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Der Ghostwriter

Bissiger Politthriller nach Bestsellervorlage von Robert Harris, mit dem Roman Polanski beweist, dass er weiterhin ein Meister unterschwelliger Spannung und beklemmender Atmosphäre ist.


Der Ghostwriter (Steelbook Collection)

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Erhältlich seit:
17.03.2011

Originaltitel: The Ghost Writer

Thriller

Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010
Laufzeit: 123 Min.
FSK: ab 12

Ewan McGregor
Pierce Brosnan
Kim Cattrall

Regie: Roman Polanski
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Der Ghostwriter (Steelbook Collection)

Nach dem mysteriösen Ableben des ursprünglichen Autoren wird ein renommierter Ghostwriter engagiert, das Verfassen der Memoiren des ehemaligen britischen Premiers Adam Lang zu übernehmen. Dazu erhält er das ursprüngliche Manuskript und Sessions mit Lang, der sich mit seiner Entourage, darunter Ehefrau Ruth und Assistentin Amelia, in der Villa eines Mäzens auf Martha's Vineyard befindet. In die angespannte Atmosphäre platzt die Nachricht, dass Lang gemeinsame Sache mit der CIA gemacht haben soll. Der Ghostwriter sticht in ein Wespennest.

Meisterregisseur Roman Polanski nahm sich einen pessimistischen Politthriller aus der Feder von Robert Harris vor. Die ätzende Abrechnung mit der Ära Tony Blair ist mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan hochkarätig besetzt und beherzigt kühl und clever das Regelwerk des Paranoiathrillers, der seine Handlung präzise abspult. Und wer will, kann auch Autobiographisches hineininterpretieren. Vor allem aber überzeugt das jüngste Werk des kurz nach Fertigstellung verhafteten Polanski als einer der besten Filme des Jahres 2010.

Der Ghostwriter (Steelbook Collection)

Bissiger Politthriller nach Bestsellervorlage von Robert Harris, mit dem Roman Polanski beweist, dass er weiterhin ein Meister unterschwelliger Spannung und beklemmender Atmosphäre ist.

Man stecke Menschen in einen Raum, riegele ihn hermetisch ab, packe den Deckel drauf und erhöhe konstant den Druck. Und dann sieht man zu, was passiert. Roman Polanski liebt diese Szenarien. Es fällt nicht schwer zu sehen, was den Regisseur, als die Finanzierung für die ursprünglich geplante Verfilmung von Robert Harris' "Pompeji" aufgrund eines möglichen Schauspielerstreiks (der nicht kam) den Weg alles Irdischen ging, ganz spontan an Harris' "Der Ghostwriter" begeisterte: Diese in einen Politthriller verpackte Abrechnung mit der Ära Blair ist ein Kessel, der unter ganz besonders hohem Druck steht, zumal eine persönliche Komponente gewiss auch eine Rolle gespielt haben dürfte: So sehr der ehemalige britische Premier dieser Geschichte, Adam Lang, auch Tony Blair ähneln mag, die Tatsache, dass er im Verlauf der Geschichte vor der Situation steht, nur noch drei Länder betreten zu dürfen, in denen er nicht fürchten muss, verhaftet zu werden, dürfte der Regisseur sicherlich als Parallele zu seiner eigenen Situation verstanden haben.

