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Dem Himmel so fern

Todd Haynes' makellose Hommage an die Melodramen von Douglas Sirk mit einer brillanten Julianne Moore als duldende Hausfrau in einer amerikanischen Kleinstadt der fünfziger Jahre.


Dem Himmel so fern

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Erhältlich seit:
23.10.2003

Originaltitel: Far from Heaven

Drama/ Melodram

USA 2002
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 6

Julianne Moore
Dennis Quaid
Dennis Haysbert

Regie: Todd Haynes
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Dem Himmel so fern

Hartford, Connecticut; 1957. Frank Whitaker, seine Frau Cathy und die beiden Kinder führen ein glückliches Leben - inklusive Dienstmädchen Sybil und dem farbigen Gärtner Raymond. Frank ist Filial-Chef des Fernsehgeräteherstellers Magnatech TV, seine stets perfekt frisierte Gattin Mittelpunkt des Gesellschaftslebens der Kleinstadt. Doch die gutbürgerliche Idylle trügt. Die sexuell vernachlässigte Cathy verfällt zusehends dem Charme ihres einfühlsamen Gärtners, während Frank seine Homosexualität immer öfter in einschlägigen Clubs auslebt.

Großartige Hommage an 50er Jahre Regisseur Douglas Sirk und dessen Melodram "Was der Himmel erlaubt", virtuos inszeniert von Todd Haynes ("Velvet Goldmine"). Die makellos fotografierte und stupend ausgestattete Love Story räumte bei der Biennale 2002 Preise für Kamera und Hauptdarstellerin (Julianne Moore) ab. Neben der exzellenten Moore begeistern auch Dennis Quaid und Denis Haysbert in einem nostalgischen und dennoch hochaktuellen Meisterwerk, das Herz und Hirn gleichermaßen anspricht. Für Kino-Gourmets ein Muss.

Dem Himmel so fern

Zu den großen Siegern der diesjährigen Filmfestspiele von Venedig gehörte, neben "The Magdalene Sisters" von Peter Mullan und "Oasis" von Lee Chang-dong, Todd Haynes' "Far from Heaven". Julianne Moore gewann als beste Hauptdarstellerin einen Coppa Volpi, während Kameramann Ed Lachman ("Erin Brockovich") für seinen "außergewöhnlichen individuellen Beitrag" geehrt wurde. Großartig besetzt, traumwandlerisch sicher inszeniert und in allen technischen Belangen makellos gehandhabt, dürfte dem - noch zu findenden - deutschen Verleih dieses stimmigen Melodrams mit entsprechenden Marketing-Maßnahmen ein solides bis gutes Geschäft sicher sein.

In seinem Nachfolgefilm zu "Velvet Goldmine" (1998) besetzt Todd Haynes Julianne Moore ("Boogie Nights", "Hannibal") als geplagte, wohlsituierte Hausfrau, was sogleich Erinnerungen an deren erste Zusammenarbeit bei "Safe" weckt. Doch die Cathy Whitaker aus "Far from Heaven" hat nichts gemein mit der gestressten, in Los Angeles wohnenden Carol White aus seinem Indie-Hit von 1995. Wie schon der Titel vermuten lässt, ist Haynes' jüngster Kino-Streich vielmehr eine Hommage an Douglas Sirks Vorzeige-Melodram "Was der Himmel erlaubt" (1955), wobei Moore in die Rolle von Jane Wyman und Dennis Haysbert in die von Rock Hudson schlüpft. Schauplatz der Handlung: Hartford, Connecticut. Das Jahr: 1957. Die Whitakers, Papa Frank (Dennis Quaid), Mama Cathy und die beiden Kinder, führen ein scheinbar glückliches Leben - Dienstmädchen Sybil (Viola Davis) und der farbige Gärtner Raymond (Dennis Haysbert) inklusive. Frank ist Chef der örtlichen Vertretung des Fernsehgeräteherstellers Magnatech TV, seine stets lächelnde, perfekt frisierte und gekleidete Gattin - Rotschopf Moore als platinblonder Lana-Turner-Klon - Mittelpunkt des Gesellschaftslebens der Kleinstadt. Doch die Idylle trügt, hinter der gutbürgerlichen Fassade tun sich Abgründe auf. Die frustrierte, sexuell vernachlässigte Cathy verfällt zusehends dem Charme ihres wortgewandten, einfühlsamen Gärtners, während Frank seine Homosexualität in einschlägigen Clubs auslebt und seinem geordneten Zuhause immer öfter fern bleibt...

