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Der fantastische Mr. Fox

Stop-Motion-Film von Regieexzentriker Wes Anderson, der sein Lieblingsthema nach Roald Dahls Vorlage in gewohnt kurioser Art variiert.


Der fantastische Mr. Fox

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Erhältlich seit:
17.09.2010

Originaltitel: Fantastic Mr. Fox

Trickfilm/ Komödie

USA 2009
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 6

Regie: Wes Anderson

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Der fantastische Mr. Fox

Foxy, schlauer Fuchs mit etwas zu engem Maßanzug, unerschütterlichem Ego und der Marotte, zu pfeifen und mit den Fingern zu schnippen wie Hawkeye Pierce aus "M.A.S.H.", ist ein Hallodri, unter dessen Sperenzchen die geplagte Ehefrau Mrs. Fox und vor allem Sprössling Ash zu leiden haben. Erst recht, als er anfängt, sich mit den Großbauern Bean, Boggis und Bunce anzulegen. Im Verlauf des Stellungskriegs muss die Familie Bewährungsproben, Härten und den Verlust des Schweifs von Foxy verkraften.

Wes Anderson legt nach "Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher" und "Darjeeling Limited" erneut eine Ballade über verkorkste Familien vor, dieses Mal als Stop-Motion-Film und frei nach der Vorlage von Roald Dahls wundersamer Kindergeschichte. Er füllt sie mit den von ihm bekannten, sympathischen Schrulligkeiten und den wie mit dem Geodreieck errechneten Kadragen. 60s-Songs, aus Truffaut-Filmen entliehene Score-Passagen von Georges Delerue und Liedfragmente von Burl Ives geben akustisch vor, was Anderson visuell umsetzt.

Der fantastische Mr. Fox

Der erste Stopmotion-Film von Regie-Exzentriker Wes Anderson: In seinen Händen wird Roald Dahls wundersame Kindergeschichte zur epischen Familiensaga mit Bewährungsproben für alle Beteiligten.

Dass Wes Anderson, Regisseur so unverkennbarer Filme wie "Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher" und zuletzt "Darjeeling Limited", in dem legendären britischen Kinderbuchschriftsteller Roald Dahl eine verwandte Künstlerseele sieht, liegt nahe. Auch wenn sich dessen Hang zum Makabren nicht in Andersons standhaft analogen Filmskizzen wiederfindet, eint sie doch ihre Hingabe zum Ziselierten, zum verschroben Gedrechselten, zum Doppelbödigen. Vor allem aber entdeckte er wohl in dem 1970 erschienenen Buch "Fantastic Mr. Fox" eine weitere Version seiner in neurotischen Bilderalben festgehaltenen Balladen über verkorkste Familien mit ihren verantwortungslosen Vätern und unter den Patriarchen leidenden Söhnen. Die offenkundige Klassenkritik der Vorlage über einen verschlagenen Fuchs, der sich mit den drei reichsten Bauern des Landstrichs anlegt, jedenfalls musste weichen, damit Anderson aus der Adaption einen Film aus einem Guss machen konnte, der wirklich von ihm ist - und in dieser Form wohl auch nur von ihm sein könnte.

Foxy, schlauer Fuchs mit etwas zu engem Maßanzug, unerschütterlichem Ego und der Marotte, zu pfeifen und mit den Fingern zu schnippen wie Hawkeye Pierce aus "M.A.S.H.", steht in einer Ahnenreihe mit Royal Tenenbaum, Steve Zissou aus "Die Tiefseetaucher" und dem dahingeschiedenen Oberhaupt des Whitman-Klans aus "Darjeeling Unlimited"- ein Hallodri, unter dessen Sperenzchen die geplagte Ehefrau Mrs. Fox und vor allem Sprössling Ash zu leiden haben. Im Verlauf des Stellungskriegs mit den Großbauern Bean, Boggis und Bunce muss die Familie Bewährungsproben, Härten und den Verlust des Schweifs von Foxy verkraften, um dann doch gestärkt aus der Auseinandersetzung hervorzugehen.

