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Departed - Unter Feinden

Martin Scorseses US-Remake des Hongkong-Hits "Infernal Affairs" über einen Cop und einen Gangster, die jeweils für die andere Seite arbeiten.


Departed - Unter Feinden

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Erhältlich seit:
13.04.2007

Originaltitel: The Departed

Thriller/ Drama

USA 2006
Laufzeit: 145 Min.
FSK: ab 16

Leonardo DiCaprio
Matt Damon
Jack Nicholson

Regie: Martin Scorsese
Warner Home Video Germany

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Martin Scorsese auf der Höhe seiner Kunst: Er schickt Leonardo DiCaprio und Matt Damon als rivalisierende Cops in die Unterwelt.

Cop Billy agiert undercover (Foto: Warner) Großansicht

Cop Billy agiert undercover (Foto: Warner)

Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese. Drei Filme haben die beiden gemeinsam in den letzten vier Jahren realisiert und allmählich scheint es, als würde der "Titanic"-Star Scorseses neuer Robert De Niro werden. Zumal er nach "Gangs of New York" und "Aviator" nun im ureigenen Mafia-Gefilde des "GoodFellas" wildert.

In "Departed - Unter Feinden" spielt DiCaprio mit nervöser Energie den Undercover-Cop Billy Costigan, der ins Bostoner Syndikat eingeschleust wird, um dessen mächtigen, irischstämmigen Boss Costello zu Fall zu bringen - Jack Nicholson "debütiert" bei Scorsese und liefert eine Oscar-reife Performance ab.

Costello regiert die Unterwelt (Foto: Warner) Großansicht

Costello regiert die Unterwelt (Foto: Warner)

Insider und Rivalen

Billy gewinnt schnell Costellos Vertrauen, doch er hat einen harten Widersacher in den eigenen Reihen: Colin Sullivan (Matt Damon), einen skrupellosen Kriminellen, der sich bei der Polizei eingeschleust hat, um den Unterweltboss mit Insiderinformationen zu versorgen. Als sowohl die Gangster als auch die Polizei merken, dass in ihren Reihen ein Maulwurf tätig ist, laufen Billy und Colin Gefahr, aufzufliegen.

Um ihre Haut zu retten, versuchen sie, den jeweils anderen zu enttarnen - was zu schlimmsten Verwicklungen und argem Blutvergießen in South Boston führt, dem Viertel, in dem beide aufgewachsen sind.

Colin und Billy machen sich gegenseitig das Leben schwer (Foto: Warner) Großansicht

Colin und Billy machen sich gegenseitig das Leben schwer (Foto: Warner)

Zurück zu heimischem Terrain

Nach "Casino" (1995) kehrt Scorsese damit ins angestammte Mobster-Terrain zurück, das er wieder überaus versiert bearbeitet und ums Schuld und Sühne-Motiv erweitert. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen, wenn der Filmemacher mit geradezu besessener Detailverliebtheit seine komplexe Story abspult. Keinem, so scheint es, kann man mehr trauen, jeder führt ein Doppelleben, hat irgendwie Dreck am Stecken.

"Gimme Shelter" betteln die The Rolling Stones vom Soundtrack, während es immer wieder zu unerwartet heftigen Gewaltausbrüchen kommt. Es wird taktiert, verhandelt und betrogen in dieser verdorben realistischen Unterwelt, die Michael Ballhaus mit brüchiger Eleganz bebildert.

Scorsese hat seinen New Yorker "Hexenkessel" ins heutige Boston verlegt - ob sein "Taxi Driver" den Mut hätte, auch hier noch seine Runden zu drehen? Gut angekommen ist das Drama allemal: "Departed: Unter Feinden" gewann bei den diesjährigen Academy Awards in der Kategorie Bester Film, Scorsese wurde für die beste Regie ausgezeichnet und Mark Wahlberg als bester Nebendarsteller nominiert.