Eine "einfache, unterhaltsame Liebesgeschichte" wollte er erzählen, behauptet Regisseur und Autor Haynes, der das Buch speziell für Moore geschrieben hat. Das war jedoch nicht so leicht, denn die Tabus der Fünfziger haben heute durchaus noch ihre Gültigkeit. Versteckt zwar, aber immerhin. Und so kam der Filmemacher darauf, seine Geschichte im scheinbar antiseptischen, von ihm geliebten "Sirk-Land" anzusiedeln, jenem Land, von dem Rainer Werner Fassbinder schon schrieb, dass es "einem das Gehirn öffnet". Das Thema Rassismus - der begehrenswerte Gärtner ist ein Schwarzer - stammt aus Sirks "Solange es Menschen gibt" (1958), der klar gegliederte Set aus den aufwändigen Studioproduktionen der fünfziger Jahre. Das Treppenhaus bildet das Zentrum des Anwesens, um es herum spielen sich die großen und kleinen Katastrophen ab. Hier beginnt Cathys gesellschaftlicher Abstieg, hier verfällt Frank zusehends dem Alkohol - und am Ende des Films sind drei Leben zerstört.

Das makellose Außen, saubere Häuser, blankpolierte Autos, blütenweiße Handschuhe, herbstliche Blätter, stehen im harten Kontrast zum zerstörten Innen. Der Schein zählt, nicht das Sein - vor lauter Lächeln hätte ihr das Gesicht abends immer weh getan, erinnert sich Julianne Moore. Und so gilt es, bei diesem makellos fotografierten, stupend ausgestatteten, mit sicherer Hand inszenierten und vorzüglich gespielten Film hinter die Bilder zu schauen, um die Wahrheit zu sehen. Die kalte Rationalität von "Safe" mischt sich hier mit dem camp von "Velvet Goldmine". Herz und Hirn werden gleichermaßen angesprochen und gleichzeitig dem klassischen Hollywood-Kino Tribut gezollt. Todd Haynes spielt nun in der A-Liga, jetzt müssen nur noch die Zuschauer mitspielen. geh.

Darsteller:  Julianne Moore   als Cathy Whitaker
  Dennis Quaid   als Frank Whitaker
  Dennis Haysbert   als Raymond Deagan
  Patricia Clarkson   als Eleanor Fine
  Viola Davis   als Sybil
  James Rebhorn   als Dr. Bowman
  Bette Henritze   als Mrs. Leacock
  Michael Gaston   als Stan Fine
  Ryan Ward   als David Whitaker
  Lindsay Andretta   als Janice Whitaker
  Jordan Puryear   als Sarah Deagan
  Kyle Smith   als Billy Hutchinson
  Celia Weston   als Mona Lauder
  Barbara Garrick   als Doreen
  Olivia Birkelund   als Nancy
  Steven Ray Dallimore   als Dick Dawson
  Malika Davis   als Esther
  Jason Franklin   als Fotograf
  Gregory Marlow   als Reginald Carter
  C.C. Loveheart   als Marlene
 
Regie:  Todd Haynes  
Buch:  Todd Haynes  
Musik:  Elmer Bernstein  
Kamera:  Ed Lachman  
Produzent:  Christine Vachon  
  Jody Patton  

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"Laws of Attraction" heißt das aktuelle Projekt des Iren. Und "das Gesetz der Anziehung" ist in dem Fall ziemlich simpel: Seine frisch engagierte Hauptdarstellerin ist derzeit neben Nicole Kidman die angesagteste Dramendame.

Für ihre Rolle als zerbrechliche Hausfrau mit Familienfrust in "The Hours" wurde Moore kürzlich als Beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. Aber auch in der Königsklasse der Besten Hauptdarstellerinnen darf sie auf einen Goldjungen hoffen: In "Dem Himmel so fern" beeindruckt sie als scheinbar perfekte Ehefrau, die aber hinter der perfekten Fassade der Bürgerlichkeit ein leidenschaftliches Liebesleben genießt.

Spielen diese beiden Filme noch in den Fifties - beste Gelegenheit für Ms. Moore um mit ihrer feuerroten Haarpracht zu glänzen - ist "Laws of Attraction" in der Gegenwart angesiedelt: Moore und Brosnan sind beide Scheidungsanwälte und pikanterweise verheiratet. Doch aufgrund des engen Terminplanes ist die Ehe der beiden Schlammschlacht-Experten selbst auf dem besten Weg, vor dem Kadi zu enden. Doch eine romantische Komödie würde ihr Etikett nicht verdienen, wenn sich da nicht doch noch ein Ausweg auftäte.

Brosnan produziert übrigens selbst, die Dreharbeiten beginnen Mitte Juli in Irland und New York. Mal sehen ob der smarte Bond-Darsteller bis dahin Grund zum Neid hat - schließlich war er selbst bisher noch nicht einmal für einen Oscar nominiert...

 

Dem Himmel so fern in der Fotoshow

 

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