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Der Biber

Von Jodie Foster inszenierte Dramödie über einen Mann, der mittels einer Biberhandpuppe zu kommunizieren beginnt und so vielleicht seine rätselhafte Depression überwinden kann.


Der Biber

Leihvideo

Erhältlich seit:
22.09.2011

Originaltitel: The Beaver

Drama/ Komödie

USA 2011
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 6

Mel Gibson
Jodie Foster
Cherry Jones

Regie: Jodie Foster
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Der Biber

Walter Black ist am Ende. Eine rätselhafte Depression hält den Spielzeugfabrikanten und Vater zweier Söhne gefangen und treibt seine Frau schließlich zu einer einstweiligen Trennung. Zunächst flüchtet Black in den Alkohol, doch eine im Müll gefundene Handpuppe befreit ihn von Sucht und Apathie. Der plüschbezogene Biber, der alles repräsentiert, was Black nicht ist oder nicht mehr sein kann, wird zum Sprachrohr des Depressiven, der plötzlich ein anderes, dynamisches und lebenslustiges Gesicht zu zeigen beginnt.

Kyle Killens Drehbuch über Depression und zerstörtes Familienglück ist mit seiner ungewöhnlichen Prämisse in guten Händen. In ihrer dritten Regiearbeit balanciert Jodie Foster dramatische, komische und romantische Elemente geschickt aus und führt ihren alten Freund Mel Gibson zu einer seiner besten darstellerischen Leistungen. Dass das in die Schlagzeilen geratene Privatleben des Stars in den Film hineinspielt, sabotiert die emotionale Erfahrung des Zuschauers mit einer schwierigen Rolle nicht, sondern vertieft sie sogar.

Der Biber

Nachdem er zuletzt als explosiver Privatmann Schlagzeilen machte, zeigt Mel Gibson in der Rolle eines depressiven Familienvaters seine Qualitäten als introvertierter Schauspieler.

Die Kontroverse um den angezählten Superstar wurde bisher als Belastung für den Erfolg von "Der Biber" angenommen. In der Tat nehmen die privaten Krisen Gibsons Einfluss auf die Wahrnehmung seiner Rolle, allerdings mit positiver Konsequenz, weil der persönliche Bezug die Entdeckung denkbarer Parallelen und die Vertiefung der emotionalen Erfahrung für den Zuschauer möglich macht.

Man sympathisiert mit Protagonist Walter Black, der seine Dämonen nicht benennen kann und in ein tiefes Loch gestürzt ist. Wie ein lebender Toter treibt er im Eingangsbild im dampfenden (Höllen-) Pool, eine Variation der Ouvertüre von "Boulevard der Dämmerung" als Metapher für ein in Leere dahindümpelndes Leben. Was den Absturz des Spielzeugfabrikanten, der bisher Freude in das Leben von anderen brachte, in die chronische Apathie, in eine rätselhafte Depression verursachte, enthüllt das Drehbuch von Newcomer Kyle Killen nicht und trägt damit dem Krankheitsbild Rechnung, das sich schneller Ursachendiagnose oft entzieht. W

as war, spielt in der Dramaturgie eine Rolle, viel schwerer aber wiegt im Plot, was sein könnte, ob eine Rückkehr in die Normalität für Black möglich ist. "Der Biber" ist vielleicht der Schlüssel dazu, ist eine plüschbezogene Handpuppe, die Black im Müll findet und zum Medium für sein Austreten aus seiner Stasis wird. Der Biber wird Blacks Sprachrohr, ist all das, was er nicht ist oder nicht mehr sein kann - dynamisch, charmant, frech und voller Leben. Durch ihn findet er wieder zu seiner Frau (Jodie Foster), zu seinem jüngsten Sohn und zu beruflichem Erfolg zurück, bis die Toleranz für das Exzentrische bei seiner Frau erlischt und die Verwundungen wieder aufbrechen.