Departed - Unter Feinden

Mit funkelnder Starbesetzung verlegt Altmeister Martin Scorsese eine auf dem Hongkong-Hit "Infernal Affairs" (2002) basierende vielschichtige Cops & Mobsters-Saga in die "Mean Streets" von Boston und verzeichnet damit ein neues Karrierehoch.

Mit den beiden aufwändigen historischen Epen "Gangs of New York" und "Aviator" realisierte der Erz-New-Yorker Scorsese zuletzt angestrengt lange gehegte Ambitionen. Nun kehrt er zu seinem angestammten Mafia-Metier zurück, und schon wirkt seine Arbeit befreit und mühelos. Und das Ergebnis ist sensationell unterhaltsam wie schon lange nicht mehr. Basierend auf der hervorragenden Drehbuchadaption von William Monahan ("Königreich der Himmel") wird die komplexe Geschichte von zwei Cops und ihren verdeckten Loyalitäten erzählt. Colin Sullivan (Matt Damon) ist ein aufstrebender Detective bei der State Police, der seit Kindheitstagen für den irischen Mobboss Frank Costello (Jack Nicholson) tätig ist und ihm jetzt wertvolle Tipps zuschleusen kann. Im Gegensatz zu Sullivans selbstsicher-glattem Yuppie wirkt der frischgebackene Polizeikadett Billy Costigan (Leonardo Di Caprio) verunsichert und voller roher Emotionen, als er von Captain Queenan (Martin Sheen) und dem konstant Flüche ausspuckenden Sergeant Dignan (Mark Wahlberg macht jeden seiner Auftritte zum Erlebnis) als Undercovercop rekrutiert wird. In Folge gelingt es Costigan schnell, in Costellos engsten Kreis von gewalttätigen "GoodFellas" aufgenommen zu werden. Alldieweil werden sich sowohl das Polizeidepartment als auch Costello bewusst, dass sich in ihren eigenen Reihen jeweils ein Spitzel der anderen Organisation befindet. Beide Maulwürfe versuchen nun in einem nervenaufreibenden Katz- und Mausspiel, die Identität des anderen zu entlarven. Gleichzeitig haben beide Männer eine Beziehung mit der Polizeipsychologin Madolyn (Vera Farmiga in der einzigen nennenswerten Frauenrolle), was der finalen Tragödie eine zusätzliche Dimension verleiht.

Das sich wie ein blutroter Faden durch die Story webende Thema Doppelleben (welches sich nicht nur auf die beiden Protagonisten beschränkt) wird von Scorsese gekonnt mit präzisem Gegenschnitt illustriert. Kleinste Details haben bei der Charakterzeichnung ihre Bedeutung, und auch bei der Songauswahl des stimmigen Soundtracks (die von "Gimme Shelter" der Rolling Stones über Van Morrisons Version von "Comfortably Numb" hin zu Eurhythmics' "Sweet Dreams") wird nichts dem Zufall überlassen. Plötzliche, verstörende Gewalteruptionen gehören ebenso zu Scorseses Markenzeichen wie gelegentlicher Galgenhumor und die authentisch klingenden Dialoge. In dieser Hinsicht glänzt der seine Tendenz zum Overacting weitgehend unter Kontrolle haltende Nicholson, der hier erstmals mit Scorsese zusammenarbeitet. Neu mit von der Partie ist auch Damon, der wie bereits in "Der talentierte Mr. Ripley" perfekt einen eiskalten Kriminellen mit unschuldiger Fassade mimt. Bereits zum dritten Mal steht hingegen DiCaprio für Scorsese vor der Kamera, für die erneut Michael Ballhaus ("GoodFellas", "Gangs of New York") mit typisch eindringlichen Bildern zuständig ist. Der mittlerweile vollkommen erwachsen wirkende "Titanic"-Star etabliert sich mit seiner nuancierten Porträtierung, in der sich Verletzlichkeit, Paranoia, Abgebrühtheit und Cleverness vereinen, endgültig als charismatisches Schwergewicht. Schwere Jungs werden nun mal kaum besser in Szene gesetzt als von Scorsese, der hiermit einen weiteren Klassiker des Genres in der Kerbe hat. ara.

