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Der 13te Krieger

Kompromißlose Actionschlacht nach Michael Crichtons "Schwarze Nebel", in der ein Trupp Wikinger gegen einen Menschenfresser-Stamm ins Feld zieht.


Der 13te Krieger

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Erhältlich seit:
05.09.2000

Originaltitel: The 13th Warrior

Action/ Abenteuer

USA 1999
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 16

Antonio Banderas
Diane Venora
Dennis Storhøi

Regie: John McTiernan
Concorde Home Entertainment

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Kompromisslose Actionschlacht nach Michael Crichtons "Schwarze Nebel", in der ein Trupp Wikinger gegen einen Menschenfresser-Stamm ins Feld zieht.

Im dunklen Wald hilft nur noch Feuer (Foto: Concorde) Großansicht

Im dunklen Wald hilft nur noch Feuer (Foto: Concorde)

Auf der Flucht vor dem rachsüchtigen Vater seiner letzten Liebschaft verschlägt es den jungen Araberfürsten Ahmed Ibn Fahdlan (Antonio Banderas) an den arktischen Hof eines Wikingerfürsten, dessen Stamm einer Bedrohung der unheimlichen Art ausgesetzt ist:

In immer kürzeren Abständen überfallen mysteriöse Krieger aus den Wäldern im Norden die Küstenorte und dezimieren deren Einwohnerschar. Eine Gruppe von 13 geweihten Kämpfern soll dem blutigen Spuk ein ebensolches Ende bereiten, und Ahmed ist einer der Auserwählten.

Der stolze Araber zieht gegen die Monster in die Schlacht (Foto: Concorde) Großansicht

Der stolze Araber zieht gegen die Monster in die Schlacht (Foto: Concorde)

Willkommen im Mittelalter!

Frei nach der britischen Beowulf-Saga bzw. den Aufzeichnungen eines ums Jahr 1000 tatsächlich gen Polarkreis gereisten Arabers dichtete der zuverlässige Bestseller-Lieferant Michael Crichton ("Jurassic Park") bereits 1974 diese düstere Mittelalter-Saga mit kräftiger Horror-Würznote.

Antonio Banderas macht in John McTiernans Actionspektakel als intellektueller Schöngeist unter Gefühlsmenschen eine gute Figur.

Der 13te Krieger

Die Wikinger kommen - endlich! Mehr als eineinhalb Jahre nach dem ersten angekündigten US-Starttermin erhebt sich nun doch noch John McTiernans ("Stirb langsam 1&3") gewaltige Verfilmung von Michael Crichtons ("Jurassic Park") Schauerroman "Schwarze Nebel" wie ein Phoenix aus der Schattenwelt der ewigen Testvorführungen und Nachdrehs. Dem Vernehmen nach von Produzent Crichton gegen den Willen des Regisseurs erstellt, überzeugt die martialisch-kompromißlose Schlachtplatte aus dem hohen Norden, in der Antonio Banderas an der Seite von zwölf hünenhaften Normannen gegen einen Stamm von Menschenfressern zu Feld zieht, restlos: als perfekte Actionunterhaltung ohne Kompromiß, pures Nihilismus-Kino ohne sozialpolitische Relevanz, das elektrisiert wie in letzter Zeit bestenfalls "Matrix".

So lange zogen sich die Arbeiten an "Der 13. Krieger" hin, daß John McTiernan einstweilen sogar die Zeit fand, sich von der Drehstrapaze (angeblich war er gezwungen, sämtliche Actionsequenzen ein zweites Mal drehen) und erbitterten Infights mit Michael Circhton mit dem weniger nervenaufreibenden Remake von "Thomas Crown ist nicht zu fassen" zu erholen. Dem 80-Mio.-Dollar-Spektakel über einen arabischen Poeten, der mit einem Schrecken von kaum vorstellbaren Ausmaßen konfrontiert wird, sieht man die Kämpfe an: Auf das Rudimentärste reduziert und von jeglichem Ballast vermutlich gedrehter Nebenhandlungen befreit, wirkt der Film ebenso vernarbt und von zahllosen Schlachten gezeichnet wie die Gesichter seiner von Wind und Wetter gegerbten Wikinger - was zur authentischen Atmosphäre bestens beiträgt. Wie die Männer, die keine Angst kennen und sich dem Schicksal ergeben, zieht auch "Der 13. Krieger" unverdrossen in zahllose Auseinandersetzungen, die McTiernan zu einem nicht enden wollenden Crescendo der Apokalypse anschwillen läßt. Das Ergebnis ist ein durchschlagender Filmtrip, angesiedelt zwischen der letzten halben Stunde von McTiernans "Predator", der Fantasy-Gewalt von "Conan der Barbar" und der Echtheit des Schlachtengetümmels von "Braveheart".

