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Der fantastische Mr. Fox

Stop-Motion-Film von Regieexzentriker Wes Anderson, der sein Lieblingsthema nach Roald Dahls Vorlage in gewohnt kurioser Art variiert.


Der fantastische Mr. Fox

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Erhältlich seit:
17.09.2010

Originaltitel: Fantastic Mr. Fox

Trickfilm/ Komödie

USA 2009
Laufzeit: 84 Min.
FSK: ab 6

Regie: Wes Anderson

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Der fantastische Mr. Fox

Foxy, schlauer Fuchs mit etwas zu engem Maßanzug, unerschütterlichem Ego und der Marotte, zu pfeifen und mit den Fingern zu schnippen wie Hawkeye Pierce aus "M.A.S.H.", ist ein Hallodri, unter dessen Sperenzchen die geplagte Ehefrau Mrs. Fox und vor allem Sprössling Ash zu leiden haben. Erst recht, als er anfängt, sich mit den Großbauern Bean, Boggis und Bunce anzulegen. Im Verlauf des Stellungskriegs muss die Familie Bewährungsproben, Härten und den Verlust des Schweifs von Foxy verkraften.

Wes Anderson legt nach "Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher" und "Darjeeling Limited" erneut eine Ballade über verkorkste Familien vor, dieses Mal als Stop-Motion-Film und frei nach der Vorlage von Roald Dahls wundersamer Kindergeschichte. Er füllt sie mit den von ihm bekannten, sympathischen Schrulligkeiten und den wie mit dem Geodreieck errechneten Kadragen. 60s-Songs, aus Truffaut-Filmen entliehene Score-Passagen von Georges Delerue und Liedfragmente von Burl Ives geben akustisch vor, was Anderson visuell umsetzt.

Der fantastische Mr. Fox

Der erste Stopmotion-Film von Regie-Exzentriker Wes Anderson: In seinen Händen wird Roald Dahls wundersame Kindergeschichte zur epischen Familiensaga mit Bewährungsproben für alle Beteiligten.

Dass Wes Anderson, Regisseur so unverkennbarer Filme wie "Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher" und zuletzt "Darjeeling Limited", in dem legendären britischen Kinderbuchschriftsteller Roald Dahl eine verwandte Künstlerseele sieht, liegt nahe. Auch wenn sich dessen Hang zum Makabren nicht in Andersons standhaft analogen Filmskizzen wiederfindet, eint sie doch ihre Hingabe zum Ziselierten, zum verschroben Gedrechselten, zum Doppelbödigen. Vor allem aber entdeckte er wohl in dem 1970 erschienenen Buch "Fantastic Mr. Fox" eine weitere Version seiner in neurotischen Bilderalben festgehaltenen Balladen über verkorkste Familien mit ihren verantwortungslosen Vätern und unter den Patriarchen leidenden Söhnen. Die offenkundige Klassenkritik der Vorlage über einen verschlagenen Fuchs, der sich mit den drei reichsten Bauern des Landstrichs anlegt, jedenfalls musste weichen, damit Anderson aus der Adaption einen Film aus einem Guss machen konnte, der wirklich von ihm ist - und in dieser Form wohl auch nur von ihm sein könnte.

Foxy, schlauer Fuchs mit etwas zu engem Maßanzug, unerschütterlichem Ego und der Marotte, zu pfeifen und mit den Fingern zu schnippen wie Hawkeye Pierce aus "M.A.S.H.", steht in einer Ahnenreihe mit Royal Tenenbaum, Steve Zissou aus "Die Tiefseetaucher" und dem dahingeschiedenen Oberhaupt des Whitman-Klans aus "Darjeeling Unlimited"- ein Hallodri, unter dessen Sperenzchen die geplagte Ehefrau Mrs. Fox und vor allem Sprössling Ash zu leiden haben. Im Verlauf des Stellungskriegs mit den Großbauern Bean, Boggis und Bunce muss die Familie Bewährungsproben, Härten und den Verlust des Schweifs von Foxy verkraften, um dann doch gestärkt aus der Auseinandersetzung hervorzugehen.

