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Defiance

Mit Daniel Craig besetztes Drama über die Bielski-Brüder, das berühmteste Beispiel jüdischen Widerstands im 2. Weltkrieg.


Defiance

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.09.2009

Drama/ Kriegsfilm

USA 2008
Laufzeit: 132 Min.
FSK: ab 12

Daniel Craig
Jamie Bell
Liev Schreiber

Regie: Edward Zwick
Highlight Communications (Deutschland)

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Daniel Craig, Liev Schreiber und Jamie Bell retten 1941 als Partisanenkämpfer 1200 Juden in den Wäldern Weißrusslands vor dem sicheren Tod.

Tuvia und Zus kämpfen für die gleiche Sache (Foto: Constantin) Großansicht

Tuvia und Zus kämpfen für die gleiche Sache (Foto: Constantin)

Kaum zu glauben, aber es gab sie wirklich, diese drei Bielski-Brüder, die 1941, als die Nazis Tausende von Juden ermordeten, in die Wälder flohen und gegen die deutschen Besatzer kämpften. Tuvia Bielski (Daniel Craig) ist der charismatische Anführer, eine schillernde Gestalt zwischen Gut und Böse, der wie Moses die Seinen vor dem Untergang rettet. Sein rivalisierender Bruder Zus (Liev Schreiber) will keinen Idealismus, sondern Aktionismus, der jüngste (Jamie Bell) steht zwischen den Streithähnen.

Immer mehr Menschen strömen in die geheime Siedlung, der Alltag ist von Strapazen und ständiger Angst geprägt. Tuvia regiert mit harter Hand, um das Überleben der Notgemeinschaft zu sichern, ein Fighter, der vor nichts zurückschreckt, er korrigiert das falsche Bild von Juden, die nur Opfer sind.

In den Wäldern finden die Flüchtlinge Unterschlupf (Foto: Constantin) Großansicht

In den Wäldern finden die Flüchtlinge Unterschlupf (Foto: Constantin)

Ein Herzensanliegen

Kein belehrendes oder moralisierendes Überlebens-Drama, sondern packendes Kino um Rache und Rettung, in dem ein Mann über sich hinauswächst und die Hoffnung nie aufgibt. Der zutiefst menschliche Film setzt den weitgehend unbekannten Brüdern, die einem Oskar Schindler an Mut nicht nachstehen, ein längst fälliges Denkmal. James-Bond-Darsteller Daniel Craig spielt mit größter emotionaler Wucht und Leidenschaft. Kein Wunder, diese Rolle war ihm ein Herzensanliegen.

Defiance

Mit der wahren Kriegsgeschichte von vier Brüdern, die 1200 jüdische Flüchtlinge vor dem sicheren Tod retteten, bleibt Autor-Regisseur Edward Zwick dem humanistischen Drama treu.

