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Der ganz große Traum

Eine bewegend und humorvoll erzählte Geschichte über den Lehrer Konrad Koch und seine Schüler, Zusammenhalt und Teamgeist. Frei erzählt nach der wahren Geschichte, wie der Fußball nach Deutschland kam, ist "Der ganz große Traum" ein Film für die ganze Familie.


Der ganz große Traum

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.07.2011

Originaltitel: Der ganz große Traum

Drama/ Komödie

Deutschland 2010
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Daniel Brühl
Burghart Klaußner
Kathrin von Steinburg

Regie: Sebastian Grobler
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Die Ausstattung

Die Technik



 
Der ganz große Traum

Konrad Koch wird 1874 am Braunschweiger Martino-Katharineum als Englischlehrer eingestellt. Bei einem längeren England-Aufenthalt hatte Koch neben der Sprache auch das in Deutschland noch unbekannte Fußballspiel kennengelernt. Die neue Sportart soll der Schlüssel zu Herz und Verstand seiner Eleven werden. Er hat Erfolg, erregt damit aber den Argwohn der preußisch gesinnten Lehrerschaft und einflussreicher Eltern. Jetzt müssen die Schüler um Konrad Koch kämpfen, wenn er weiter ihr Lehrer bleiben soll.

Die Geschichte, wie der Fußball anno 1874 nach Deutschland kam, erzählt Regiedebütant Sebastian Grobler frei, aber hoch emotional und als wirksame Variante von "Der Club der toten Dichter": Der 5,5-Mio.-Euro-Film weiß genau, welche Knöpfe er drücken muss, um mit seiner Story von einem unkonventionellen Lehrer, der für seine Schüler und gegen das verknöcherte preußische System kämpft, zu punkten. Daniel Brühl überzeugt in der Hauptrolle und schlägt mit dem sehr erwachsenen Part ein neues Kapitel in seiner Karriere auf.

Der ganz große Traum

Ins Abseits manövriert sich 1874 der unkonventionelle Gymnasiallehrer Konrad Koch, der in Sebastian Groblers emotionalem Drama die "englische Krankheit", den Fußball, nach Deutschland "einschleppt".

Die Sitten waren streng und man war international endlich wer: 1871 wurde das deutsche Kaiserreich gegründet, der Norddeutsche Bund hatte gemeinsam mit den süddeutschen Staaten Erzfeind Frankreich geschlagen. Deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit, Ordnungssinn, (militärische) Disziplin und Nationalstolz waren angesagt. Auch im "Katharineum", einem altehrwürdigen Braunschweiger Gymnasium. Dorthin kommt im Sommer 1874 der engagierte Lehrer Konrad Koch (Daniel Brühl). Nach mehrjährigem Englandaufenthalt soll er den Schülern die englische Sprache beibringen - ein für damalige Zeiten revolutionäres Unterfangen. Doch Direktor von Merfeld (Burghart Klaußner) träumt von der Moderne, von einem aufgeklärten Zeitalter, derweilen Geschichtslehrer Bosch (Thomas Thieme) siegreiche deutsche Schlachten nachkämpft und Sportlehrer Jessen (Jürgen Tonkel) mit schneidigen Kommandos die Körperertüchtigung der Pennäler überwacht.

Ein Film über einen idealistischen Pädagogen, der den Kontakt zu seinen Schutzbefohlenen sucht - und findet. "Der Club der toten Dichter" kommt einem in den Sinn und auch der Oscar-prämierte Klassiker "Goodbye, Mr Chips". Das Figurenarsenal passt: Felix, ein reicher Schnösel, der in der Klasse das Sagen hat, Außenseiter Joost, drangsalierter Junge aus der Arbeiterklasse, und der ungelenke Otto, der so gar nicht turnen kann - und ausgerechnet dessen Vater (Axel Prahl) macht als Sportgerätefabrikant beste Geschäfte. Ein weiterer Beitrag zum (Sub-)Genre des Schulfilms? Ja und nein, denn "Der ganz große Traum" ist mehr, handelt er doch auch davon, wie der Fußball, diese "englische Krankheit" nach Deutschland kam. Fairplay und Gemeinschaftssinn will ein erwachsener, sensibel agierender Daniel Brühl seinen Schülern durch diesen neumodischen Sport, diese verpönte "Fusslümmelei", die er in Oxford lieben gelernt hat, beibringen. Damit Klassenschranken überwinden, Selbstbewusstsein, Liberalität und selbstständiges Denken fördern.

Auf eine vergangene, vermeintlich verstaubte Epoche macht Regiedebütant Sebastian Grobler Lust, entführt die Zuschauer mit dem sorgfältig ausgestatteten Historiendrama aus ihrem Alltag, erzählt, streckenweise etwas zu brav, von einer Zeit großer Umbrüche. Mit Einfühlungsvermögen hat Drehbuchautor Philipp Roth ("Schwere Jungs") seine zahlreichen Figuren mit Leben gefüllt, Klischees (weitgehend) vermieden, humorvolle, auflockernde Sequenzen - primär Spitzen auf den preußischen Drill und als Running Gag ein ewig herabfallendes Porträt Wilhelm I. - eingestreut und auch auf (kleine) Liebesgeschichten nicht vergessen.

Rund fünfeinhalb Millionen Euro hat das Werk gekostet, was sich im Look überaus positiv niederschlägt. An Originalmotiven in und um Braunschweig wurde gedreht, der exzellente Kameramann Martin Langer ("Effi Briest") hält seine Bilder klar und hell, während das gesamte Ensemble eindeutig mit Spaß bei der Sache ist. Ein freundschaftlicher Kick, dem man gerne zusieht. Drei Punkte! geh.

Darsteller:  Daniel Brühl   als Konrad Koch
  Burghart Klaußner   als Gustav Merfeld
  Kathrin von Steinburg   als Klara Bornstedt
  Justus von Dohnányi   als Richard Hartung
  Axel Prahl   als Schricker Sen.
  Jürgen Tonkel   als Dr. Jessen
  Thomas Thieme   als Dr. Roman Bosch
  Theo Trebs   als Felix Hartung
  Adrian Moore   als Joost Bornstedt
  Till Valentin Winter   als Otto Schricker
  Anna Stieblich   als Frau Salchow
  Henriette Confurius   als Rosalie
  Josef Ostendorf   als Pfarrer Werners
  Michael Hanemann   als Tuchowski
  Lennart Betzgen  
  Josef Dragus   als Zumbrink
  Fabio Seyding   als Hans
  Sten Horn   als Wilhelm
  Vincent Kastner   als Offizier zu Hohenlohe
  Thomas Spencer   als Ian
  Milan Peschel   als Schuldiener Profalla
  Christina Große   als Frau Profalla
  Rüdiger Kuhlbrodt   als Diener Stollberg
  Aljoscha Stadelmann   als Kutscher
  Max Gertsch   als Reporter
 
Regie:  Sebastian Grobler  
Buch:  Philipp Roth  
  Johanna Stuttmann  
Musik:  Ingo Ludwig Frenzel  
  Marco Meister  
Kamera:  Martin Langer  
Produzent:  Anatol Nitschke  
  Raoul Reinert  
 

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