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Leihvideo
Erhältlich seit:
27.07.2011
Originaltitel: Der ganz große Traum
Deutschland 2010
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)
Daniel Brühl
Burghart Klaußner
Kathrin von Steinburg
Regie: Sebastian Grobler
Senator Home Entertainment

Ins Abseits manövriert sich 1874 der unkonventionelle Gymnasiallehrer Konrad Koch, der in Sebastian Groblers emotionalem Drama die "englische Krankheit", den Fußball, nach Deutschland "einschleppt".
Die Sitten waren streng und man war international endlich wer: 1871 wurde das deutsche Kaiserreich gegründet, der Norddeutsche Bund hatte gemeinsam mit den süddeutschen Staaten Erzfeind Frankreich geschlagen. Deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit, Ordnungssinn, (militärische) Disziplin und Nationalstolz waren angesagt. Auch im "Katharineum", einem altehrwürdigen Braunschweiger Gymnasium. Dorthin kommt im Sommer 1874 der engagierte Lehrer Konrad Koch (Daniel Brühl). Nach mehrjährigem Englandaufenthalt soll er den Schülern die englische Sprache beibringen - ein für damalige Zeiten revolutionäres Unterfangen. Doch Direktor von Merfeld (Burghart Klaußner) träumt von der Moderne, von einem aufgeklärten Zeitalter, derweilen Geschichtslehrer Bosch (Thomas Thieme) siegreiche deutsche Schlachten nachkämpft und Sportlehrer Jessen (Jürgen Tonkel) mit schneidigen Kommandos die Körperertüchtigung der Pennäler überwacht.
Ein Film über einen idealistischen Pädagogen, der den Kontakt zu seinen Schutzbefohlenen sucht - und findet. "Der Club der toten Dichter" kommt einem in den Sinn und auch der Oscar-prämierte Klassiker "Goodbye, Mr Chips". Das Figurenarsenal passt: Felix, ein reicher Schnösel, der in der Klasse das Sagen hat, Außenseiter Joost, drangsalierter Junge aus der Arbeiterklasse, und der ungelenke Otto, der so gar nicht turnen kann - und ausgerechnet dessen Vater (Axel Prahl) macht als Sportgerätefabrikant beste Geschäfte. Ein weiterer Beitrag zum (Sub-)Genre des Schulfilms? Ja und nein, denn "Der ganz große Traum" ist mehr, handelt er doch auch davon, wie der Fußball, diese "englische Krankheit" nach Deutschland kam. Fairplay und Gemeinschaftssinn will ein erwachsener, sensibel agierender Daniel Brühl seinen Schülern durch diesen neumodischen Sport, diese verpönte "Fusslümmelei", die er in Oxford lieben gelernt hat, beibringen. Damit Klassenschranken überwinden, Selbstbewusstsein, Liberalität und selbstständiges Denken fördern.
Auf eine vergangene, vermeintlich verstaubte Epoche macht Regiedebütant Sebastian Grobler Lust, entführt die Zuschauer mit dem sorgfältig ausgestatteten Historiendrama aus ihrem Alltag, erzählt, streckenweise etwas zu brav, von einer Zeit großer Umbrüche. Mit Einfühlungsvermögen hat Drehbuchautor Philipp Roth ("Schwere Jungs") seine zahlreichen Figuren mit Leben gefüllt, Klischees (weitgehend) vermieden, humorvolle, auflockernde Sequenzen - primär Spitzen auf den preußischen Drill und als Running Gag ein ewig herabfallendes Porträt Wilhelm I. - eingestreut und auch auf (kleine) Liebesgeschichten nicht vergessen.
Rund fünfeinhalb Millionen Euro hat das Werk gekostet, was sich im Look überaus positiv niederschlägt. An Originalmotiven in und um Braunschweig wurde gedreht, der exzellente Kameramann Martin Langer ("Effi Briest") hält seine Bilder klar und hell, während das gesamte Ensemble eindeutig mit Spaß bei der Sache ist. Ein freundschaftlicher Kick, dem man gerne zusieht. Drei Punkte! geh.
| Darsteller: | Daniel Brühl | als Konrad Koch | |
|---|---|---|---|
| Burghart Klaußner | als Gustav Merfeld | ||
| Kathrin von Steinburg | als Klara Bornstedt | ||
| Justus von Dohnányi | als Richard Hartung | ||
| Axel Prahl | als Schricker Sen. | ||
| Jürgen Tonkel | als Dr. Jessen | ||
| Thomas Thieme | als Dr. Roman Bosch | ||
| Theo Trebs | als Felix Hartung | ||
| Adrian Moore | als Joost Bornstedt | ||
| Till Valentin Winter | als Otto Schricker | ||
| Anna Stieblich | als Frau Salchow | ||
| Henriette Confurius | als Rosalie | ||
| Josef Ostendorf | als Pfarrer Werners | ||
| Michael Hanemann | als Tuchowski | ||
| Lennart Betzgen | |||
| Josef Dragus | als Zumbrink | ||
| Fabio Seyding | als Hans | ||
| Sten Horn | als Wilhelm | ||
| Vincent Kastner | als Offizier zu Hohenlohe | ||
| Thomas Spencer | als Ian | ||
| Milan Peschel | als Schuldiener Profalla | ||
| Christina Große | als Frau Profalla | ||
| Rüdiger Kuhlbrodt | als Diener Stollberg | ||
| Aljoscha Stadelmann | als Kutscher | ||
| Max Gertsch | als Reporter | ||
| Regie: | Sebastian Grobler | ||
| Buch: | Philipp Roth | ||
| Johanna Stuttmann | |||
| Musik: | Ingo Ludwig Frenzel | ||
| Marco Meister | |||
| Kamera: | Martin Langer | ||
| Produzent: | Anatol Nitschke | ||
| Raoul Reinert | |||
Der ganz große Traum in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA
Tonformat: dts HD 5.1 MA
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/1080p
Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen, Outtakes, Making of, Bildergalerie
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