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Der Fischer und seine Frau

Doris Dörries tiefgründige unterhaltsame Beziehungskomödie frei nach dem Märchen vom Fischer und seiner Frau.


Der Fischer und seine Frau

Leihvideo

Erhältlich seit:
28.04.2006

Originaltitel: Der Fischer und seine Frau

Komödie/ Drama

Deutschland 2005
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 6

Alexandra Maria Lara
Christian Ulmen
Simon Verhoeven

Regie: Doris Dörrie
Highlight Communications (Deutschland)

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Liebe oder Karriere? Oder beides? Doris Dörrie schickt in der temperamentvollen Beziehungsballade die heißesten deutschen Jungstars auf Fischfang.

Auf Schmusekurs mit dem Fang: Veterinär Otto küsst seinen Glücksfisch, den Koi (Foto: Constantin) Großansicht

Auf Schmusekurs mit dem Fang: Veterinär Otto küsst seinen Glücksfisch, den Koi (Foto: Constantin)

Die "Männer" haben sie einst mit Bravour zum Aushängeschild des Komödienbooms befördert, aber es sind nie die schlichten Erfolgsrezepte gewesen, die Doris Dörrie gereizt haben. Ihre Filme sind auf entschiedene Art ehrlich, ihre Figuren selbst als Karikaturen noch lebensecht. Sie jagen unerreichbaren Träumen nach und werden von Selbstzweifeln geplagt - ganz moderne Menschen, oft unsicher, lebenslustig, fragil, sinnsuchend.

Vor allem durch ihre Schwächen stark gewordene Frauentypen wandern durch Dörries Kinowelt, hier hoffen sie auf Liebe und Unabhängigkeit, die ihnen zwei tranige Berufsbremser - ihre Lebensgefährten - nicht geben wollen oder können. Doch wer immer mehr will, läuft Gefahr, zum Schluss alles zu verlieren.

Idas grelle Modekollektion nach Koi-Art entwickelt sich über Nacht zum Millionengeschäft (Foto: Constantin) Großansicht

Idas grelle Modekollektion nach Koi-Art entwickelt sich über Nacht zum Millionengeschäft (Foto: Constantin)

Junge Talente

Alexandra Maria Lara ("Der Untergang"), MTV-Chamäleon Christian Ulmen ("Herr Lehmann"), Simon Verhoeven ("Das Wunder von Bern") und Kim Young-Shin ("Tatort") sind die aufregenden, mitunter noch kurz vor dem Durchbruch stehenden jungen Talente, die sich versammelt haben, um in Japan einen Reigen zweier Paare zu eröffnen, die zwischen Sehnsucht und Liebesfrust, Tatendrang und Niedergeschlagenheit einen Weg zum Glück suchen.

Das fordert Reibungsverluste geradezu heraus und so kracht es gewaltig im Beziehungsgebälk, denn Ida (Lara) will trotz Kind raus aus der 2-Zimmer-Wohnung Modell Sozialhilfe und ihren Arbeitsmuffel Otto (Ulmen) in die Villen-Welt der Karrieristen katapultieren. Die Geschäftsidee, eine ausgefallene Modekollektion, hat er quasi mitgeliefert.

Ida auf Geschäftstour mit Leo (Foto: Constantin) Großansicht

Ida auf Geschäftstour mit Leo (Foto: Constantin)

Rettet den Fisch!

Otto genügt sich hingegen als Fischdoktor, der mit Kumpel Leo die seltenen Exemplare des japanischen Zierfischs Koi behandelt und eine stressfreie Kleinexistenz ersehnt. Leo (Verhoeven) hat indes den Beruf im Griff, erweist sich aber als zu klobiger Liebhaber für Yoko (Kim).

Ob tragisch oder komisch - voller Schwung und Fantasie kommt das moderne Gesellschaftsmärchen daher, das auf eine Erzählung der Gebrüder Grimm zurückgeht. Doris Dörrie hat sie schwungvoll umgekrempelt zu einer zeitgenössischen Fabel, die auch gehörig Gesellschaftskritik übt. Das hintergründige Highlight für den Kinogourmet kommt frisch vom Filmfest Hamburg.

Der Fischer und seine Frau

Beruf und Kinder, Karriere und Liebe. Frauen wollen alles. Angelehnt an das Märchen "Von dem Fischer und seiner Frau" der Gebrüder Grimm erzählt Doris Dörrie, wie kompliziert die Verwirklichung dieser Wünsche heute ist und schickt Alexandra Maria Lara auf eine fantasievolle Achterbahn der Gefühle.

"Meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern will". Dieser Stoßseufzer aus dem Märchen spricht so manchem Mann aus dem Herzen. Doris Dörrie geht in ihrer launigen Beziehungskomödie den Zufällen des Lebens nach und den unterschiedlichen Vorstellungen von Glück. Dabei zieht es sie, wie schon in "Erleuchtung garantiert" erst einmal nach Japan. Im Land der aufgehenden Sonne trifft die flotte Modedesignerin Ida auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit zwei deutsche "Fischverkäufer", die als "Flying Fish doctors" nicht nur die Wehwechen von Fischen heilen, sondern auch noch einen 15 000 Dollar teuren Zierfisch, den begehrten Koi, für einen deutschen Kunden auftreiben. Otto ist ein zurückhaltender und genügsamer Typ, Leo ein Dummschwätzer mit Geschäftssinn. Ida verliebt sich in Otto, heiratet ihn noch in Japan und landet in Deutschland auf dem Boden der Tatsachen, nämlich im abgenutzten Wohnmobil. Aber sie will hoch hinaus, entwirft Schal-Kollektionen im Koi-Look und bald schon schicke knallbunte Kleider, während das Ehegespons sich mit Fäulnisbakterien und Amöben-Krankheiten bei Koi-Karpfen beschäftigt. Durch das Geld der Gattin geht's von der kleinen Sozialwohnung ins Reihenhaus, dann in die schicke Villa am See, dazwischen eine Geburt im Schuhladen und ein süßes Söhnchen, das Papa am Hals hat. Ida drückt auf die Tube, Otto bewegt sich mit halber Geschwindigkeit durchs Leben, will seine Ruhe. Als emotionaler Kontrapunkt dient der finanziell geschickte Leo, in dessen Ehe es kriselt. Als von zwei unscheinbaren Fischen einer sich als Super-Koi entpuppt und

350 000 Dollar in Ottos Kasse spült, scheint das Glück perfekt. Jedenfalls für die geldgierige Ida. Mit Blick fürs Detail werden die immer gleichen Differenzen zwischen Mann und Frau augenzwinkernd dargestellt, der weibliche Willen nach mehr und das männliche Phlegma. Bis sich dann alles doch noch in Wohlgefallen auflöst, leiden die Liebenden am gegenseitigen Unverständnis, kreisen verwunschene Fische im Aquarium und philosophieren über die unmögliche Zweisamkeit, leuchten die schönsten Farben auf der Leinwand. Wenn der Traum vom Reichtum zerplatzt und auch der Super-Koi seinen Glanz verliert, geht's erst einmal für beide sozial abwärts. Aber man ahnt, Ida wird schon dafür sorgen, dass es wieder aufwärtsgeht. Das Trio ist mit Alexandra Maria Lara als Power-Frau, Simon Verhoeven als gelacktes Großmaul und vor allem Christian Ulmen als liebevoller Loser gut besetzt. Bei dem in ein Märchen verpackten Stoff (aus dem Butt wird ein Koi) düst Doris Dörrie allerdings im Affentempo durch den Beziehungsdschungel, werden die Charaktere etwas zu hastig abgehakt. Dafür brilliert sie in diesem leichten Film über das langsame Abhandenkommen der Liebe in Zeiten schnellen Lebens mit wunderbar treffsicheren Dialogen und einem vielfältigen Soundtrack vom deutschen und österreichischen Elktro-Folk bis zu den Talking Heads. Hier ist nicht Erleuchtung, sondern Unterhaltung garantiert. mk.

Darsteller:  Alexandra Maria Lara   als Ida
  Christian Ulmen   als Otto
  Simon Verhoeven   als Leo
  Young-Shin Kim   als Yoko
  Eva Christian   als Alina
  Valentin Platareanu   als Radu
  Ulrike Kriener   als Lena
  Elmar Wepper   als Herr Wagenbach
  Carola Regnier   als Frau Wagenbach
  Gustav Peter Wöhler   als Olsen
  Christoph Maria Herbst   als Therapeut
  Petra Zieser   als Maklerin
 
Regie:  Doris Dörrie  
Buch:  Doris Dörrie  
Kamera:  Rainer Klausmann  
Produzent:  Franz Xaver Gernstl  

"Es gibt nichts Schönes ohne Schlimmes"

In seiner märchenhaften romantischen Komödie hat Helmut Dietl zwei der bekanntesten deutschen Schauspieler als Liebespaar zusammengebracht. Alexandra Maria Lara und Moritz Bleitreu über die große Liebe, Musik und die Unterwelt.