Das ist das einzige Zugeständnis an den gängigen Kindergeschmack, bzw. was man in Hollywood als gängigen Kindergeschmack begreift. Andersons erster abendfüllender Ausflug in die Welt des Animationsfilms, nach Gehversuchen in der Stopmotiontechnik für die Unterwasseraufnahmen in "Die Tiefseetaucher" (damals noch von Henry Selick, der sich mit "James und der Riesenpfirsich" selbst schon einmal an einen Roald-Dahl-Stoff wagte), ist prall gefüllt mit all den Schrullen und Drolligkeiten, mit den wie mit dem Geodreieck errechneten Kadragen, die man aus seinen bisherigen Filmen kennt. 60's-Songs wie "Heroes and Villains" von den Beach Boys oder "Street Fighting Man" von den Stones, aus Truffaut-Filmen entliehene Score-Passagen von Georges Delerue und zahlreiche Liedfragmente von Burl Ives geben akustisch vor, was Anderson visuell umsetzt: ein lakonischer, wundersamer und wunderbarer Ausflug, der damit liebäugelt, ein "Chicken Run" für zwanghafte Analogfreaks zu sein, aber schließlich doch überzeugt als ausgefuchste Familiensaga, die von George Clooney und Meryl Streep in den Sprechhauptrollen geerdet wird. Das mag Anderson wie kolportiert vom heimischen Schreibtisch mit Regieanweisungen per E-Mail inszeniert haben, quicklebendig - aber eben auch schräg und überraschend und faszinierend eigenartig - ist sein Film dennoch. ts.

Der fantastische Mr. Fox

Der einstige Hühnerdieb Mr. Fox führt mit seiner Familie ein idyllisches Familienleben. Doch damit ist es vorbei, als er rückfällig wird und sich nachts heimlich auf die Hühnerjagd begibt. Sein Leichtsinn hat Folgen, denn drei Bauern wollen den cleveren Fuchs mit allen Mitteln zur Strecke bringen. Bald ist nicht nur seine Familie, sondern auch die tierische Nachbarschaft in großer Gefahr. Doch Mr. Fox hat will einen genialen Plan, um die bösen Bauern zu überlisten...

Wes Andersons ("Darjeeling Limited") tempogeladene Gaunerkomödie nach Roald Dahls Bestseller entstand in aufwändiger Stop-Motion-Technik. "Ein wunderbarer Puppen-Action-Nachdenk-Film" (Die Zeit) mit schwarzem Humor und schrägen Charakteren, der für 2 Oscars[r] nominiert wurde*.

*Bester Animations-Film, beste Originalmusik

Quelle: Fox

Making Of
Schmetterkrachen für Anfänger
Trailer

Quelle: Fox

Sprecher:  George Clooney   als Mr. Fox
  Meryl Streep   als Mrs. Fox
  Jason Schwartzman   als Ash
  Bill Murray   als Badger
  Wallace Wolodarsky   als Kylie
  Eric Chase Anderson   als Kristofferson
  Michael Gambon   als Franklin Bean
  Willem Dafoe   als Rat
  Owen Wilson   als Coach Skip
  Wes Anderson   als Weasel
  Karen Duffy   als Linda Otter
  Robin Hurlstone   als Walter Boggis
  Helen McCrory   als Mrs. Bean
  Hugo Guinness   als Nathan Bunce
  Roman Coppola   als Squirrel Contractor
  Juman Malouf   als Agnes
  Jeremy Dawson   als Beavers Sohn
  Garth Jennings   als Beans Son
 
Regie:  Wes Anderson  
Buch:  Wes Anderson  
  Noah Baumbach  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Tristan Oliver  
Produzent:  Scott Rudin  
  Allison Abbate  
  Wes Anderson  
  Jeremy Dawson  

"Ich bin kein Diktator!"

Wes Anderson gilt als einer der Kult-Autorenfilmer des amerikanischen Kinos. Bislang trotzt er sogar der Krise des Independent-Films - aktuell als Regisseur des Stop-Motion-Animationsfilms "Der fantastische Mr. Fox", bei dem er trotz neuer Technik seinem Stil und seinen Themen treu bleibt.

Wes Anderson am Set von "Der fantastische Mr. Fox" Großansicht

Wes Anderson am Set von "Der fantastische Mr. Fox"

Gibt es einen Anderson-Stil?
WES ANDERSON: Ich möchte nicht, dass mein Stil unsichtbar bleibt, aber ebenso wenig geht es mir darum, ein Markenzeichen zu schaffen. "Der fantastische Mr. Fox" sollte sich nicht wie ein Wes-Anderson-Film, sondern wie eine Verfilmung eines Roald-Dahl-Buchs anfühlen. Dass die Leute meine Schreibe und Inszenierungsweise wiedererkennen, kann ich nicht vermeiden. Aber das alles ist nur ein Ausdruck meiner Person.