Fast sklavisch genau hält sich Polanski in seiner zwar in den USA spielenden, aber fast komplett in Deutschland gedrehten Verfilmung an die Vorlage: Der Roman ist in diesem Fall das Drehbuch, ein bisschen gestrafft an Stellen, der Showdown ist nicht ganz so spektakulär, aber deutlich ambivalenter als in der Vorlage, und am Ende hat Polanski ein bisschen gedoktert, aber sonst findet man fast ein buchstäbliche Übersetzung der Seiten auf der Leinwand. Und doch ist man überrascht, wie unverkennbar Polanski der Film ist, wie er sich diesen Stoff bei aller Ruhe und Umsicht, mit der er die Geschichte erzählt, zu eigen gemacht, wie er mit scheinbar einfachen Kompositionen eine ungute Stimmung beschwört, wie man sie aus "Rosemaries Baby" oder "Der Mieter" aber auch "Der Pianist" kennt. Natürlich ist die Hauptfigur ein idealer Polanski-Held. In den Sechzigerjahren hätte Polanski ihn sicherlich selbst gespielt, diesen namen- und auch weitgehend gesichtslos bleibenden Ghostwriter erfolgreicher Celebrity-Biographien, der nach dem mysteriösen Ableben des ursprünglichen Autoren engagiert wird, binnen kürzester Zeit die Memoiren des ehemaligen britischen Premiers Adam Lang zu verfassen. Justament in diesem Moment gerät der ins Kreuzfeuer der Weltpresse, weil er auf verhängnisvolle Weise in CIA-Machenschaften während des Irakkrieges verstrickt gewesen sein soll. So wird dessen Aufenthaltsort in einer Villa eines Mäzens auf Martha's Vineyard zum Gefängnis für alle Anwesenden, die ihr grausames Spiel miteinander spielen: Lang selbst, dessen blitzgescheite Frau Ruth und seine attraktive Assistentin Amelia. Am Ende der Nahrungskette sieht der Schattenmann hilflos zu. Er ist selbst nur ein Geist im Geschehen und darf nicht eingreifen. Gleichzeitig wird er aber auch vom Geist des ursprünglichen Autoren verfolgt, dessen in seinen Augen unbrauchbares Manuskript er bearbeiten soll in dieser kalten, durchgestylten Villa, die wie ein Bunker in die Dünen gebaut ist. Dann offenbaren sich dem passiven Helden Indizien, die ihn zwingen, zur Tat zu schreiten, weil er mit einem Mal einer ungeheuerlichen Wahrheit auf der Spur ist. Die ist so flüchtig wie der Sand draußen auf der Veranda, den der vietnamesische Hausmeister Tag für Tag kehrt, ohne jemals Fortschritte zu machen: Alles Bemühen ist hier umsonst.

Ein bisschen bequem wird geplottet im zweiten Akt, manch ach so großes Geheimnis ist doch nur ein paar Klicks auf dem Computer entfernt. Und doch lässt "Der Ghostwriter" seine unheilvolle Atmosphäre wirken wie ein langsames Nervengift: Der Film mit seinem von anderen Kräften gesteuerten Helden, dem immer nur gesagt wird, was er zu tun hat, ob nun von seinen Auftraggebern oder einem Navi-System, ist unwiderstehlich, eine eindringliche Meditation über die Geister, die man ruft - Geister, wie sie allgegenwärtig sind in den Filmen des 76-jährigen Regisseurs. In "Ekel" kommen sie buchstäblich aus den Wänden, die Lady Macbeth wird von ihnen in den Wahnsinn getrieben und "Der Mieter" in den Selbstmord. Geister überall, die dafür sorgen, dass Polanskis Protagonisten zunehmend den Boden unter den Füßen und die Kontrolle über die Situation verlieren. Wie in "Der Ghostwriter": Ewan McGregor, dem Farblosigkeit vorgeworfen wurde, ist eben genau richtig als ewig passiver Spielball von Mächten, die er nicht durchschaut und schon gleich gar nicht lenken kann. Immer ist da einer, der für die anderen die Strippen zieht. So gelingt Roman Polanski en passant auch ein allgemeingültiger Film über Macht, auch wenn er sich nie aufdrängt: Er erzählt einfach nur seine Geschichte. Der Rest ergibt sich wie von Geisterhand. ts.

Der Ghostwriter (Steelbook Collection)

Ein Ghostwriter soll die Memoiren des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang verfassen. Die Bezahlung ist gut und so macht sich der Ghost auf den Weg zu der Insel, auf der Lang mit Frau und Beratern in einem abgeriegelten Haus am Meer weilt. Dort befindet sich bereits ein Skript, das von seinem Vorgänger verfasst wurde. Dieser kam auf der Insel ums Leben und schon bald verstrickt sich auch der neue Ghostwriter in Ermittlungen und bringt sich so in Lebensgefahr.

Quelle: Studiocanal

Featurettes "Der Ghostwriter: Die Besetzung" und "Der Ghostwriter: Fiktion oder Realität?"; Interviews mit Ewan McGregor; Olivia Williams, Pierce Brosnan, Robert Harris und Roman Polanski; Fotogalerie; Trailer

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Ewan McGregor   als Ghostwriter
  Pierce Brosnan   als Adam Lang
  Kim Cattrall   als Amelia Bly
  Olivia Williams   als Ruth Lang
  Tom Wilkinson   als Paul Emmett
  Timothy Hutton   als Sidney Kroll
  Jon Bernthal   als Rick
  David Rintoul   als Fremder
  Robert Pugh   als Richard Rycart
  Eli Wallach   als Alter Mann
  James Belushi   als James Maddox
 
Regie:  Roman Polanski  
Buch:  Roman Polanski  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Pawel Edelmann  
Produzent:  Roman Polanski  
  Robert Benmussa  
  Alain Sarde  

"Wer wäre nicht gern der große Held?"