Fosters dritte Regiearbeit ist erneut ein Familienfilm der etwas anderen Art, eine Komödie, die ernste Themen (Alkoholismus, Depression) beleuchtet, die Lachen ermöglicht, ohne das Absurde ins Alberne abgleiten zu lassen. In den Händen Fosters, mit der er seit "Maverick" eng befreundet ist, liefert sich Gibson furchtlos einer Rolle aus, die er als Schauspieler und Puppenspieler überzeugend bewältigt. Im Fokus steht dabei die Annäherung an seinen ältesten Sohn (Anton Yelchin), der zahllose Parallelen zu seinem Vater und damit auch eine vergleichbare Perspektive für sich selbst sieht, gerade als ihm eine bisher unerreichbare Schulschönheit (erneut stark: Jennifer Lawrence) Hoffnung auf gemeinsames Glück macht. Am Ende stiehlt sich der Film etwas aus der aufgebauten Problematik davon, bleibt aber ein gelungenes und berührendes Beispiel für die Harmonisierung von Komödie, Romanze und Drama. kob.

Darsteller:  Mel Gibson   als Walter Black
  Jodie Foster   als Meredith Black
  Cherry Jones   als Vice President
  Riley Thomas Stewart   als Henry Black
  Anton Yelchin   als Porter Black
  Jennifer Lawrence   als Norah
  Zachary Booth   als Jared
  Jeffrey Corbett   als freiwilliger Helfer
  Kelly Coffield Park   als Norahs Mutter
  Thomas Baylen   als skeptischer Mann
  Sam Breslin Wright   als Mann
  Kris Arnold   als Ober
  Michael Rivera   als Hector
  Terry Gross  
  Elizabeth Kaledin   als Reporterin
  Matt Lauer  
  Jon Stewart  
  Lorna Pruce   als Krankenschwester
  Folake Olowofoyeku   als Krankenschwester
  Bill Massof  
 
Regie:  Jodie Foster  
Buch:  Kyle Killen  
Musik:  Marcelo Zarvos  
Kamera:  Hagen Bogdanski  
Produzent:  Steve Golin  
  Keith Redmon  
  Anne Ruark  

Mel Gibson ist Knast entkommen und zankt weiter

Ins Gefängnis muss Mel Gibson nicht. Aber der Streit mit seiner Ex ist weder zu Ende noch ist Versöhnung in Sicht.

Mel Gibson muss nun im Anti-Agressionstraining Benehmen üben (Foto: Wild Bunch (Central)) Großansicht

Mel Gibson muss nun im Anti-Agressionstraining Benehmen üben (Foto: Wild Bunch (Central))

Mel Gibson ist mit knapper Not dem Knast entkommen und muss nun lernen, seine Wut zu bändigen. Im Prozess gegen seine Ex-Freundin Oksana Grigorieva, die Gibson mehrfach brutal geschlagen haben soll, wurde der Schauspieler nun zu einer dreijährigen Bewährungszeit samt 16 Stunden sozialer Arbeit, einer Geldstrafe von wenigen hundert Dollar und einem einjährigen Anti-Agressions-Kurs verdonnert. Mel Gibson habe die Anklagepunkte nicht bestritten, seine Schuld aber auch nicht zugegeben. Nach der Urteilsverkündung sei er kommentarlos aus dem Saal verschwunden.

Der Prozess fand über ein Jahr nach der öffentlichen Schlammschlacht zwischen Mel Gibson und Oksana Grigorieva statt. Gibson soll seine ehemalige Freundin mehrmals verprügelt haben und wurde wegen Körperverletzung angeklagt. Doch wer denkt, die Streihähne würden nun Ruhe geben und sich endlich der Sorgerechtsfrage um ihre gemeinsame Tochter Lucia widmen, irrt: Kaum nämlich ist der Prozess vorbei, tobt Grigorieva weiter.

Der Streit geht weiter

Angeblich hat sie Mel Gibson jetzt mit einer Zivilklage gedroht, in der es um seelische und körperliche Grausamkeit sowie üble Nachrede gehen soll. Gibson allerdings sei darauf schon bestens vorbereitet: Er würde, falls Oksana Grigorieva erneut vor Gericht ziehen würde, ebenso Zivilklage einreichen und sie der Erpressung beschuldigen. Oksana nämlich habe rund 10 Millionen Euro von ihm haben wollen, damit sie die Aufnahmen seiner telefonischen Hasstiraden vom letzten Jahr nicht veröffentlicht.

Mel Gibsons neuer Film "Der Biber" soll nun am 12. Mai in die deutschen Kinos kommen. Ursprünglich war das Drama für letztes Jahr vorgesehen, wurde jedoch wegen der juristischen und öffentlichen Querelen um den Hauptdarsteller verschoben.

 

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