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Der englische Patient

Ergreifende Literaturverfilmung um die tragische Liebesgeschichte eines ungarischen Grafen und einer verheirateten Engländerin während des 2. Weltkriegs.


Der englische Patient

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Erhältlich seit:
31.05.1999

Originaltitel: The English Patient

Drama/ Abenteuer

USA 1996
Laufzeit: 155 Min.
FSK: ab 12

Ralph Fiennes
Juliette Binoche
Willem Dafoe

Regie: Anthony Minghella
Universum Film

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Der englische Patient

Der ungarische Graf Almasy wird zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in seinem Flugzeug über der nordafrikanischen Wüste abgeschossen. Bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und dem Tode nahe wird er auf eigenen Wunsch von einem Krankentransport in einem toskanischen Kloster zurückgelassen und dort von der jungen Schwester Hana gepflegt. Ganz allmählich beginnt Almasy sich an seine tragische Romanze mit der verheirateten Engländerin Katharine zu erinnern, deren Mann einst an derselben Expedition teilgenommen hatte wie er.

Neun Oscars bei zwölf Nominierungen, darunter auch die beiden prestigeträchtigsten in den Kategorien bester Film und beste Regie, machen "Der englische Patient" zurecht zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Basierend auf Michael Ondaatjes 1992 erschienenen, ebenso komplexen wie philosophischen Roman ist Regisseur und Drehbuchautor Anthony Minghella hier das Kunststück gelungen, die verschlungene Geschichte um leidenschaftliche Liebe und persönlichen wie politischen Verrat kongenial umzusetzen. In jeglicher Hinsicht makellos.

Der englische Patient

Die epische Verfilmung von Michael Ondaatjes 1992 erschienenen, mit dem Booker-Preis ausgezeichneten Romans erzählt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs eine vielschichtige Geschichte von leidenschaftlicher Liebe, persönlichen und politischen Verrats und herzzerreißenden Verlust. Regisseur und Drehbuchautor Anthony Minghella ("Wie verrückt & aus tiefstem Herzen") konstruierte ein multidimensionales Mosaik, das durch eine dichte Atmosphäre voller poetischer und erotischer Suggestion besticht.

Als Produzent fungierte die 73jährige "Institution" Saul Zaentz (Oscars für "Amadeus" und "Einer flog über's Kuckucksnest"), der auch diesem für 31 Mio. Dollar realisierten Projekt seinen unverkennbaren persönlichen Stempel großen Erzähl- und Gefühlskinos aufgedrückt hat. Ähnlich wie bei einer seiner weiteren literarischen Verfilmungen "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" werden eine internationale Besetzung, malerische Locations und raffinierteste technische Stilmittel brillant zum Einsatz gebracht. So sorgen neben den exzellenten darstellerischen Leistungen von Ralph Fiennes ("Schindlers Liste"), der mit anrührender Einfühlsamkeit einen halsstarrigen Idealisten darstellt, den die tiefe Tragik seines Schicksals schließlich weicher und menschlicher werden läßt, und Kristin Scott Thomas' ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall"), die sinnliche Intelligenz pur ausstrahlt, vor allem die visuelle Präsentation für verdienten Oscar-Buzz. Hervorragend sind der intuitive Schnitt von Walter Murch, der in Verbindung mit perfekt abgestimmten Farben und Klängen ausgeklügelte Brücken zwischen Gegenwart und Vergangenheit des mit fragmentarischen Rückblenden durchwobenen Erzählteppichs schlägt. Kameramann John Seale versteht es, magisch-mystischen Bildcollagen zu entwerfen, und seine symbolträchtigen Kompositionen weitläufiger Wüstenlandschaften rufen Erinnerungen an David Leans Klassiker "Lawrence von Arabien" hervor.

Zu Unrecht gilt der ungarische Graf Almasy (Fiennes) als "englischer Patient", nachdem er von den Nazis über nordafrikanischem Wüstengebiet abgeschossen wird. Bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und an Amnesie leidend, wird er von der französischen Rotkreuzschwester Hana (Juliette Binoche) gegen Kriegsende in einer toskanischen Klosterruine gepflegt. Allmählich erinnert er sich an seine tragische Liebesaffäre mit der verheirateten Engländerin Katherine (Kristin Scott Thomas), die mit ihrem Mann an der selben geographischen Expedition wie Almasy teilnahm. Almasys Flashbacks wirken wie das Eintauchen in Morphiumträume. Sie sind das pulsierend-emotionale Herzstück des Films. Daneben entfalten sich die Geschichten der Romanze Hanas mit dem indischen Bombenexperten Kip (Naveen Adrews) und das Los des kanadischen Spions Carravaggio (Willem Dafoe in einer prägnanten Nebenrolle), der alsbald ebenfalls im Kloster Unterkunft findet. Mit dem in der Eröffnungsszene gezeigten Wüstenflug Almasys endet das ergreifende Melodram, und der Kreis schließt sich.

