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17.04.2009
Originaltitel: Der Bergdoktor (01. Staffel, 8 Folgen)
Deutschland 2008
Laufzeit: 360 Min.
FSK: ab 12
Hans Sigl
Heiko Ruprecht
Ronja Forcher
Regie: Axel de Roche
Universum Film

Der Bergdoktor hat eine interessante Karriere hinter sich. In den glorreichen Jahren, als Serien bei Sat.1 noch richtig erfolgreich waren und mitunter Zuschauerzahlen in zweistelliger Millionenhöhe erreichten, war der alpine Allgemeinarzt eine Galionsfigur des Senders. Allerdings hatte er von Anfang an die falsche Zielgruppe. Gerhart Lippert, immerhin selbst um die sechzig, sowie sein wesentlich jüngerer Nachfolger Harald Krassnitzer sprachen in erster Linie eine Zielgruppe im Alter des ZDF-Publikums an. Dort landeten die beschaulichen Geschichten schließlich auch, als Sat.1 sie mangels Nachfrage bei der kommerziellen Zielgruppe (14 bis 49 Jahre) absetzte: Erstmals kaufte ein öffentlich-rechtlicher Sender eine Serie der kommerziellen Konkurrenz, um sie im Vormittagsprogramm zu zeigen.
Acht Jahre nach diesem Coup und zehn Jahre nach dem Abschied von Sat.1 erlebt der Bergdoktor nun ein Comeback. Regisseur Axel de Roche und die verschiedenen Autoren beweisen, dass man den Stoff auch ungleich packender erzählen kann, als es das "Erste" regelmäßig mit seinen Freitagsheimatdramen tut. Wesentlichen Anteil daran hat Hauptdarsteller Robert Sigl. Der Österreicher ist dem ZDF-Publikum aus der Soko Kitzbühel bekannt, hat aber vor allem in dem Thriller "Schuld oder Unschuld" bewiesen, was in ihm steckt. Sein Alpenarzt ist ein waschechter New Yorker; zumindest hat ihn einst sein Bedürfnis, der heimatlichen Enge zu entfliehen, dorthin getrieben. Nun kehrt er kurz heim in das Bergdorf am Fuß des Wilden Kaisers, weil seine Mutter (Monika Baumgartner) sechzig wird. Feiern will aber niemand: Martin Gruber kommt gerade rechtzeitig zur Beerdigung der Schwägerin, die einst seine große Liebe war. Als er sich wieder verdrücken will, offenbart Dorfarzt Melchinger (Siegfried Rauch), der ihn schon immer als Nachfolger sah, ein Geheimnis: Martins entzückende Nichte Lilli (bestens geführt: Ronja Forcher) ist in Wirklichkeit seine Tochter.
Solche dramaturgischen Kniffe gelingen den Autoren immer wieder: Kaum ist die eine Handlung zu einem guten Ende gebracht, lockt schon die nächste mit einem klassischen "Cliffhanger". Auch wenn Gruber etwas zu sehr als brillanter Mediziner gefeiert wird, der Kahnweiler (Mark Keller), dem Leiter der nahen Klinik, immer wieder die Verantwortung für komplizierte Operationen abnehmen muss: Geschickt kombinieren die Drehbücher typische Arztserien-Elemente mit dem dramatischen Potenzial des klassischen Heimatfilms. In Folge zwei stürmt die ob der neuen Vaterschaft völlig verwirrte Lilli in die Berge und verletzt sich dabei schwer. Ihr Freund Lorenz weiß zwar, wo sie sich versteckt hat, leidet nach einem Sturz aber nicht nur unter Hirnprellung und damit verbundener Amnesie, sondern hat auch einen Milzriss; doch er muss unbedingt sein Gedächtnis wiedererlangen, sonst wird Lilli erfrieren.
Natürlich kommen auch Gefühle ganz anderer Art nicht zu kurz; die hübsche Wirtin vom "Wilden Kaiser" hat unübersehbar ein Auge auf den feschen Martin geworfen. Der ist endlich bereit, Melchingers Werben nachzugeben, zumal er Kahnweiler damit ein Schnippchen schlagen kann (der will aus der Praxis die unvermeidliche Schönheitsklinik machen), da entsteigt einem Taxi das nächste Unheil: Julia (Mariella Ahrens), die Verlobte aus New York.
