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Der alte Affe Angst

Mutiges und tragisches Drama von Oskar Roehler, das radikal mit romantischen Vorstellungen von Liebe aufräumt.


Der alte Affe Angst

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Erhältlich seit:
12.08.2005

Originaltitel: Der alte Affe Angst

Drama

Deutschland 2003
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 16

André Hennicke
Marie Bäumer
Vadim Glowna

Regie: Oskar Roehler
Warner Home Video Germany

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Der alte Affe Angst

Wer Oskar Roehler kennt, weiß, dass ihn keine heile Welt erwartet, sondern ein Tal der Tränen. Liebe allein reicht nicht für ein harmonisches Zusammenleben muss ein von Selbstzweifeln und sexuellen Problemen geplagtes Paar erkennen. Trotz allen Leids glimmt am Ende ein Fünkchen Hoffnung. Mit diesem starken Liebesdrama traf Dieter Kosslick eine mutige Entscheidung für den Berlinale-Wettbewerb.

Sie sind ein modernes Paar, der Theater-Regisseur Robert und seine Freundin Marie, Ärztin in einer Kinderklinik. Doch unter der Oberfläche herrscht Unverständnis. Seit sechs Monaten hatten die beiden keinen Sex mehr. Irgendwann bricht der Frust aus der vernachlässigten Gefährtin heraus, die sich in ihrer Weiblichkeit verletzt fühlt. Sogar frivole Dessous bringen bei Robert nichts in Bewegung, er trennt Sex und Liebe säuberlich, um nicht wie in vergangenen Beziehungen erneut enttäuscht zu werden, findet körperliche Befriedigung bei Prostituierten. Als Marie ihm nach einem dieser Besuche auf die Schliche kommt, zwingt sie ihn, mit ihr zum Sex-Shop zurückzufahren. Sie will sehen, mit wem Robert schläft und entdeckt, dass es die HIV-positive Mutter eines ihrer kleinen Patienten ist. Ein Vertrauensbruch, den die Schwangere nicht verkraftet. Aber vielleicht ist Hoffnung wirklich "die letzte Weisheit der Narben" (Siegfried Lenz). "Hard Stuff" bietet Roehler, der sein Lieblingsthema Selbstzerstörung neu variiert und dabei die von ihm bevorzugten Register zieht: Da ist das Individuum einsam und auf sich zurückgeworfen, stehen sich Mann und Frau trotz aller Emotionen fremd gegenüber, bleibt auch der Besuch beim Therapeuten folgenlos, dient Sex primär der Triebabfuhr. Schon in "Die Unberührbare" ließ sich Roehler von autobiografischen Elementen inspirieren. Nach den Assoziationen an die Mutter, verarbeitet er hier Erinnerungen an den fernen, toten Verleger-Vater. Nach Jahren des Schweigens begegnet der Sohn dem an Krebs erkrankten Erzeuger (Vadim Glowna als Autor, der seinen Roman nicht mehr beenden kann). Auch wenn der Todgeweihte will, dass "einer den Stecker rausziehen" soll, wenn es soweit ist, empfindet Robert plötzlich eine diffuse Zuneigung, so etwas wie Verantwortung, will den Gebrechlichen sogar bei sich aufnehmen. Zu spät. Die Angst vor Gefühlen zieht sich wie ein roter Faden durch das Drama, das durch einige drastische Szenen provoziert und die Überlegung aufwirft, warum der Mensch unbedingt Masochist sein muss. Roehler wagt viel, denn sein männlicher Hauptcharakter ist kein Sympathieträger, sondern ein künstlerischer Pseudo-Sensibler, der seine Neurosen auf Kosten anderer hegt und pflegt. Und die weibliche Figur als "Mater dolorosa", die ihr Kind verliert, knapp einen Suizidversuch überlebt und dennoch aus Liebe jegliche Demütigung verzeiht und Vergebung triumphieren lässt, entspricht männlicher Projektion. Dieser Kreuzweg löst kontroverse Reaktionen und Beklommenheit aus, und das ist gut so - räumt "Der Alte Affe Angst" doch radikal mit romantischen Vorstellungen von Liebe auf, schmerzt durch Rigorosität und trifft tief ins Unterbewusste, artikuliert verborgene Ängste, setzt sich mit existenziellen Fragen von Tod und Leben auseinander. Und Marie Bäumer, erst kürzlich mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet, beweist ihr Talent als eine der bemerkenswertesten jungen Schauspielerinnen des deutschen Films. mk.

Der alte Affe Angst

DER ALTE AFFE ANGST erzählt die bedingungslose Liebesgeschichte von Robert und Marie. Robert liebt Marie. Aber seit Monaten hat er nicht mehr mit ihr geschlafen, findet sexuelle Befriedigung nur noch bei Prostituierten. Robert begibt sich auf einen selbstzerstörerischen Ego-Trip und setzt dabei seine Beziehung zu Marie aufs Spiel. Marie verliert fast den Boden unter den Füßen. Bis sie beschließt, für ihre Liebe zu kämpfen...

Quelle: Warner Home Video

Interviews : mit Oskar Roehler, Marie Bäumer und André Hennicke
Kino-Trailer

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  André Hennicke   als Robert
  Marie Bäumer   als Marie
  Vadim Glowna   als Klaus
  Hilde van Mieghem   als Brigitte
  Hermann Beyer   als Vater Marie
  Jutta Hoffmann   als Mutter Marie
  Christoph Waltz   als Analytiker
  Herbert Knaup   als Wolfgang
  Ingrid van Bergen   als Schauspielerin Theater
  Catherine Flemming   als Mutter
  Nina Petri   als Klinikpsychologin
  Ralf Bauer   als Frauenarzt
  Eva Habermann   als Prostituierte
 
Regie:  Oskar Roehler  
Buch:  Oskar Roehler  
Musik:  Martin Todsharow  
Kamera:  Hagen Bogdanski  
Produzent:  Eberhard Junkersdorf  
  Dietmar Güntsche  
 

Der alte Affe Angst in der Fotoshow

 

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