenen Autobiografie der Nonne Schwester Helen Prejean aus New Orleans und ihren Erfahrungen als spirituelle Begleiterin im Todestrakt eines Südstaatengefängnisses beruht. Robbins' Lebensgefährtin Susan Sarandon spielt diese außergewöhnliche Frau mit ungeschminkter Intensität. Sie verurteilt die Verbrechen dieser Männer, nicht aber die Männer selbst. Eine große Leistung, denn ihr Schützling Matthew Poncelet - Sean Penn in einer ungewöhnlich fein modulierten Vorstellung, die einmal mehr beweist, warum er als bester Schauspieler seiner Generation gilt - ist beileibe kein Waisenknabe, der nur aufgrund eines Justizirrtums in die Todeszelle gewandert ist: Er ist ein Mörder, Vergewaltiger, Rassist mit Hakenkreuz-Tätowierungen, ein Mann, dessen Leben von Haß dominiert wird und der nun auf seine Exekution wartet. In einer Anzahl von in erster Linie in entlarvenden Großaufnahmen gehaltenen Begegnungen zwischen der Schwester und Matthew gelingt Robbins das Kunststück, den Unflätigkeiten speienden Redneck als vollständigen Charakter zu zeichnen, als Menschen mit Seele, Ängsten und Gefühlen, ohne ihn jedoch jemals sympathisch werden zu lassen. Denn der Regisseur wirbt im gleichen Maße um Verständnis für die ohnmächtige Wut der Eltern der Opfer. Als Schwester Helen im Gerichtssaal von ihnen attackiert wird, wie sie es mit ihrem katholischen Gewissen vereinbaren kann, ein Monster wie Poncelet zu unterstützen, geht sie dazu über, auch ihnen Trost zu spenden. Ihr Besuch im Haus dieser gebrochenen, einfachen Menschen ist ebenso erschütternd und sensibel inszeniert wie das letzte Zusammentreffen von Matthew, seiner Mutter und seinen drei Brüdern im Gefängnis einen Tag vor seiner Hinrichtung. Weil Robbins weiß, welch leicht entzündbares Thema er einer Packung Nitroglyzerin gleich in Händen hält, gibt er allen Seiten viel Raum für ihre Belange. Keine Figur dieses faszinierenden Death-Row-Dramas gerät zur Karikatur. Und wenn der in seiner offensichtlichen Emotion stets um Sachlichkeit bemühte Robbins schließlich doch ein eigenes Argument gegen die Todesstrafe ins Feld führt, dann ist es der bis ins letzte Detail geschilderte Akt der bestialischen Hinrichtung selbst. Die Bilder des ritualisierten Staatsmordes, von der entmenschlichenden Ankündigugng eines Wärters, daß ein toter Mann seinen letzten Gang antritt (daher der Titel), bis zur mit bürokratischer Präzision ausgeführten tödlichen Injektion, gegengeschnitten mit Schwarzweiß-Rückblenden von Matthews Verbrechen, können niemanden kalt lassen. Tief im Herzen ist "Dead Man Walking" ein Film über Vergeben, Erlösung und die universelle Macht des Glaubens. Gerade weil endlose Diskussionen über die Todesstrafe ausgespart werden, ist Robbins' wunderbarer Beitrag zum Thema - immer wieder untermalt mit fantastischen Songs von u. a. Eddie Vedder und Bruce Springsteen - der gegenwärtig definitive. ts.

Dead Man Walking

Seit Jahren wartet der als Mörder verurteilte Matthew Poncelet (Sean Penn) auf seine Hinrichtung. Er bittet die Nonne Helen (Susan Sarandon) um moralischen Beistand und juristische Hilfe für ein Gnadengesuch. Zwischen den beiden entwickelt sich eine immer intensiver werdende Beziehung. Bei ihren Bemühungen lernt Helen sowohl die Angehörigen der Opfer als auch die des Täters näher kennen und gerät in einen Gewissenskonflikt.

