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Der fremde Sohn

In den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts angesiedelter Thriller von Clint Eastwood über eine Mutter, deren neunjähriger Sohn spurlos verschwindet.


Der fremde Sohn

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.08.2009

Originaltitel: The Changeling

Drama/ Kriminalfilm

USA 2008
Laufzeit: 136 Min.
FSK: ab 12

Angelina Jolie
John Malkovich
Jeffrey Donovan

Regie: Clint Eastwood
Universal Pictures Germany

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Drama über eine Frau, die ihren echten Sohn vermisst und einen anderen akzeptieren soll.

Christine wird mit dem fremden Sohn konfrontiert (Foto: Universal) Großansicht

Christine wird mit dem fremden Sohn konfrontiert (Foto: Universal)

Christine Collins (Angelina Jolie) ist eine allein erziehende, berufstätige Mutter - und damit im Los Angeles Ende der 20er Jahre bereits eine moderne Frau. Als ihr neunjähriger Sohn spurlos verschwindet, versucht sie mit allen Mitteln, ihn wiederzufinden. Dabei stößt sie immer wieder auf Vorurteile und Desinteresse seitens der Behörden. Fünf Monate später präsentiert ihr die Polizei einen anderen Jungen als den eigenen Sprössling und verkauft die Geschichte in der Presse als Fahndungserfolg.

Als Christine nicht locker lässt, wird sie sogar in die Psychiatrie eingeliefert, um den Ruf der überforderten Polizei nicht zu gefährden. Währenddessen deckt ein Beamter zufällig außerhalb der Metropole das Werk eines Serienmörders auf, der 20 Kinder auf dem Gewissen hat.

Die verzweifelte Mutter gibt die Suche nicht auf (Foto: Universal) Großansicht

Die verzweifelte Mutter gibt die Suche nicht auf (Foto: Universal)

Ein weiteres Meisterwerk

Angelina Jolie liefert unter Clint Eastwoods meisterhafter Regie einen der besten Auftritte ihrer Karriere. Die Verfilmung eines wahren Falles, der die kalifornische Justiz erschütterte, wird zum weiteren Meilenstein einer unvergleichlichen Regie-Karriere.

Der fremde Sohn

Die mit "Mystic River" begonnene Renaissance hält an. Mit seiner 28. Regiearbeit fügt Clint Eastwood seinem Alterswerk einen weiteren Meilenstein hinzu.

Man kann "Changeling" als thematisches Komplementärwerk zu "Mystic River" verstehen - in beiden Filmen sind verschwundene Kinder Auslöser für eine komplexe Abfolge von Ereignissen - oder als ambitionierter Thriller, der mit seinem Versuch, die Schattenseiten der Stadt der Engel zu offenbaren, inhaltlich und stilistisch in einer Ahnenreihe mit "Chinatown" und "L.A. Confidential" steht. Wie auch immer: Die Verfilmung eines wahren Falls, der Ende der Dreißigerjahre die Justiz Kaliforniens in ihren Grundfesten erschütterte, ist ein weiteres Meisterwerk von Clint Eastwood, der es mittlerweile fast blind beherrscht, seinem betörend gradlinigen Kino auf Augenhöhe eine Komplexität und Vielschichtigkeit zu verleihen, die ein Publikum gleichermaßen fesselt und fordert. Die Geschichte einer alleinstehenden Mutter, deren neunjähriger Sohn spurlos verschwindet, bis ihr von der Polizei von Los Angeles fünf Monate später ein anderer Junge als ihr Sprössling präsentiert wird, verfehlt ihre intendierte Wirkung nicht. Während die Mutter bei den Behörden mit ihrer fortgesetzten Suche nach dem richtigen Sohn auf Granit beißt und schließlich sogar in die Psychiatrie eingeliefert wird, um den Ruf der überforderten Polizei nicht weiter zu gefährden, deckt ein Beamter zufällig außerhalb der Metropole das Werk eines Serienmörders auf, der 20 Kinder auf dem Gewissen hat.

Kunstvoll lässt Eastwood die beiden Handlungsstränge zunächst völlig unbeteiligt nebeneinander herlaufen, um sie danach zwingend zusammenzuführen. Er lässt keinen Zweifel über seine Empörung über den Behördenskandal aufkommen, ist aber gleichzeitig clever genug, immer das nötige Quentchen Ambivalenz beizubehalten: Schließlich schält sich aus dem kunstvollen Gefüge aus Thriller und Sozialkritik eine regelrechte Odyssee heraus: Die Suche einer Frau nach Gewissheit, nach Wahrheit. In der ihm eigenen entspannten Art als Filmemacher gibt Eastwood dabei Angelina Jolie mit der Rolle der Christine Collins, die aller anders lautender Hinweise zum Trotz die Suche nach ihrem Sohn nie aufgab, die Bühne für einen ihrer besten Auftritte. Wie immer bei Eastwood erhält sie Unterstützung von einer ganzen Phalanx von brillanten Kollegen, allen voran John Malkovich als Prediger wider die Korruption in Los Angeles und der beeindruckende Jeffrey Donovan als abgebrühter Captain JJ Jones, dem das Ansehen der Polizei allemal wichtiger ist als die Wahrheit. Sieht man von der etwas überzogenen Episode in der Psychiatrie ab, stimmen hier auch stets Look und Feel des Gezeigten: So überzeugend wurde das Los Angeles von einst lange nicht mehr evoziert, auch wenn es sich in den Händen von Eastwood als pures Hollywood Babylon erweist. ts.

Darsteller:  Angelina Jolie   als Christine Collins
  John Malkovich   als Reverend Gustav Briegleb
  Jeffrey Donovan   als Captain J.J. Jones
  Michael Kelly   als Detective Lester Ybarra
  Colm Feore   als Chief James E. Davis
  Jason Butler Harner   als Gordon Northcott
  Amy Ryan   als Carol Dexter
  Denis O'Hare   als Dr. Jonathan Steele
  Eddie Alderson   als Sanford Clark
 
Regie:  Clint Eastwood  
Buch:  J. Michael Straczynski  
Musik:  Clint Eastwood  
Kamera:  Tom Stern  
Produzent:  Brian Grazer  
  Ron Howard  
  Robert Lorenz  
  Clint Eastwood  
 

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