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Der General

Überwältigendes Porträt des irischen Gangsters Martin gedreht in expressionistischen Schwarzweiß-Breitwandbildern und mit eigenwilligen Schnittfolgen.


Der General

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Erhältlich seit:
21.01.2010

Originaltitel: The General

Drama

Irland/Großbritannien 1998
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12

Brendan Gleeson
Adrian Dunbar
Sean McGinley

Regie: John Boorman
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Der General

Martin Cahill, berühmt für seine tolldreisten Raubzüge, berüchtigt wegen seiner schonungslosen Härte den eigenen Männern gegenüber, steigt im Dublin der 80er Jahre zur Unterweltgröße und zum Volkshelden auf. "Der General", wie er von Freund und Feind genannt wird, blamiert nicht nur die Polizei bis auf die Knochen, sondern legt sich auch mit Staat, Kirche und der IRA an. Dies kostet dem irischen Rebellen, der mit zwei Frauen fünf Kinder hat, in den Morgenstunden des 17. August 1994 schließlich auch das Leben...

Mit seiner Filmbiographie zeichnet John Boorman ("Excalibur") überaus authentisch und auf künstlerisch höchstem Niveau ein Panorama jüngster irischer Geschichte. Das formal bestechende Nordirland-Epos wurde 1998 auf den Filmfestspielen von Cannes ganz zu Recht mit dem Regie-Preis ausgezeichnet. Mit Brendan Gleeson, dem "irischen Depardieu", in der Titelrolle, sowie Jon Voight als dessen hartnäckiger Verfolger Inspector Kenny ideal besetzt, und von Seamus Deasy im beeindruckenden Cinemascope-Format fotografiert, sollte dieses kleine Meisterwerk besonders bei Cineasten Anklang finden.

Der General

Welcome back, John Boorman: Nach einer mehr als ein Jahrzehnt währenden Zeit der Orientierungslosigkeit kehrt der britische Filmveteran mit dem filmisch überwältigenden Porträt des legendenumrankten irischen Gangsters Martin Cahill zu seinen Wurzeln und damit zu alter Stärke zurück. Gefilmt in expressiven, penibel komponierten Schwarzweiß-Breitwandbildern, weckt Boorman mit seinem ungeschminkten Biopic Erinnerungen an britische Crimemovies der sechziger Jahre und findet mit Cahill erstmals in der Realität eine jener widersprüchlichen Figuren, die er bei der mittlerweile drei Jahrzehnte währenden Suche nach archetypischen (Anti-)Helden in Filmen wie "Point Blank", "Zardoz" oder "Excalibur" mit Gusto zelebrierte.

Am Anfang steht das unvermeidliche Ende: Als Cahill in sein Auto steigt, wird er von den Kugeln eines IRA-Killers zerfetzt - der gewalttätige Schlußpunkt einer 40jährigen Karriere als Verbrecher, in denen der exzentrische Cahill die Behörden nach allen Regeln der Kunst an der Nase herumführte. In groben Strichen, und ohne den einzelnen Szenen eine zeitliche Zuordnung zu geben, führt Boorman mühelos durch die einzelnen Stationen im Leben des obsessiven Indivualisten, der stets nur nach eigenen Regeln zu leben schien. Auf seiner Spielwiese Dublin etabliert sich Cahill schnell als Verbrecher mit einem ausgeprägten Sinn für spitzbübischen Humor. Als seine Frau und ihre Schwester, mit denen Cahill eine unerhörte, sehr zärtlich dargestellte Dreiecksbeziehung verbindet, beispielsweise in ein Haus ziehen wollen, zahlt er 80.000 Pfund als Anzahlung auf der Bank ein, nur um sie unmittelbar danach auszuräumen. Von Anfang an schwingt in allen kriminellen Unternehmungen ein soziales Bewußtsein und, mehr noch, eine tiefe Verachtung für alle Autoritäten, die sich im Lauf der Jahre immer mehr verstärken und zu einem Katz-und-Mausspiel mit der Polizei, insbesondere des väterlichen Beamten Sergeant Kenny (Jon Voight, der mit Boorman schon an "Beim Sterben ist jeder der erste" arbeitete), ausarten, in dem sich beide Seiten nichts schenken. Der Druck von Behördenseite zeigt Wirkung: Der latente Verfolgungswahn des "Generals" wächst sich zur Paranoia aus, und als er auch noch die IRA gegen sich aufbringt, ist sein Schicksal besiegelt.

Ebenso wenig, wie er bereit ist, nach altbekannten Genreregeln zu spielen, verweigert Boorman in seinem kleinen Krimi-Brevier des zivilen Ungehorsams auch geschickt die Mythifizierung seiner Titelfigur. Weder ist dieser Cahill, wie er von einem wunderbaren Brendan Gleeson zumeist mit vor dem Gesicht gehaltener Hand brillant dargestellt wird, in Boormans stilisiertem Porträt ein gemütliches irisches Rauhbein, noch ein kaltblütiger Gangster, sondern ein von Widersprüchen zerrissener Mann mit psychopathischen Zügen, der mit der gleichen Leichtigkeit zu großzügigen Gesten neigt wie er einen Weggefährten aufgrund geringer Verdachtsmomente an den Händen an einem Billardtisch festnagelt, nur um dann gleichgültig den Irrtum einzugestehen. Ein faszinierender Film, ein mutiges Porträt, das die Energie von "Trainspotting" hat, aber auf die Erfahrung eines Regiealtmeisters zurückgreifen kann, der das Medium Film beherrscht und auf seine alten Tage nicht mehr bereit ist, einfache Antworten auf komplexe Fragen zu geben. ts.

Der General

Berüchtigt wegen seiner schonungslosen Härte den eigenen Männern gegenüber, berühmt für seine tolldreisten Raubzüge, steigt Martin Cahill in der 1980er Jahren zur Unterweltgröße auf. "Der General", wie er von Freund und Feind genannt wird, legt sich dabei nicht nur mit Polizei, Staat und Kirche an, sondern gerät zunehmend in die Schusslinie der IRA.

Quelle: Studiocanal

Booklet mit exklusiven Texten zum Film; Original-Kinotrailer (Deutsch/Englisch); Alle Filme der Arthaus Collection British Cinema im Überblick

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Brendan Gleeson   als Martin Cahill
  Adrian Dunbar   als Noel Curley
  Sean McGinley   als Gary
  Maria Doyle Kennedy   als Frances
  Angeline Ball   als Tina
  Jon Voight   als Inspector Ned Kenny
  Eanna MacLiam  
  Tom Murphy  
  Paul Hickey  
  Tommy O'Neill  
  John O'Toole  
  Ciarán Fitzgerald  
  Ned Dennehy  
  Vinny Murphy  
  Roxanna Williams  
  Eamonn Owens  
  Colleen O'Neill  
 
Regie:  John Boorman  
Buch:  John Boorman  
Musik:  Richie Buckley  
Kamera:  Seamus Deasy  
Produzent:  John Boorman  
 

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