Peinlichst genau folgt "Der 13. Krieger" dem Vorbild der Vorlage. Nach einer hastigen Exposition, in der Antonio Banderas als arabischer Schöngeist Ibn Fadlan auf einen Trupp Nordmänner trifft und in deren Kreis aufgenommen wird, geht es sehr schnell in nördliche Breitengrade. Dort sollen, so ein Orakel, zwölf Krieger und ein Nicht-Normanne einen bedrohten Stamm vor einer unaussprechlichen Bedrohung schützen, die halb Mensch, halb Bär, des nächtens im Schutz des Nebels auftaucht, um die Köpfe ihrer Gegner zu sammeln. Kurz gewährt McTiernan zur Einstimmung einen Blick auf eine der Greueltaten der Menschenfresser, danach müssen sich seine Helden im Kampf bewähren. Und was für Kämpfe das sind: Während die Geschichte ganz klassisch, ganz einsilbig erzählt wird, entwickelt McTiernan im Angesicht unmittelbarer Gefahr eine filmische Eloquenz, die atemberaubend ist. Komplett mit handgehaltener Kamera gefilmt, in bedrohliche Schatten und Nebel getaucht oder gar vor Feuersbrünsten mit Scherenschnitteffekt fotografiert, schleudert der Regisseur den Zuschauer in vier großen Actionsequenzen, eine gewaltiger als die andere, mitten hinein in das barbarische Geschehen.

Antonio Banderas ist als zivilisierter Fremdkörper der ideale Führer durch diesen brachialen Culture Clash, denn er steht dieser atavistischen Welt, in der fressen oder gefressen werden die einzigen Optionen darstellen, mit der gleichen Mixtur aus Entsetzen und Faszination gegenüber wie der Zuschauer im Kinosessel. Daß es schließlich seine Intelligenz und Rationalität sind, die die Wende im aussichtslos scheinenden Kampf gegen die Dämonen einleiten, ist das einzige Zugeständnis an das Funktionieren der Vernunft. Sonst zählt hier nur der Krieg - und der wurde so wahnwitzig umgesetzt, daß "Der 13. Krieger" eines der großen rauschartigen Erlebnisse ganz puren Kinos in diesem Jahr ist - ausschließlich für Erwachsene, wohlgemerkt. ts.

Darsteller:  Antonio Banderas   als Ahmed Ibn Fahdlan
  Diane Venora   als Königin Weilew
  Dennis Storhøi   als Herger der Fröhliche
  Vladimir Kulich   als Buliwyf
  Omar Sharif   als Melchisidek
  Anders T. Andersen   als Wigliff
  Richard Bremmer   als Skeld der Abergläubische
  Tony Curran   als Weath der Musiker
  Mischa Hausserman   als Rethel der Bogenschütze
  Neil Maffin   als Roneth der Reiter
  Asbjorn Riis   als Halga der Weise
  Clive Russell   als Helfdane der Große
  Daniel Southern   als Edgtho der Schweigsame
  Oliver Sveinall   als Haltaf der Junge
  Sven Wollter   als König Hrothgar
  Albie Woodington   als Hyglak der Streitsüchtige
 
Regie:  John McTiernan  
Buch:  William Wisher  
  Warren Lewis  
Musik:  Jerry Goldsmith  
Kamera:  Peter Menzies jr.  
Produzent:  John McTiernan  
  Michael Crichton  
  Ned Dowd  

Kämpfer, Krieger, Kinderhelden

Bestien in Menschengestalt, Entdecker, große Krieger oder Helden: Wikinger haben viel Gesichter - in der Geschichte wie auf der Leinwand.

Ein Schiff wird kommen... doch was wird es bringen? Großansicht

Ein Schiff wird kommen... doch was wird es bringen?