Anfangs noch im Siebten Himmel: Mimi und Venus (Foto: Constantin) Großansicht

Anfangs noch im Siebten Himmel: Mimi und Venus (Foto: Constantin)

» Woran erkennt man, dass man die große Liebe gefunden hat?

MORITZ BLEIBTREU: Für mich zeichnet "Vom Suchen und Finden der Liebe" ein realistisches Bild der Liebe. Dass dieses Bild nicht immer romantisch ist, habe ich auch in meinem Leben nie anders erlebt. Doch der Film lässt sich nicht die Hoffnung nehmen.

Auch ich habe inzwischen herausgefunden, dass die große Liebe höchstwahrscheinlich unmöglich ist. Aber das hindert mich nicht daran, mein ganzes Herz und meine ganze Seele zu investieren. Ich will nicht den Weg wählen, den die Figuren von Uwe Ochsenknecht und Anke Engelke gehen. Es gibt wohl immer mehr Menschen, die auf den Schmerz verzichten wollen. Aber es gibt nichts Schlimmes ohne Schönes und nichts Schönes ohne Schlimmes. Ich möchte es lieber mal richtig schön haben - dafür kriege ich auch gerne mal eine Tasse an den Kopf.

Uwe Ochsenknecht und Anke Engelke haben nur nach Terminplan Sex (Foto: Constantin) Großansicht

Uwe Ochsenknecht und Anke Engelke haben nur nach Terminplan Sex (Foto: Constantin)

» Alexandra, warum wissen die Menschen, erst nachher, dass es die ganz große Liebe war?

ALEXANDRA MARIA LARA: Ist das so? Ich hoffe, dass viele die Liebe schon von Anfang an schätzen und wissen, warum es sich lohnt, später dafür zu kämpfen. Doch manche können erst rückwirkend sagen, dass sie schon jemanden hatten, der am besten zu ihnen gepasst hat.

Ich finde es schwer, Fragen zur Liebe zu verallgemeinern. In meinem eigenen Freundeskreis habe ich erfahren, wie unterschiedlich Menschen reagieren. Jeder findet etwas anderes wichtig. Nehmen wir mal die Tatsache, dass Mimi Venus so stark verändert: Ich glaube, dass es Frauen gibt, die so etwas suchen, die sich gerne auf einen Meister einlassen.

Mimi verliebt sich auf den ersten Blick in Venus (Foto: Constantin) Großansicht

Mimi verliebt sich auf den ersten Blick in Venus (Foto: Constantin)

» Helmut Dietl soll am Set sehr exakt arbeiten...

BLEIBTREU: Das ist absolut so. Alles, was die Figuren sagen, ist drei mal durchdacht und soll auch so gesagt werden. Allenfalls wird etwas weggenommen. Aber die Chance, dass man bei Helmut sagt: "Du Helmut, ich hätte da diesen einen Satz, könnte ich den mal...", ist sehr gering.

Helmut geht nicht mit der Einstellung ans Set, dass das Ganze Spaß machen soll. Für ihn ist das Krieg und das kann schon hart sein. Wenn man einen Take zum achten Mal macht, nur weil es um einen Bruchteil einer Sekunde von Timing geht, in dem ein "Hä?" oder ein "Was?" gesagt werden muss, das ist schon quälend. Und wenn man dazu noch selber merkt, dass er recht hat, ist es eine richtige Herausforderung.

Auf der Suche nach dem richtigen Song (Foto: Constantin) Großansicht

Auf der Suche nach dem richtigen Song (Foto: Constantin)

» Wie war es, mit Alexandra Maria Lara zusammenzuarbeiten?

BLEIBTREU: Von ihren ersten Filmen an war mir klar, dass sie mal ganz erfolgreich sein wird. Ich habe drauf gewartet, dass wir zusammen spielen. Jetzt hat es geklappt und war total super.

Sie musste durch das Singen noch einen ganz anderen Schritt gehen. Da hätte ich mir in die Hosen gemacht, das Klavier war schon schlimm genug. Ich kann nicht singen - rhythmisch schreien vielleicht.

Endlich erfolgreich: Mimi hat aus Venus eine Diva gemacht (Foto: Constantin) Großansicht

Endlich erfolgreich: Mimi hat aus Venus eine Diva gemacht (Foto: Constantin)

» Alexandra, wie war es für Sie, vor der Kamera zu singen?

LARA: Ich hatte zwar Gesangsstunden auf der Schauspielschule, aber ich bin keine Sängerin. Deswegen ist das Singen mit viel Anspannung, Mut und Unsicherheit verbunden. Aber es hat viel Spaß gemacht.

» Schauen Sie sich den Film auf der Premiere an?