Darsteller:  Leonardo DiCaprio   als Billy
  Matt Damon   als Colin
  Jack Nicholson   als Costello
  Mark Wahlberg   als Dignam
  Martin Sheen   als Queenan
  Ray Winstone   als Mr. French
  Vera Farmiga   als Madolyn
  Anthony Anderson   als Brown
  Alec Baldwin   als Ellerby
  Kevin Corrigan   als Cousin Sean
  Badgett Dale   als Barrigan
  David O'Hara   als Fitzy
  Mark Rolston   als Delahunt
  Robert Wahlberg   als Lazio (FBI)
  Kristen Hocking   als Gwen
 
Regie:  Martin Scorsese  
Buch:  William Monahan  
Musik:  Howard Shore  
Kamera:  Michael Ballhaus  
Produzent:  Graham King  
  Brad Pitt  
  Brad Grey  

"Sin City 2" bekommt Feinschliff von "Departed"-Autor

Das düstere Rachedrama im Comic-Look erlangte sofort Kultstatus…

Clive Owen gibt in "Sin City 2" demnächst wieder den großen Frauenbeschützer (Foto: Buena Vista) Großansicht

Clive Owen gibt in "Sin City 2" demnächst wieder den großen Frauenbeschützer (Foto: Buena Vista)

Schemenhaft in schwarz-weiß schattierte Helden mit coolen Sprüchen und ruppigen Manieren, im wilden SM-Look betörende Frauenfiguren und dazwischen knallrote Blutspritzer: "Sin City" war im Jahr 2005 nicht nur für Fans von Comic-Verfilmungen ein cineastischer Meilenstein.

Daher war auch schnell klar, dass Robert Rodriguez eine Fortsetzung folgen lassen würde. Doch bis jetzt ist wenig Konkretes passiert, obwohl der Regisseur bereits einen Termin für die erste Klappe Ende des Jahres anvisiert hat. Das Problem lag bisher in der Story. Denn obwohl schon länger klar ist, dass die Episode "A Dame to Kill for" im Mittelpunkt des zweiten Films stehen soll, kam das Drehbuch nicht so recht in Form.

Deshalb hat Robert Rodriguez nun einen Top-Autoren verpflichtet, der dem Skript den letzten Schliff geben soll: William Monahan, der Blockbuster wie "Königreich der Himmel", "Departed - Unter Feinden" und "Auftrag Rache" geschrieben hat.

Jetzt bloß keine Schreibblockade!

Für den Drehbuchexperten dürfte die Story aus Kultautor Frank Millers Comicvorlage "A Dame to Kill for" eine Steilvorlage sein: Der im ersten Teil von Clive Owen gespielte Dwight McCarthy beweist sich darin mal wieder als Retter der schönen Frauen von Sin City. Diesmal greift er einer alten Liebe namens Ava unter die Arme - und handelt sich damit Probleme der allerübelsten Sorte ein. Auch Mickey Rourkes Superfreak Marv und Jessica Alba als Nancy sollen dabei wieder mit von der Partie sein.

Wie sehnsüchtig Robert Rodriguez auf das Drehbuch wartet, beweist dessen Kommentar zu William Monahans Verpflichtung: "Es sieht gut aus bei 'Sin City 2', wir haben das Geld und stellen das Skript fertig. Wir haben alles, was wir brauchen und können anfangen zu drehen, sobald wir von William die Seiten bekommen!"

Jede Menge Druck also für William Monahan - doch der Erfolgs-Autor dürfte diese typischen Hollywood-Arbeitsbedingungen inzwischen gewohnt sein…

 

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