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Kaufvideo
Erhältlich seit:
19.05.2003
Originaltitel: Der Einstein des Sex - Leben und Werk des Dr. M. Hirschfeld
Deutschland 1999
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 16
Kai Schumann
Friedel von Wangenheim
Gerd Lukas Storzer
Regie: Rosa von Praunheim
absolut MEDIEN

Wer einen der typischen schrillen Filme Rosa von Praunheims erwartet, wird sich verwundert die Augen reiben: Das einzige "enfant terrible" der Szene erzählt klassich-konventionell vom Leben und Werk des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld.
Die Amerikaner nannten den Vorkämpfer für ein liberales Sexualrecht den "Einstein des Sex", darauf bezieht sich der Titel dieses deutschen Biopics über einen außergewöhnlichen Mann. In eingängigen Bildern zeichnet von Praunheim dessen Lebensweg. Der Sohn eines liberalen jüdischen Arztes eröffnet eine Praxis in Berlin und erlebt, wie ein junger Offizier, der nachts seinen Rat einholen will und den er auf seine Sprechstunde vertröstete, sich umbringt. Grund: Homosexualität. Seitdem widmet sich der Wissenschaftler verstärkt der Sexualforschung. Mit seiner ersten Publikation "Sappho und Sokrates" verschreckt er seine Sippschaft, bekommt aber Unterstützung von Gleichgesinnten. Mit einigen Mitstreitern gründet er 1897 das Wissenschaftlich-Humanitäre Komitee (WHK), das sich für eine Entkriminalisierung der Homosexualität einsetzt und für die Abschaffung des diskriminierenden Paragraph 175, im Jahre 1919 eröffnet er das Insntitut für Sexualwissenschaft. Nach und nach gewinnt Hirschfeld Verbündete, sogar August Bebel bringt eine Petition im Reichstag ein. Doch das 20. Jahrhundert war noch nicht reif für tiefgreifende Veränderungen. Die Nazis stürmen schließlich 1933 das Institut. Hirschfeld, inzwischen weltweit anerkannte Koryphäe, sieht die Untat in der Wochschau eines Pariser Kinos. Nachdem ein Dokumentarfilm zum Thema bei den TV-Anstalten auf wenig Interesse stieß, inszeniert von Praunheim einen informativen, in manchen Szenen auch sehr berührenden Spielfilm. Dabei stützt er sich auf Fakten, nur die unglückliche Lovestory ist spekulativ, wenn auch wahrscheinlich. Die Charakterzeichnung zeugt von Respekt und Sympathie, liebevoll und mit pointierten Dialogen entwirft er das Bild eines in sich zerrissenen Menschen, der als Intellektueller zwar alles analysieren, aber mit seinen eigenen Gefühlen nicht umgehen kann, macht die Figur des Einzelkämpfers aus ihrer Zeit verständlich. "Der Einstein des Sex" ist kein üblicher "Schwulenfilm", sondern eine vielschichtige Auseinandersetzung mit einem Stück Sittengeschichte, von den zaghaften Anfängen sexueller Befreiung bis zum Niederwalzen jeglicher Liberalität durch den Nationalsozialismus. Im Arthouse-Programm sollte dieses Freiheits-Bekenntnis auf Interesse stoßen. mk.
| Darsteller: | Kai Schumann | ||
|---|---|---|---|
| Friedel von Wangenheim | als Dr. M. Hirschfeld | ||
| Gerd Lukas Storzer | |||
| Olaf Drauschke | |||
| Ben Becker | |||
| Meret Becker | |||
| Otto Sander | |||
| Wolfgang Völz | |||
| Christa Pasemann | |||
| Gerry Wolf | |||
| Regie: | Rosa von Praunheim | ||
| Buch: | Chris Kraus | ||
| Valentin Passoni | |||
| Musik: | Karl-Ernst Sasse | ||
| Kamera: | Elfi Mikesch | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Tonformat: HiFi Stereo
Bildformat: Vollbild (4:3)
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Ben Becker
Ein knallharter Kerl. Seine rauchig kehlige Stimme klingt, als sei er unter Bergen von Zigaretten geboren. Oft scheinen seine Charaktere kurz vor...
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Meret Becker
Die Kindfrau des deutschen Films der 90er-Jahre, überrascht Meret Becker als kantige Lolita weniger mit verführerischer zielsicherer Strategie...
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