Im vergangenen Kinojahr die Realverfilmung von "Wicki und die starken Männer", in diesem Frühjahr das 3D-Animationsabenteuer "Drachenzähmen leicht gemacht" - kindgerecht agierende Wikinger sind auf der Leinwand momentan gern gesehene Gäste.

Aber auch sonst sind die haarigen Hünen aus dem hohen Norden beliebte Kinderhelden: Ob Comicfigur "Hägar, der Schreckliche", die Wikinger in den Heften und Filmen des "Asterix"-Kosmos oder die TV-Zeichentrickserie "Wicki und die starken Männer" - die umtriebigen Seefahrer mit dem ausgeprägten Sinn für Gemeinschaft und Familie haben einen festen Platz im Herzen der Kleinen.

Blutige Kämpfe sind ihr Geschäft: Karl Urban als Indianer mit Wikingerwurzeln in "Pathfinder" Großansicht

Blutige Kämpfe sind ihr Geschäft: Karl Urban als Indianer mit Wikingerwurzeln in "Pathfinder"

Helden in haariger Mission

Aber nicht nur dort. Auch die Älteren haben jede Menge Spaß mit den Normannen. "Erik, der Wikinger", der Kultklamauk von Monty Python-Regisseur Terry Jones, nimmt die Sache mit dem Spaß dabei noch am wörtlichsten. Ein Monumentalschinken der Marke "Die Wikinger" hingegen schlägt eher in die unfreiwillig komische Kerbe. So heroisch Kirk Douglas und Tony Curtis vor über 50 Jahren auf den Filmfreund und dessen schmachtende Freundin auch gewirkt haben mögen - heutzutage ist das Liebe-trifft-Intrige-Abenteuer aus Hollywoods goldener Ära vor allen Dingen ein Garant für nostalgische Momente und seliges bis breites Grinsen.

Ganz anders verhält es sich da schon mit "Pathfinder". Der martialische und fernab aller lustigen Pfade angesiedelte Actionreißer hebt sich von der Masse der Wikingerfilme durch die Thematisierung eines oft vernachlässigten Aspekts ab: die brutalen Kämpfe zwischen Indianern und Wikingern, den eigentlichen Entdeckern Amerikas. Auch wenn das bildgewaltige Werk an den Kinokassen nicht wirklich punkten konnte, hat es durch seine ungewöhnliche Erzählebene nicht nur unter Genrefans das Zeug zum Klassiker.

In "Outlander" haben die Wikinger eine unheimliche Begegnung der dritten Art Großansicht

In "Outlander" haben die Wikinger eine unheimliche Begegnung der dritten Art

Der Beowulf-Mythos, ein ewiger Dauerbrenner

Denn wenn man sich das Gros der Wikingerfilme einmal genauer betrachtet, dann stolpert man immer wieder über den gleichen Impulsgeber: den Beowulf-Mythos. Ob nur in Andeutungen wie in "Der 13. Krieger" oder explizit beim Namen genannt wie in "Beowulf" oder "Beowulf & Grendel" - das über 1.000 Jahre alte Heldengedicht, das den Kampf zwischen einem unerschrockenen angelsächsischen Krieger und einem nicht-irdischen Gegner erzählt, hat schon diverse Drehbuchautoren inspiriert.

So zuletzt auch Howard McCain und Dirk Blackman. Herausgekommen ist "Outlander", für manch einen die perfekte Kombination aus Wikingeraction, Science Fiction-Spektakel und Alienplage. Ob derart zusammengestrickte Handlungsstränge noch viel mit dem ursprünglichen Wikingerbild zu tun haben, sei einmal dahin gestellt. Beim Fantasy Filmfest 2008 fand der Streifen zumindest ein entrückt-angetanes Publikum.

 

Der 13te Krieger in der Fotoshow

 

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Antonio Banderas

Mit seiner Tollkühnheit, Artistik und eleganten Körpersprache als Degen schwingender, glutvoller und von mitreißender Spielfreude...

 

Star

Omar Sharif

Ägyptischer Weltstar. Seit seiner Rolle im Welterfolg "Doktor Schiwago" war Omar Sharif mit elegantem Auftreten, stolzer Erscheinung und...