Mitunter könnten die Folgen für ZDF-Zuschauer etwas zu flott geschnitten sein, die unnötig großen Großaufnahmen der Gesichter irritieren etwas, und einige Male versucht de Roche vergeblich, eigentlich harmlose Situationen mit unpassender Dramatik aufzuladen. In einer Speicherszene sieht man zudem deutlich, wie der künstliche Staub in die Luft geblasen wird. Insgesamt aber sind die Geschichten so jung erzählt, dass sie fast schon wieder zu Sat.1 passen würden. Das ZDF hat vorsichtigerweise erst mal nur acht Folgen produzieren lassen. Mögen es mehr werden. tpg.
Bergdoktor wird man nicht, sondern man wird als Bergdoktor geboren. Es ist eine Berufung und kein Beruf. Auch wenn Dr. Martin Gruber sich lange dagegen gewehrt hat und es nicht wahrhaben wollte: Er ist der neue Bergdoktor.
Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) ist in dem kleinen Bergdorf Ellmau aufgewachsen. Schon früh stand für ihn fest, dass er Arzt werden wollte und dem idyllischen Dorf den Rücken kehren würde. Zum Studieren ging er nach München, er famulierte in Paris, danach wurde New York seine 2. Heimat als Klinikarzt in einer Notaufnahme.
Fünf Jahre nach seinem letzten Besuch der Familie in Ellmau, will Martin seine Mutter Elisabeth Gruber (Monika Baumgartner) zum Geburtstag überraschen. Doch in seiner Heimat trifft er auf eine Trauergemeinschaft. Seine Jugendliebe Sonja, und Frau seines Bruders Hans (Heiko Ruprecht), ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Bei seinem Besuch verbringt Martin viel Zeit mit seiner Nichte Lilli (Ronja Forcher), die den bisher ungeklärten Unfall ihrer Mutter nur schwer verkraftet. Gerade als Martin wieder den Zug nach München nehmen will, um die Rückreise nach Amerika anzutreten, sieht Martins Mentor Dr. Melchinger (Siegfried Rauch) nur noch eine Chance ihn im Ort zu halten und zur Übernahme seiner Praxis zu bewegen. Er erzählt Martin, was Sonja ihm unmittelbar vor ihrem Tod gestanden hat: Martins Nichte Lilli ist in Wirklichkeit seine Tochter! Martin begreift, dass er sein Leben neu ordnen muss, zumal sich neue zarte Bande auch zu einer charmanten Wirtin (Natalie O'Hara) eines Gasthauses entwickeln.
Quelle: Universum Film
| Darsteller: | Hans Sigl | als Dr. Martin Gruber | |
|---|---|---|---|
| Heiko Ruprecht | als Hans Gruber | ||
| Ronja Forcher | als Lilli Gruber | ||
| Monika Baumgartner | als Elisabeth Gruber | ||
| Natalie O'Hara | als Susanne Dreiseitl | ||
| Siegfried Rauch | als Dr. Roman Melchinger | ||
| Mark Keller | als Alexander Kahnweiler | ||
| Mareike Fell | als Christina Pagel | ||
| Peter Weiß | als Anton Lechner | ||
| Jörn-Hinrich Hinrichs | als Günther | ||
| Hermann Giefer | als Franz | ||
| Axel Scholtz | als Dorfpfarrer Striebel | ||
| Timothy Peach | als Peter Meinrad | ||
| Angela Ascher | als Claudia Meinrad | ||
| Severin Sonntag | als Lorenz | ||
| Barbara Bauer | als Karin | ||
| Mariella Ahrens | als Julia Denson | ||
| Miroslav Nemec | als Marcus Wendt | ||
| Leopold Hornung | als Henryk Wendt | ||
| Gerd Silberbauer | als Julius Hofmeister | ||
| Reinhard Forcher | als Gemeinderat Hintermeier | ||
| Reinhard Exenberger | als Gemeinderat Beisitzer 1 | ||
| Hubert Pacher | als Gemeinderat Beisitzer 2 | ||
| Regie: | Axel de Roche | ||
| Buch: | Michael Baier | ||
| Stefani Straka | |||
| Philipp Roth | |||
| Andreas Püschel | |||
| Kamera: | Hartmut E. Lange | ||
| Produzent: | Dr. Claudia Sihler-Rosei | ||
| Matthias Walther | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9
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