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Demonlover

Bizarrer, kühler und stylisher High-Tech-Spionage-Thriller, in dem eine Geschäftsfrau in die Abgründe von Internet-Pornographie fällt.


Demonlover

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Erhältlich seit:
24.09.2009

Thriller

Frankreich 2002
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 18 (keine Jugendfreigabe)

Connie Nielsen
Charles Berling
Chloë Sevigny

Regie: Olivier Assayas
KNM Home Entertainment

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Demonlover

Eine neue 3D-Software fürs Internet könnte das dortige Pornobusiness revolutionieren und steht deshalb ganz oben auf der Einkaufsliste von Schmuddelmogul Volf und seiner skrupellosen Assistentin Diane. Diese, im Nebenberuf als Industriespion tätig, räumt Rivalinnen normalerweise ohne Federlesen aus dem Weg, doch ausgerechnet an der schüchternen Elise, einer von der Vorgängerin geerbten Assistentin, beißt sie sich die Zähne aus. Als es zur offenen Konfrontation kommt, macht Diane nähere Bekanntschaft mit der neuen Technik.

Intrigenreigen aus dem Haifischbecken Chefetage trifft auf SF-Horror mit Cyberspace-Aufhänger in einem international besetzten, europäisch behelmten Hochglanz-Genrefilm, der mit seinem einem fiktiven Computergame entlehnten Titel auf dem Fantasy Filmfest 2002 manchen Okkulthorrorfreak auf die berühmte falsche Fährte lockte. Connie Nielsen, Chloe Sevigny und Gina Gershon liefern sich einen voyeurgerechten Dreikampf, bevor gegen Ende profanes Gemetzel seinen blutigen Lauf nimmt.

Demonlover

Olivier Assayas hetzt seine Charaktere - allen voran die schöne und coole Connie Nielsen - durch ein undurchsichtiges Spiel aus Hightech-Spionage und Mordkomplott. Dass sich der faszinierend moderne und kühle Thriller letzten Endes in der Grenzüberschreitung verschiedener Ebenen verzettelt und den Zuschauer ratlos zurück lässt, mag Assayas' Statement gegen die nicht mehr überschaubare Vermischung der virtuellen und realen Welten im neuen Jahrtausend sein, gleichzeitig aber auch die Schwäche seines Films, die bei den Filmfestspielen von Cannes Anlass zur Empörung gab.

Nicht ohne Anerkennung sollte jedoch der Mut des französischen Drehbuchautoren und Regisseurs bleiben, der nach der Literaturverfilmung "Les destinées sentimentales" neue Wege beschreitet und nach einer filmischen Form für die Fragen sucht, die die Globalisierung durch das World Wide Web aufdrängt: Wie weit darf die Übernahme der realen (und auch der Leinwand-) Welt durch die virtuelle gehen, wie weit die Verschiebung der Grenzen des Bösen und das Aufheben jeglicher Tabus durch die digitale Befriedigung/das Ausleben sadistischer Fantasien?

Rätsel hinterlässt "Demonlover" jedoch nicht, weil Antworten auf diese Fragen ausbleiben - eher scheinen seine unzugänglichen Charaktere, insbesondere die von Assayas einmal mehr fokussierten weiblichen Figuren, ihr eigenes durchtriebenes Spiel nie selbst in der Hand zu haben. So begegnen wir der schönen und so berechnenden wie unberechenbaren Französin Diane de Mony (Connie Nielsen) zunächst als souveräner Karrierefrau, die mit List und Tücke und Understatement an die Spitze eines global operierenden Medienkonzerns vorrückt. Als rechte Hand von Tycoon Henri-Pierre Volf (Jean-Baptiste Malartre) führt sie die Verhandlungen um die Übernahme von revolutionären 3-D-Manga-Pornofilmen zum erfolgreichen Abschluss. Tatsächlich ist Diane jedoch eine skrupellose Spionin des Konkurrenten Megatronics, der Volfs Deal mit dem amerikanischen Major Demonlover - berüchtigt für seine illegale Website für Snuff-Filme - sabotieren will. Megatronics toughe und sexy Geschäftsführerin Elaine (Gina Gershon) entpuppt sich als ebenso ebenbürtige Gegenspielerin wie Dianes eigene Assistentin Elise (Chloë Sevigny), die immer brutalere Methoden findet, um ihre Chefin schließlich mit einer perfiden Intrige auszuspielen. Diese führt so weit, dass die verstörenden Visionen aus Demonlovers virtueller Folterkammer "Hell Fire Club" für Diane Realität werden und sie in einen Strudel sadomasochistischer Abhängigkeiten stürzen.

Nachdem "Demonlover" anfangs durch seine brillant präzise Kameraarbeit, coole und puristische Pastelltöne und durchdesignte, aseptische Settings der reichen und schönen Businesswelt des 21. Jahrhunderts besticht, gleicht Assayas seinen Film im weiteren verwirrenden, kaum nachvollziehbaren Verlauf den Produkten an, um die spioniert und intrigiert wird. Dianes Pläne zur Überlistung der Konkurrenz, ihre ambivalente Beziehung zu ihrem Kollegen Herve (Charles Berling), eine Psychologie, die auf ein Bewusstsein und ein inneres Selbst der Protagonistin schließen lässt - für all dies findet Assayas keine ausreichenden Worte, die Kamera keine klaren Bilder. Möglicherweise ist aber dieser Mangel in einer von Emotionen befreiten Welt auf dem Weg in die virtuelle Cyberhölle auch eine Antwort. cm.

Darsteller:  Connie Nielsen   als Diane de Monx
  Charles Berling   als Herve Le Millinec
  Chloë Sevigny   als Elise Lipsky
  Gina Gershon   als Elaine Si Gibril
  Dominique Reymond   als Karen
  Jean-Baptiste Malartre   als Henri-Pierre Volf
  Edwin Gerard   als Edward Gomez
  Thomas Pollard   als amerikanischer Anwalt
  Abi Sakamoto   als Kaori
  Naoko Yamazaki   als Eiko
  Nao Omori   als Shoji
  Jean-Pierre Gos   als Verkamp
  Julie Brochen   als Gina
  Alexandre Lachaux   als Erwan
  Ludovic Schoendoerffer   als Luis
  Mathias Mlekuz   als Elises Chauffeur
  Gilles Masson   als Mann mit Hund
  Pascal Oumaklouf   als Angreifer von Karen
  Bruno Soldani   als Angreifer von Karen
  Arnaud Mathey-Dreyfus   als Hervés Assistent
 
Regie:  Olivier Assayas  
Buch:  Olivier Assayas  
Musik:  Sonic Youth  
Kamera:  Denis Lenoir  
Produzent:  Edouard Weil  
  Xavier Giannoli  
 

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