LARA: Ich habe schon überlegt, ob ich wirklich die ganze Zeit sitzen bleiben soll. Aber ich bin einfach zu neugierig. Ich will wissen, wie das wirkt, an dem ich so lange gearbeitet habe. Ich habe den Film erst einmal gesehen und möchte ihn jetzt ein zweites Mal auf mich wirken lassen.

Heino Ferch kümmert sich als Hermes Aphroditos in der Unterwelt um Mimi (Foto: Constantin) Großansicht

Heino Ferch kümmert sich als Hermes Aphroditos in der Unterwelt um Mimi (Foto: Constantin)

» Moritz, wie ist es für Sie, den Film jetzt zu sehen?

BLEIBTREU: Ich verstehe Schauspieler wie Spencer Tracy sehr gut, die irgendwann gesagt haben: "Ich schau mir das nicht mehr an." Ich werde auch bei der Premiere garantiert nicht in der Vorstellung sitzen. Ich bin jemand, der so schnell wie möglich an die Bar geht.

Die Tatsache, dass man das nie mehr ändern kann und keine Erklärung abgeben kann, macht mich wahnsinnig. Da wird für mich eine Sekunde zu einer Stunde und eine Stunde zu einem Tag.

Am Anfang dachte ich, wenn ich einen bestimmten Ton spiele, wird das auch so übertragen. Weit gefehlt. Egal, was man spielt, beim Publikum kommt immer etwas Unterschiedliches an. Deswegen ist es jetzt Helmut Dietls Film, es ist Euer Film. Wenn ich den Film aber als Regisseur machen würde, wäre jede Art von Reaktion für mich wichtig. Dann bin ich derjenige, der das zu verantworten hat.

Venus versucht vergeblich, Mimi zu vergessen (Foto: Constantin) Großansicht

Venus versucht vergeblich, Mimi zu vergessen (Foto: Constantin)

» Heißt das, dass Sie mal als Regisseur arbeiten wollen?

BLEIBTREU: Richtig. Das wird so bald wie möglich passieren. Ich habe eine Produktionsfirma mit meinem Kollegen und gutem Freund Fatih Akin, Corazón International, und wir versuchen das so schnell wie möglich auf die Reihe zu kriegen. Dann sitze ich auch in der Premiere und dann darf man mich auch mit Tomaten beschmeißen.

» Wie sieht es bei Ihnen mit nächsten Projekten aus, Alexandra?

LARA: Ab Ende Januar drehe ich einen Film in meiner Heimat Rumänien. Ich werde dafür mit meinem Vater vor der Kamera stehen und in meiner Muttersprache drehen. Ich war viereinhalb, als meine Eltern mit mir nach Deutschland gezogen sind, aber sie haben weiterhin mit mir Rumänisch gesprochen.

Nach diesem Film möchte ich gerne ein bisschen Ruhe haben. Im Herbst wird dann der neue Film von Doris Dörrie starten. Sie hat eine moderne Adaption des Märchens "Der Fischer und seine Frau" geschrieben. Ich spiele eine Frau, die nie genug bekommt und einen Mann an ihrer Seite hat, der nur sitzen und gucken möchte.

Mimi will ohne Venus nicht mehr leben (Foto: Constantin) Großansicht

Mimi will ohne Venus nicht mehr leben (Foto: Constantin)

» Moritz, wenn Sie einen Gegenstand in die Unterwelt mitnehmen könnten, welcher wäre es?

BLEIBTREU: Ein Klavier!

» Im Film sind Sie Pianist und Komponist. Machen Sie auch privat Musik?

BLEIBTREU: Nein, leider nicht. Ich bin ein musikbegeisterter Typ. Ich habe früher an Platten rumgekratzt und aufgelegt. Ich sammle Musik, kann aber leider kein Instrument spielen. Ich glaube, an mir ist ein Musiker verloren gegangen.

Seit den Klavierstunden für den Film versuche ich, mich in dieses Instrument hineinzufinden. Ich habe zuhause zwei Klaviere. Das Klavier ist die Königin der Instrumente. Ich glaube, dass es nichts gibt, mit dem man Frauen mehr beeindrucken kann, als mit dem Klavier.

 

Der Fischer und seine Frau in der Fotoshow

 

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Alexandra Maria Lara

Ihre wunderbaren leicht mandelförmigen Augen, Natürlichkeit, Frische, Spontaneität, Energie und ihr offener intensiver Blick,...

 

Star

Christian Ulmen

Die stets ein wenig niedergeschlagenen Augenlider verdecken den Spott, mit dem er die Welt sieht, und die phlegmatischen Bewegungen, die...