Das ist das einzige Zugeständnis an den gängigen Kindergeschmack, bzw. was man in Hollywood als gängigen Kindergeschmack begreift. Andersons erster abendfüllender Ausflug in die Welt des Animationsfilms, nach Gehversuchen in der Stopmotiontechnik für die Unterwasseraufnahmen in "Die Tiefseetaucher" (damals noch von Henry Selick, der sich mit "James und der Riesenpfirsich" selbst schon einmal an einen Roald-Dahl-Stoff wagte), ist prall gefüllt mit all den Schrullen und Drolligkeiten, mit den wie mit dem Geodreieck errechneten Kadragen, die man aus seinen bisherigen Filmen kennt. 60's-Songs wie "Heroes and Villains" von den Beach Boys oder "Street Fighting Man" von den Stones, aus Truffaut-Filmen entliehene Score-Passagen von Georges Delerue und zahlreiche Liedfragmente von Burl Ives geben akustisch vor, was Anderson visuell umsetzt: ein lakonischer, wundersamer und wunderbarer Ausflug, der damit liebäugelt, ein "Chicken Run" für zwanghafte Analogfreaks zu sein, aber schließlich doch überzeugt als ausgefuchste Familiensaga, die von George Clooney und Meryl Streep in den Sprechhauptrollen geerdet wird. Das mag Anderson wie kolportiert vom heimischen Schreibtisch mit Regieanweisungen per E-Mail inszeniert haben, quicklebendig - aber eben auch schräg und überraschend und faszinierend eigenartig - ist sein Film dennoch. ts.

Sprecher:  George Clooney   als Mr. Fox
  Meryl Streep   als Mrs. Fox
  Jason Schwartzman   als Ash
  Bill Murray   als Badger
  Wallace Wolodarsky   als Kylie
  Eric Chase Anderson   als Kristofferson
  Michael Gambon   als Franklin Bean
  Willem Dafoe   als Rat
  Owen Wilson   als Coach Skip
  Wes Anderson   als Weasel
  Karen Duffy   als Linda Otter
  Robin Hurlstone   als Walter Boggis
  Helen McCrory   als Mrs. Bean
  Hugo Guinness   als Nathan Bunce
  Roman Coppola   als Squirrel Contractor
  Juman Malouf   als Agnes
  Jeremy Dawson   als Beavers Sohn
  Garth Jennings   als Beans Son
 
Regie:  Wes Anderson  
Buch:  Wes Anderson  
  Noah Baumbach  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Tristan Oliver  
Produzent:  Scott Rudin  
  Allison Abbate  
  Wes Anderson  
  Jeremy Dawson  

Burton reanimiert Addams Family

Kaum geht sein Hochglanzspektakel "Alice im Wunderland" in den Kinos wie geschnitten Brot, schon plant Tim Burton das nächste Projekt - typischerweise in eine komplett andere Richtung.

Passt zur Addams Family wie hineingeboren: Tim Burton (re.) (Foto: Columbia Tristar/Kurt Krieger) Großansicht

Passt zur Addams Family wie hineingeboren: Tim Burton (re.) (Foto: Columbia Tristar/Kurt Krieger)

Der Regisseur mit dem Händchen fürs gepflegte Kuriosum will offenbar die Addams Family reanimieren - und dabei innovative Technik mit Oldschool-Filmemachen kombinieren. Seine Vision der dysfunktionalen Kultfamilie spielt komplett in 3D - aber nichts desto weniger im nostalgischen Stop-Motion-Style. Dieser erlebt zur Zeit per se eine Renaissance - nicht umsonst waren das Parallelwelt-Abenteuer "Coraline" und Wes Andersons "fantastischer Mr. Fox" für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert.

Hinzu kommt, dass Burton ja bereits zwei Mal erfolgreich die Puppen hat tanzen lassen: Bei "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" saß er im Regiestuhl und produzierte Henry Selicks Stop-Motion-Klassiker "The Nightmare Before Christmas".

"They're creepy and their kooky..."

Bei seiner geplanten Familiengeschichte der monströsen Art will sich Burton aber weniger an der Verfilmung von Barry Sonnenfeld aus dem Jahr 1991 orientieren, sondern eher den Original-Cartoons von Charles Addams folgen. Düsteres Setting, morbider Humor, schräge Vorlage - eigentlich alle Zutaten für einen echten Burton.

Bleibt nur noch die Frage, wie er Johnny Depp und Helena Bonham Carter in der Puppenstube unterbringt, die seine Werke ja anscheinend erst komplettieren. Und ob er wenigstens die legendäre Titelmusik wieder aufnimmt - Sie wissen: vier aufsteigende Töne, doppeltes Fingerschnippsen - ohne die eine Verfilmung der "Addams Family" an Blasphemie grenzen würde. Welche andererseits ja wieder in bester Tradition von Gomez, Morticia, Fester & Co. stünde.

 

Der fantastische Mr. Fox in der Fotoshow

 

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