Wie ist es mit den Themen? Ihre Filme erzählen von dysfunktionalen Familien.
Ich bin mir dessen bewusst, aber diese Themen wähle ich nicht, um einen Zusammenhang zwischen meinen Filmen herzustellen. Ich entwickle Geschichten in die Richtung, die mir sinnvoll erscheint, und so ergibt sich das eben. Wobei ich hinzufügen muss, dass ich mich mit meinem Vater sehr gut verstehe.

Wie kam es, dass Sie zum ersten Mal keine eigene Geschichte verfilmten?
Der Zeitpunkt ist Zufall. Das ist die erste Geschichte von Roald Dahl, die ich je gelesen habe, ich fühlte mich schon als Kind von ihr angesprochen - von den Figuren ebenso wie von den Illustrationen. So beschloss ich schon vor vielen Jahren, sie zu verfilmen. Zwischenzeitlich verloren wir unsere Finanzierung, und ich drehte andere Projekte. Dann bekamen wir das Geld wieder.

Wie schwer fiel Ihnen als Regisseur die Umstellung auf Stop-Motion-Animation?
Natürlich war das eine Lernerfahrung, die viel Geduld erforderte. Ich musste mich daran gewöhnen, dass die Umsetzung meiner Regieanweisungen einige Zeit dauert. Wenn ich sage: "In dieser Szene hätte ich gern eine Teetasse", dann muss diese erst von einem Handwerker angefertigt werden. Außerdem läuft dabei eine Vielzahl von Prozessen ab, über die ich die Kontrolle behalten wollte. Wir mussten also erst einmal ein System entwickeln, das mir das erlaubte.

Wie stark ist dieses Verlangen nach Kontrolle?
Es ist nicht überzogen. Ich bin kein Diktator, sondern durchaus bereit, Überraschungen zuzulassen und spontan neue Möglichkeiten zu nutzen. Das war ja auch bei meinem letzten Film "Darjeeling Limited" der Fall, der in Indien entstand. Bei "Der fantastische Mr. Fox" brachte jeder Animator seine Persönlichkeit und seine Ideen mit ein, und auf diese Weise entwickelte sich eine sehr spannende Zusammenarbeit. Ganz besonders wichtig waren mein Szenenbildner Nelson Lowry und Modell-Supervisor Andy Gent.

Sie scheinen sich cineastischen Trends zu entziehen. Ist das auch Zufall oder bewusste Entscheidung?
Das liegt daran, dass ich mich an der Tradition klassischer Filmemacher orientiere. Zu meinen Lieblingsregisseuren gehören John Huston, Jean Renoir, Orson Welles, Stanley Kubrick oder Federico Fellini, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wobei ich es durchaus gern habe, wenn ich im Kino überwältigt werde. Ich mag nur keine Filme, die sich wie Videospiele anfühlen.

Welche Filme im letzten Jahr haben Sie beeindruckt?
Das waren "A Serious Man" von den Joel Coens, Almodóvars "Zerrissene Umarmungen" oder Hanekes "Das weiße Band". Ich muss aber zugeben, dass mir auch "Star Trek" sehr gut gefallen hat.

Ist es schwierig, für Ihre Art des Kinos Geld zu bekommen - vor allem nach dem Misserfolg von "Die Tiefseetaucher"?
Ich zerbreche mir darüber nicht großartig den Kopf. Ich denke von Projekt zu Projekt und versuche, irgendwie Geld dafür aufzutreiben. Bei "Der fantastische Mr. Fox" war es letztlich nicht besonders schwierig. Bei "Die Tiefseetaucher" war nur das hohe Budget ein Problem, denn damit entstand ein enormer Erfolgsdruck. Ich wünschte, wir hätten damals nicht so viel ausgegeben.

Sie zeigen in Ihren Filmen eine Vorliebe für frühere Jahrzehnte. Würden Sie sich im Hollywood der Siebziger wohler fühlen?
Es stimmt - ich bin Nostalgiker. Aber ich bin nicht von der Vergangenheit besessen und würde auch nicht in einem früheren Jahrzehnt arbeiten wollen. Ich bin eindeutig ein Mensch des 21. Jahrhunderts. Und für mich gibt es letztlich nur eine Maxime: Ich versuche Filme zu machen, wie ich sie selbst als Zuschauer sehen möchte.

 

Der fantastische Mr. Fox in der Fotoshow

 

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