Nach Japan ("Last Samurai") und Sierra Leone ("Blood Diamond") ist Zwicks moralischer Missionszug in Weißrussland angekommen. Sein wichtigstes Transportgut, das Plädoyer für Menschlichkeit und selbstlose Einmischung, wiegt auch in "Defiance" schwer, mit dem Ko-Autor Clayton Frohman 25 Jahre nach "Under Fire" zum engagierten Politdrama zurückkehrt. Den titelgebenden Widerstand leisteten die jüdischen Bielski-Brüder, die sich 1941 nach der Ermordung ihrer Eltern, Frauen und Kinder in die Wälder Weißrusslands zurückzogen, dort jüdischen Flüchtlingen bis 1944 eine Insel des Schutzes aufbauten. Die unglaubliche Bielski-Saga fand nach dem Krieg in den USA ihre Fortsetzung, doch das Drehbuch konzentriert sich auf die Jahre, in denen nicht die Fremde der schlimmste Feind war. Erschießungen durch deutsche Soldaten und Bilder von Massengräbern dominieren die ersten Minuten. Auf den Schock der Ermordung seiner Familie reagiert Tuvia Bielski (Daniel Craig) mit Vergeltung. Obwohl er drei Kollaborateure erschießt, wird er die Stimme der Mäßigung werden, wird seine Rache und die der anderen Juden im Überleben sehen. Den Kontrapunkt setzt Bruder Zus (Liev Schreiber), der Tuvias Führungsanspruch und Zurückhaltung in Frage stellen und sich russischen Partisanen anschließen wird, um militärischen Widerstand gegen die deutschen Besatzungstruppen zu leisten. Der Film folgt Zus Bielski bei der schwierigen Integration in ein russisches Partisanenkommando, in dem Antisemitismus fruchtbaren Boden findet. Aber den Schwerpunkt setzt er auf das von Tuvia geleitete Flüchtlingslager im Wald, in dem für Nahrung, Kleidung, Medikamente und Unterricht für die Kinder gesorgt wird. Zwick zeigt, wie Ordnung im Chaos entsteht, wie Gemeinwohl mit Egoismus ringt, wie Menschlichkeit inmitten von Barbarei Platz findet. Das ist der Fokus neben dem unmittelbaren Anliegen, den jüdischen Widerstand, eine historische Randerscheinung, als existent und bedeutsam darzustellen. Im Blick auf das Gemeindeleben inklusive romantischer Kontakte von drei Bielski-Brüdern wirkt "Defiance" mitunter zu entspannt, vermisst man das Gefühl konstanter Bedrohung und einen echten dramatischen Sog. Sehenswert bleibt Zwicks Film dennoch, weil er eine weitgehend unbekannte Heldengeschichte öffentlich macht, weil er auch jüdische Gemeinschaften nicht homogen, sondern von Klassenunterschieden gespalten zeigt, weil der von Craig und Schreiber gespielte Bruderkonflikt und vereinzelte Actionszenen für Intensität und Spannung sorgen. kob.

Darsteller:  Daniel Craig   als Tuvia Bielski
  Jamie Bell   als Asael Bielski
  Liev Schreiber   als Zus Bielski
  Alexa Davalos   als Lilka Ticktin
  Allan Corduner   als Shimon Harertz
  Mark Feuerstein   als Isaac Malbin
  Tomas Arana   als Ben Zion Gulkowitz
  Jodhi May   als Tamara Skidelsky
  Kate Fahy   als Riva Reich
  Iddo Goldberg   als Yitzhak Shulman
  Iben Hjejle   als Bella
  Martin Hancock   als Peretz Shorshaty
  Ravil Isyanov   als Viktor Panchenko
  Jacek Koman   als Konstanty "Koscik" Kozlowski
  George MacKay   als Aaron Bielski
 
Regie:  Edward Zwick  
Buch:  Edward Zwick  
  Clayton Frohman  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  Eduardo Serra  
Produzent:  Edward Zwick  
  Pieter Jan Brugge  

Rourke und Blanchett auf Oscar-Kurs?

Es ist erst nächstes Jahr soweit, doch die Diskussionen um die heißesten Oscar-Kandidaten ist schon jetzt in vollem Gange.

Sind die Kritiker-Favoriten: Mickey Rourke und Cate Blanchett (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Sind die Kritiker-Favoriten: Mickey Rourke und Cate Blanchett (Foto: Kurt Krieger)

Während wir hierzulande gerade mal ein paar Infos zu Filmen wie "The Wrestler" und "Der seltsame Fall des Benjamin Button" bekommen haben, sind genau diese Dramen in den USA schon in aller Munde. Der Grund: Bis zur Oscar-Verleihung am 22. Februar 2009 sind es "nur" noch vier Monate hin - da muss man sich natürlich unbedingt schon jetzt Gedanken über die heißesten Kandidaten für eine Nominierung machen.

Das Urteil der verschiedenen Experten ist wie immer recht gespalten, doch ein paar Favoriten gibt es schon: Mickey Rourke hat mit seinem Part als alternder Showkämpfer in "The Wrestler" gute Chancen auf eine Nominierung als bester Hauptdarsteller. "Benjamin Button"-Freundin Cate Blanchett gilt dagegen bei den Damen als Spitzenreiterin.

Ein Oscar für 007?

Neben "üblichen Verdächtigen" wie Leonardo DiCaprio ("Body of Lies") und Kate Winslet ("Der Vorleser") taucht übrigens auch Daniel Craig auf der Favoriten-Liste auf: Zwar hat ihn noch keiner in "Defiance" und "Ein Quantum Trost" gesehen, doch die Kritiker beschenken den Briten gerne schon mal mit Vorschuss-Lorbeeren.

 

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