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Kaufvideo
Erhältlich seit:
12.03.2009
Originaltitel: Der Baader Meinhof Komplex
Deutschland 2008
Laufzeit: 144 Min.
FSK: ab 12
Moritz Bleibtreu
Martina Gedeck
Johanna Wokalek
Regie: Uli Edel
Highlight Communications (Deutschland)

23 Jahre nach Erstveröffentlichung von Stefan Austs Standardwerk zur Geschichte der RAF kommt die lange erwartete Verfilmung des "Baader Meinhof Komplex" in die deutschen Kinos und wird gleich von Deutschland ins Rennen um eine Oscar-Nominierung geschickt.
Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel, die schon bei "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und "Letzte Ausfahrt Brooklyn" zusammenarbeiteten, erzählen in üppigen und angesichts der Fülle des Materials doch knapp bemessenen 150 Minuten die Chronik der damaligen Ereignisse, angefangen bei den Demonstrationen anlässlich des Schah-Besuches 1967 in Berlin und des gewaltsamen Todes Benno Ohnesorgs. Die beiden Kreativen legten dabei größtmöglichen Wert auf eine realitätsnahe Schilderung. So drehten sie die Szenen vor der Deutschen Oper, im Audimax der Technischen Universität Berlins sowie einige Aufnahmen im Gefängnis Stuttgart-Stammheim an Originalschauplätzen. Die Dialoge basieren, soweit möglich, auf überlieferten Gesprächen und für das Setdesign wurde auf Originalfotos zurückgegriffen. Zusammen mit der Kostümarbeit (Birgit Missal) und der manchmal etwas klischeehaften Musikauswahl, wird ein stimmiges Bild der 70er Jahre gezeichnet. Auch bei der Auswahl der Schauspieler legte man nicht nur Wert auf deren Fähigkeiten, sondern auch auf äußerliche Ähnlichkeiten mit den betreffenden Figuren. So liest sich die Besetzungsliste wie das Who-is-Who der deutschsprachigen Schauspielgrößen, angefangen bei Moritz Bleibtreu über Martina Gedeck, Alexandra Maria Lara und Hannah Herzsprung, bis zu Heino Ferch und Bruno Ganz.
Da selbst eine Laufzeit von zweieinhalb Stunden nicht ausreicht die Fülle an Ereignissen, Personen und Hintergründe in ihrer Gänze zu erfassen, konzentriert sich der Film auf wesentliche Wendepunkte. Dies führt allerdings ab und zu zu unlogisch erscheinenden Verkürzungen. Deutlich wird dies z.B. wenn sich die Angeklagten im Stammheim-Prozess über ihre Isolationshaft vor Gericht beschweren, die direkt nachfolgende Szene aber Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Ulrike Meinhof (Gedeck) gemeinsam in einer Gefängniszelle zeigt. Auch die Motivation einzelner Protagonisten wird mehr behauptet, als erzählt. Gerade die Figur des Andreas Baaders wirkt trotz des intensiven Spiels Bleibtreus weitgehend blass. Und auch wenn er tatsächlich nicht viel mehr war als der Egomane, der sich in der Rolle des chauvinistischen aber coolen Outlaws gefiel, als der er in "Der Baader Meinhof Komplex" gezeigt wird, bleibt dadurch die Faszination, die Baader nicht nur auf seine engsten Begleiter ausübte sowie sein späterer Weg in letzter tödlicher Konsequenz nur schwer nachvollziehbar.
Die Filmemacher verzichten in ihrer schnellen Aneinanderreihung von Episoden - Eichinger spricht von einer "Fetzendramaturgie" - bewusst auf eine Wertung und Analyse. Durch die filmische Form bringen sie einem neuen, jungen Publikum, das allerdings über einen gewissen Grad an thematischer Vorbildung verfügen sollte, die Dekade von 1967 bis 1977 nahe. Technisch und schauspielerisch auf hohem Niveau geht diese atemlos inszenierte Terrorchronik berechtigt für Deutschland ins Rennen um die diesjährige Oscarnominierung.
Edel und Eichinger schufen einen Film, der, 31 Jahre nach dem Deutschen Herbst, den deutschen Kinoherbst mit dominieren wird. Dass Zuschauer wie 1986 bei Reinhard Hauffs "Stammheim", nach einem Drehbuch von Stefan Aust, die Filmvorführungen mit Filmrollenklau und Buttersäureangriffen begleiten, müssen sie allerdings nicht fürchten. Dafür polarisieren sie - bewusst - zu wenig. Aber vielleicht sagt dies auch mehr über die heutige Zeit, als über diesen längst überfälligen Film aus. mahe.
Deutschland in den 70ern.
Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), die ehemalige Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun
Ensslin (Johanna Wokalek), kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen:
die US-amerikanische Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von führenden Köpfen
der deutschen Politik, Justiz und Industrie unterstützt wird.
Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion hat der Bundesrepublik Deutschland den
Krieg erklärt. Es gibt Tote und Verletzte, die Situation eskaliert, und die noch junge Demokratie wird in ihren
Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die Taten der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen
versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große
Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann.
Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger ("Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders", "Der Untergang")
und Regisseur Uli Edel ("Letzte Ausfahrt Brooklyn", "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo") setzten Stefan
Austs Standardwerk über den RAF-Terrorismus und die dramatischen Ereignisse von 1967 bis zum "Deutschen Herbst"
1977 eindrucksvoll in Szene und schufen eine authentisches Polit-Meisterwerk. Viele Dialoge beruhen auf überlieferten
Texten bzw. Gesprächsinhalten.
Quelle: Highlight
Hörfilmfassung Stereo, Regie und Produzenten -
Kommentar, Blick hinter die Kulissen (ca. 7 Min.), Darsteller-Infos
Quelle: Highlight
| Darsteller: | Moritz Bleibtreu | als Andreas Baader | |
|---|---|---|---|
| Martina Gedeck | als Ulrike Meinhof | ||
| Johanna Wokalek | als Gudrun Ensslin | ||
| Nadja Uhl | als Brigitte Mohnhaupt | ||
| Jan Josef Liefers | als Peter | ||
| Stipe Erceg | als Holger Meins | ||
| Bruno Ganz | als Horst Herold | ||
| Alexandra Maria Lara | als Petra Schelm | ||
| Hannah Herzsprung | als Susanne Albrecht | ||
| Niels Bruno Schmidt | als Jan-Carl Raspe | ||
| Jasmin Tabatabai | als Hanne | ||
| Vinzenz Kiefer | als Peter-Jürgen Boock | ||
| Heino Ferch | als Dietrich Koch | ||
| Simon Licht | als Horst Mahler | ||
| Tom Schilling | als Josef Bachmann | ||
| Daniel Lommatzsch | als Christian Klar | ||
| Sebastian Blomberg | als Rudi Dutschke | ||
| Katharina Wackernagel | als Astrid | ||
| Anna Thalbach | als Ingrid | ||
| Volker Bruch | als Stefan Aust | ||
| Regie: | Uli Edel | ||
| Buch: | Bernd Eichinger | ||
| Musik: | Peter Hinderthür | ||
| Florian Tessloff | |||
| Kamera: | Rainer Klausmann | ||
| Produzent: | Bernd Eichinger | ||
Sprachen: Deutsch dts 5.1, Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital/dts
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Hörfilmfassung, Behind the Scenes, Bio- und Filmografien, Audiokommentar
Hörfilmfassung Stereo, Regie und Produzenten -
Kommentar, Blick hinter die Kulissen (ca. 7 Min.), Darsteller-Infos
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