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Der freie Wille

Hartes und konsequentes Drama über einen aus der Haft entlassenen Vergewaltiger, der ein neues Leben beginnen will.


Der freie Wille

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Erhältlich seit:
16.10.2009

Originaltitel: Der freie Wille

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 164 Min.
FSK: ab 16

Jürgen Vogel
Sabine Timoteo
Manfred Zapatka

Regie: Matthias Glasner
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Hartes und konsequentes Drama über einen aus der Haft entlassenen Vergewaltiger, der ein neues Leben beginnen will.

Nettie verliebt sich ausgerechnet in den Vergewaltiger Theo (Foto: Kinowelt) Großansicht

Nettie verliebt sich ausgerechnet in den Vergewaltiger Theo (Foto: Kinowelt)

Der Wille ist da bei Theo (Jürgen Vogel), der Wille zur Veränderung. Theo ist ein brutaler Vergewaltiger, hat neun Jahre im Knast verbüßt und will nun ein ganz neues Leben anfangen, sich nicht mehr lenken lassen von seinem inneren Trieb, von dem er glaubt, dass er ihn inzwischen unter Kontrolle hat.

Als er die junge Nettie (Sabine Timoteo), die Tochter seines neuen Chefs, kennenlernt, scheint mit der Liebe ein Ausweg möglich. Doch auch Nettie hat eine gewisse Vergangenheit mit Misshandlungen, und immer bleibt die Angst, dass das Pulverfass der verbrecherischen Lust wieder explodieren könnte ...

Siegt am Ende doch die Gewalt? (Foto: Kinowelt) Großansicht

Siegt am Ende doch die Gewalt? (Foto: Kinowelt)

Schonungslos aufs Ganze

Nichts erspart uns Matthias Glasner in diesem schonungslosen Vergewaltigungsdrama, seiner zweiten Zusammenarbeit mit Jürgen Vogel ("Sexy Sadie"). Der geht aufs Ganze, entfaltet sein grandioses Können in diesem mutigen Kino-Exzess - die Berlinale 2006 zeichnete ihn mit dem Silbernen Bären für seine künstlerische Leistung als Schauspieler, Co-Autor und Co-Produzent aus. Wenn je ein Preis verdient war, dann dieser.

Der freie Wille

Matthias Glasner serviert harte Kinokost: "Der freie Wille" handelt von einem Vergewaltiger, der seinen verbrecherischen Trieb nicht kontrollieren kann. Ein Psychogramm von Angst und Selbsthass mit einem fulminant aufspielenden Jürgen Vogel.

Polarisierend und provozierend, aber nicht psychologisierend - Matthias Glasner erspart uns nichts. Schon die erste Szene ist kaum auszuhalten. Da bereitet Theo die Vergewaltigung vor, überfällt eine Radlerin auf dem Feldweg, vergeht sich endlos lang an dem Opfer, dessen Qual sich auf den Betrachter überträgt. Nach neun Jahren kommt der Mann aus dem Maßregelvollzug in eine betreute Wohngemeinschaft im tristen Mühlheim an der Ruhr. Manchmal spürt er, wie sich in ihm das brutale Verlangen wieder meldet, hofft aber, sein abnormales Verhalten in den Griff zu bekommen. "Ich war krank, jetzt bin ich gesund" sagt er beim Vorstellungsgespräch. Aber so richtig glaubt er es auch nicht. Als er Nettie, die Tochter seines Chefs kennenlernt, öffnet sich für ihn kurzfristig der Himmel, um ihn dann umso tiefer abstürzen zu lassen. Eine unlebbare Liebe zwischen zwei kaputten Seelen. Jürgen Vogel (ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären für eine künstlerische Leistung als Schauspieler, Koproduzent und Koautor des Films) geht bis zur psychischen Selbstentblößung auf diesem Weg in das Herz der Finsternis. Wenn er beim Nachschauen eines Mädchens seine Hände wie ein Schloss über seinen Penis verschränkt, wenn er brüllend beim Kampf- und Kraftsport seine innere Gewalt kanalisiert, wenn er mit unbewegtem Gesicht die sexuelle Absage einer Kellnerin einsteckt, dann ahnt man, was in diesem Menschen vorgeht, der sich und seinen Körper nicht liebt und den von anderen schändet. Ein Pulverfass. Theo folgt noch einmal gnadenlos seinem Trieb. Es gibt nur selten Momente der Hoffnung in dieser Düsternis - da erfreut sich Nettie (starke Performance von Sabine Tomoteo) an der Chocolaterie in Belgien, lässt Theo in einer leeren Kirche Schuberts "Ave Maria" für sie singen. Augenblicke des Atemholens in der Armseligkeit. Das Mädchen muss am Ende zusehen, wie sich Theo die Pulsadern aufschneidet, hält ihn wie die berühmte Pieta im Arm. Da schließt sich der Kreis. Nach 163 Minuten gibt es keine Erlösung, kein Erbarmen, kein Mitleid. Als Zuschauer fühlt man sich erschöpft nach dieser Tour de Force, möchte am liebsten weglaufen und verfolgt das Geschehen dennoch gebannt. Glasner verzettelt sich nicht in großartigen Kamerafahrten, Filmmusik oder komplizierte Montage, sondern bleibt ganz nah dran, setzt auf trostlosen Purismus. Er liefert keine der üblichen psychologischen Erklärungen oder Ausflüchte, belässt es bei Sprachlosigkeit, Schuld als Schicksal, Verzweiflung. Das Gefühl der Erbärmlichkeit überträgt sich auf den Zuschauer. Eine peinigende und dennoch großartige Gratwanderung, die wütend und hilflos macht, verunsichert. Radikales Kino aus Deutschland. mk.

Der freie Wille

Matthias Glasners und Jürgen Vogels Einblick in die Abgründe verletzter Seelen ist ein Film von schmerzhafter Intensität. Jürgen Vogel erhielt für seine herausragende künstlerische Gesamtleistung als Darsteller, Co-Autor und Co-Produzent auf der Berlinale 2006 den Silbernen Bären und wurde als "Bester Schauspieler" beim Chicago International Film Festival ausgezeichnet. FBW-Prädikat: Besonders wertvoll!

Quelle: Studiocanal

Interview mit Jürgen Vogel

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Jürgen Vogel   als Theo Stoer
  Sabine Timoteo   als Nettie Engelbrecht
  Manfred Zapatka   als Claus Engelbrecht
  André Hennicke   als Sascha
  Judith Engel   als Anja Schattschneider
  Anna Brass   als Frau in den Dünen
  Anne-Kathrin Golinsky   als Kaufhausverkäuferin
  Maya Bothe   als Frau im Hinterhof
  Frank Wickermann   als Michael
  Anna de Carlo   als Kellnerin
 
Regie:  Matthias Glasner  
Buch:  Matthias Glasner  
  Jürgen Vogel  
  Judith Angerbauer  
Kamera:  Matthias Glasner  
Produzent:  Christian Granderath  
  Frank Döhmann  
  Matthias Glasner  
  Jürgen Vogel  
 

Der freie Wille in der Fotoshow

 

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Jürgen Vogel

Der Authentische. Jürgen Vogel ist der Wagemutige unter den deutschen Filmstars, einer aus dem richtigen Leben, der sich etwas traut, der die...

 

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Manfred Zapatka

Smart und hart zugleich. Er ist als Bundeskanzler und Boxtrainer, Heinrich Himmler und heiliger Trinker, Verleger und Vater einer "...