Moralische Komplexität und lodernde Emotionalität machen das technisch versierte Epos zu einem klassischem Kinoerlebnis, das keineswegs staubig wirkt. Einem überzeugenden Erfolg an der Kinokasse und bei der Oscar-Verleihung dürfte nichts im Weg stehen. ara.

Darsteller:  Ralph Fiennes   als Count Laszlo Almasy
  Juliette Binoche   als Hana
  Willem Dafoe   als Caravaggio
  Kristin Scott Thomas   als Katharine Clifton
  Naveen Andrews   als Kip
  Colin Firth   als Geoffrey Clifton
  Julian Wadham   als Peter Madox
  Jürgen Prochnow  
  Kevin Whately   als Sgt. Hardy
  Clive Merrison  
  Nino Castelnuovo  
  Hichem Rostom  
  Peter Rühring  
 
Regie:  Anthony Minghella  
Buch:  Anthony Minghella  
Musik:  Gabriel Yared  
Kamera:  John Seale  
Produzent:  Saul Zaentz  

Gandalf rettet Hobbit-Pub

Für eine Handvoll Dollar…

Wie die Hobbits liebt auch Gandalf ab und zu ein Pfeifchen in gemütlicher Atmosphäre - Ehrensache also, dass er ein Traditions-Pub vor Sauls Schergen rettete! (Foto: Warner) Großansicht

Wie die Hobbits liebt auch Gandalf ab und zu ein Pfeifchen in gemütlicher Atmosphäre - Ehrensache also, dass er ein Traditions-Pub vor Sauls Schergen rettete! (Foto: Warner)

Das war schon enorm kleingeistig von den Hollywood-Bossen: Seit 20 Jahren schenkte Wirtin und "Herr der Ringe"-Fan Stella Mary Roberts im südenglischen Southampton Bier an ihre Gäste aus - in einem Pub, das sie aus Verehrung für Mittelerde-Schöpfer J.R.R. Tolkien "The Hobbit" genannt hatte. Als das nun die US-amerikanischen Rechteinhaber an Tolkiens Werken mitbekamen, verklagten sie das Gasthaus prompt auf Schließung. Denn Roberts hatte keine Lizenz.

Dieses Verhalten der Filmbosse war zwei britischen Stars, die gerade für zwei Filme zur "Herr der Ringe"-Vorgeschichte "Der Hobbit" vor der Kamera stehen, derart peinlich, dass sie nun selbst in die Bresche sprangen: Ian McKellen alias Gandalf und Stephen Fry, der den Bürgermeister von Esgaroth spielt, haben sich bereit erklärt, die jährliche Gebühr von umgerechnet etwa 100 Dollar zu bezahlen, damit Stella Mary Roberts ihr Pub weiter "The Hobbit" nennen darf.

Stephen Fry kommentierte das über Twitter - mit ironischem Seitenhieb Richtung Hollywood: "Ian McKellen und ich sind sehr froh, dass das Hobbit-Pub nun wohl gerettet ist. Ich hoffe, wir haben geholfen, dass der gesunde Menschenverstand sich durchsetzt."

Geiz ist peinlich

Hinter der Klage stand die Saul Zaentz Company: Die Firma des Top-Produzenten Saentz ("Einer flog über das Kuckucksnest", "Der englische Patient") hatte in den 70ern eine Zeichentrickfassung von Der Herr der Ringe ins Kino gebracht und später die Filmlizenzen an Peter Jackson vergeben - auch für dessen aktuelle "Hobbit"-Adaptionen.

Obwohl geschäftliche Details natürlich nicht öffentlich sind, ist davon auszugehen, dass man dabei nicht schlecht verdient hat - immerhin spielte allein die "Herr der Ringe"-Trilogie weltweit knapp 3 Milliarden Dollar ein! Von den Hobbit-Filmen, deren erster Teil "Eine unerwartete Reise" am 13. Dezember ins Kino kommt, ist Ähnliches zu erwarten.

Warum man es da nötig hat, einer britischen Wirtin wegen 100 Dollar eine Meute Anwälte auf den Hals zu hetzen, bleibt das Geheimnis der Hollywood-Macher.

 

Der englische Patient in der Fotoshow

 

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Ralph Fiennes

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