- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Kaufvideo
Erhältlich seit:
15.05.2003
Originaltitel: The Boxer
Irland/Großbritannien/USA 1997
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12
Daniel Day-Lewis
Emily Watson
Brian Cox
Regie: Jim Sheridan
Universal Pictures Germany

Erzielte Regisseur Jim Sheridan mit "Im Namen des Vaters" vor vier Jahren einen eindrucksvollen, mit sieben Oscarnominierungen belohnten, emotionalen K.O., landet er mit "Der Boxer" erneut einen Sieg - wenngleich nur nach Punkten. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale erzählt eine berührende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der zerissenen nordirischen Befreiungsbewegung und kann trotz mancher Vereinfachungen mit exzellenten Darstellern und gut dosiertem Gefühlshaushalt überzeugen.
Wie schon in "Mütter & Söhne" versuchen die Autoren Terry George und Jim Sheridan abermals eine emotionale Gratwanderung zwischen Sympathie für politische Ziele der nordirischen Aktivisten (Vertreibung des britischen Militärs) und deutlicher Kritik an den eingesetzten blutigen Mitteln. Mit "The Boxer" geraten die verblendeten "Provisionals", der schon vor Jahren abgespaltene radikale IRA-Flügel, endgültig ins Abseits, soll die Last des Kampfes auf die Schulter der gemäßigten, mit dem Polit-Sprachrohr Sinn Fein kooperierenden Fraktion gelegt werden. Fast zermalmt in der Reibung zwischen blindem Haß und weitsichtiger Vernunft wird Ex-IRA-Aktivist Danny Flynn (Sheridan-Veteran Daniel Day-Lewis als nicht nur sportlich glaubwürdige Titelfigur), der nach 14jähriger Haft nun am Kriegsschauplatz in Belfast seinen eigenen Frieden sucht. Der IRA und ihrer Gewalt den Rücken kehrend, ist Danny nicht nur politisch, sondern auch privat ein Konfliktherd. Seine Liebe zu Maggie (Emily Watson aus "Breaking The Waves"), der Tochter des lokalen IRA-Führers, opferte er den politischen Zielen - ein Irrtum, den er jetzt korrigieren möchte. Flynn, dem Day-Lewis mit Understatement Profil verleiht, ist eine ideale Identifikationsfigur: unbeugsam, integer, aber für den Zuschauer nicht unerreichbar. Maggie, von der ausdrucksstarken Emily Watson sehr verletzlich angelegt, ein ebenso einnehmendes Pendant. Weil sie, verheiratet mit einem IRA-Häftling, als Frau mit eigenen Wünschen und Gefühlen von den Solidaritätserwartungen ihres Umfelds stillgelegt wurde, ist ihre wiederbelebte Liebe ein gefährliches Tabu. Gäbe sich Sheridan nur realistisch, hätte diese Love Story aus der Vergangenheit keine Zukunft. Der Haß der blindwütigen Radikalen gegen den Pazifisten und deren fast sizilianisch ausgeübte Kontrolle moralischer Regeln treibt die Beziehung ins Ausweglose. Die Love Story und nicht das gestörte Betriebsklima der IRA ist aber für den Zuschauer der emotionale Kern von "The Boxer", und das Wissen darum läßt die Autoren Kurs auf ein optimistisches, aber unglaubwürdiges Finale nehmen. Dafür opfert der Film eine ausgewogenere Charakterzeichnung, verlegt sich auf eine konventionelle Dramaturgie, in der Dannys Rivale, ein Hardliner, zum Advokat des Teufels wird. Einen größeren Schaden trägt "The Boxer" freilich nicht davon. Zu gelungen sind intime emotionale Momente zwischen den Liebenden, zu involvierend sämtliche Darsteller, zu authentisch wirkend das Front-Milieu in Belfast, das Sheridan in einer plakativen, aber wirkungsvollen Szene mit britischem Protz kontrastiert. Nach dem relativ enttäuschenden Abschneiden von Terry Georges "Mutter & Söhne" (und dem bei Nil in Dauer-Warteschleife ausharrenden exzellenten "Nothing Personal") hat "The Boxer" durchaus Chancen, mit nordirischer Thematik einen respektablen kommerziellen Treffer zu landen. Im Falle eventueller Oscar-Nominierungen scheint eine Börse in der Nähe von "Im Namen des Vaters" (Zuschauer: 483.000) in Reichweite. kob.
| Darsteller: | Daniel Day-Lewis | als Danny Flynn | |
|---|---|---|---|
| Emily Watson | als Maggie | ||
| Brian Cox | als Joe Hamill | ||
| Ken Stott | als Ike Weir | ||
| Gerard McSorley | als Harry | ||
| Eleanor Methven | als Patsy | ||
| Ciarán Fitzgerald | als Liam | ||
| David McBlain | als Sean | ||
| Damien Denny | als Eddie Carroll | ||
| Clayton Stewart | als Akim | ||
| Kenneth Cranham | als Matt Maguire | ||
| Tess Sheridan | als Pianist | ||
| Maria McDermottroe | als Betty | ||
| Lorraine Pilkington | als Braut | ||
| Niall Shanahan | als Bräutigam | ||
| David Hayman | als Joe Hamills Aide | ||
| Oliver Maguire | als Gefängnisdirektor | ||
| Regie: | Jim Sheridan | ||
| Buch: | Jim Sheridan | ||
| Terry George | |||
| Musik: | Gavin Friday | ||
| Maurice Seezer | |||
| Kamera: | Chris Menges | ||
| Produzent: | Jim Sheridan | ||
| Arthur Lappin | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Bulgarisch, Dänisch, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Tschechisch, Ungarisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Filmdokumentation, Alternatives Ende, Filmkommentare: Regisseur, Produzent, Entfallene Szenen, Produktionsnotizen, Filmografien: Schauspieler, Trailer
Star
Daniel Day-Lewis
In der Öffentlichkeit ist er so gut wie nie zu sehen, schottet sich ab und konzentriert sich bis zur Erschöpfung auf seine Rollen. So...
Star
Emily Watson
Ihre Augen strahlen Sanftmut, Trotz und Trauer aus und sie künden vom Schalk, der ihr im Nacken sitzt. Sie legte eines der sensationellsten...
Registrieren