Quelle: Fox

Audiokommentare
Original Kinotrailer

Quelle: Fox

Darsteller:  Susan Sarandon  
  Sean Penn  
  Robert Prosky  
  Raymond J. Barry  
  R. Lee Ermey  
  Celia Weston  
  Lois Smith  
  Scott Wilson  
  Roberta Maxwell  
 
Regie:  Tim Robbins  
Buch:  Tim Robbins  
Musik:  David Robbins  
Kamera:  Roger Deakins  
Produzent:  Jon Kilik  
  Tim Robbins  
  Rudd Simmons  

Sean Penn zum ersten Mal bei den Oscars

"Ich würde mich schämen, dabei zu sein!"

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

So hatte Sean Penn noch 2001 über die Oscar-Verleihung gespottet. Auch den Golden Globe für den besten Hauptdarsteller in einem Drama, den er gerade für seinen Auftritt in "Mystic River" erhalten hat, nahm er nicht persönlich entgegen. Er verbrachte lieber mit seiner Tochter einen gemütlichen Abend zuhause.

Als am Dienstag bekannt wurde, dass Penn auch bei den Academy Awards als bester Hauptdarsteller nominiert ist, ging daher jeder in Hollywood davon aus, dass das Enfant Terrible einmal mehr durch Abwesenheit glänzen würde. Doch jetzt hat Penn durchblicken lassen, dass er in diesem Jahr erstmals höchstpersönlich zum schillerndsten Event der Traumfabrik aufzukreuzen gedenkt.

Und das ist schlicht eine Sensation. Immerhin war Penn bereits drei mal nominiert: 1996 für "Dead Man Walking", 1999 für "Sweet and Lowdown" und 2002 für "Ich bin Sam". Stets hatte Penn die Einladung der Academy unbesehen in den Müll geworfen - und dazu keine Gelegenheit ausgelassen, die Kollegen und ihr Schaulaufen am Roten Teppich, bei der Verleihung und bei den berüchtigten After-Show-Parties mit ätzendem Spott zu überhäufen:

"Bei den Oscars kriegst du entweder zwei Sekunden um Gott zu danken oder du bist Statist in einer fürchterlichen, komplett durchgestylten Fernsehshow."

Ich tu's ja nicht für mich

Eine Erklärung für den Sinneswandel des unbequemen Charakterdarstellers gibt es auch schon. Ein enger Freund von Penn:

"Er tut es für 'Mystic River' - er will sich einfach für den Film einsetzen."

Eine Frage der Kollegialität also? Immerhin sind außer Penn auch Tim Robbins und Marcia Gay Harden als beste Nebendarsteller nominiert, dazu Brian Helgeland für seine grandiose Drehbuchadaption des Romans von Dennis Lehane und Clint Eastwood für die Regie. Auch im Rennen um die Auszeichnung für den besten Film ist "Mystic River" dabei. Anders als "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs", der mit 11 Nominierungen zahlenmäßig vorne liegt, ist Eastwoods episches Juwel um die sich unaufhaltsam drehende Spirale der Gewalt damit in den am höchsten angesehenen Kategorien nominiert.

Penn selbst hatte kurz nach seiner Nominierung gesagt: "Ich freue mich für meine Freunde in 'Mystic River' und dass ihre großartige Arbeit so gewürdigt wird. Und ich fühle mich geehrt, dass auch meine Leistung anerkannt wird."

Das ist zwar noch keine offizielle Zusage, aber es klingt auf jeden Fall völlig anders, als Penns sonstige Kommentare zum Thema Oscars. Dass der geläuterte Rebell sich wirklich in die Höhle des Showbiz-Löwen wagt, sollte man allerdings erst glauben, wenn die Fernsehkameras im Kodak Theater zu Los Angeles am 29. Februar den ersten spektakulären Schwenk über Hollywoods Hochkaräter tätigen und sich das markante Antlitz des Sean Penn tatsächlich in der gespannt wartenden Schauspielerriege findet.

 

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