Ewan McGregor macht im Kino eine aufreibende Erfahrung nach der anderen - ob als vom CIA gejagter "Ghostwriter" oder als Journalist in "Männer, die auf Ziegen starren". Doch seine eigentlichen Abenteuer erlebt der 38-Jährige in der Realität, auch wenn ihm die gelegentlich an die Nieren gehen.

In der Militärsatire "Männer die auf Ziegen starren" geht Ewan McGregor mit George Clooney auf einen irren Trip durch die Wüste (Foto: Kinowelt) Großansicht

In der Militärsatire "Männer die auf Ziegen starren" geht Ewan McGregor mit George Clooney auf einen irren Trip durch die Wüste (Foto: Kinowelt)

In "Männer die auf Ziegen starren" sehen wir, wie US-Soldaten zu Jedi-Rittern werden wollen. Das Thema dürfte Ihnen als Ex-Obi-wan-Kenobi nicht ganz unvertraut sein.
EWAN MCGREGOR: Ja, offen gestanden war ich total verblüfft, als ich das Angebot für die Rolle bekam. Ich war gespannt, als ich Autor und Regisseur Grant Heslov traf. Denn ich wollte unbedingt wissen, warum er ausgerechnet mir das Drehbuch zu "Männer, die auf Ziegen starren" geschickt hatte. Aber das Lustige war: Er hatte komplett vergessen, dass ich in den "Star Wars"-Filmen mitgespielt hatte. Alles war Zufall.

In dem Film gehen Sie als Journalist auf einen großen Abenteuertrip. Dieses Gefühl dürfte Ihnen von Ihren Motorradtouren um die halbe Welt bekannt sein ...
Ja, aber ich bekam erst Lust dazu, als ich die 30 überschritten hatte. In meinen 20ern hatte ich noch nicht das Bedürfnis, über meinen eigenen Tellerrand zu schauen - ich wäre als Backpacker eine Fehlbesetzung gewesen.

Sind Sie jetzt jemand, der das Risiko liebt?
Ich bin kein Adrenalinjunkie. Den Zustand, wenn du mit deinem Motorrad in eine haarige Situation gerätst und plötzlich eine Welle von Adrenalin hochschießt, mag ich überhaupt nicht. Ich könnte nie Bungeejumping machen. Ich habe zwar familiär eine gewisse Veranlagung zum Fliegen - mein Bruder war bis vor kurzem Kampfpilot - deshalbhabe ich's mal mit Paragliden versucht. Aber nach einiger Zeit habe ich's aufgegeben. Lieber sehe ich vom Boden aus zu.

Was genießen Sie dann auf Ihren großen Touren?
Ich liebe das Gefühl des Motorradfahrens - das ist die größte Leidenschaft meines Lebens, von meiner Familie mal abgesehen. Wenn ich damit noch eine andere Welt kennenlernen kann, ist das phänomenal. Auch weil die Leute ganz anders auf dich reagieren. Sie sehen, dass du bei Regen nass wirst und dass du frierst, wenn es kalt ist. Ich habe auf diesen Reisen eine unglaubliche Freundlichkeit erfahren. Bis auf einmal in Kasachstan, wo jemand aus einem fahrenden Auto mit einem Gewehr auf uns zielte. Aber das war offenbar der spezielle Humor der Einheimischen. Denn die Typen haben gelacht und sind dann davon gefahren.

Ihnen ist also noch nie etwas Gefährliches passiert?
Nicht wirklich. Nur einmal in der Ukraine wurden wir in ein Haus eingeladen, wo haufenweise Bewaffnete herumstanden. Ich weiß nicht genau, was das für Leute waren, vielleicht gehörten sie zur örtlichen Mafia. Aber ich darf mich nicht beschweren, denn sie waren extrem nett, auch wenn ich mich etwas mulmig fühlte. Später kam die Tochter unseres Gastgebers, die mich auch erkannte, und von da ab war sowieso alles sicher.

Sie sind ja auch als Unicef-Botschafter unterwegs. Hat sich Ihre Lebenseinstellung durch solche Erfahrungen geändert?
Vollkommen. Ich bin hier mit Problemen konfrontiert worden, die ich nur vom Hörensagen kannte. Wenn du beispielsweise in Malawi Menschen triffst, die ihre Kinder nicht ernähren können oder AIDS-Waisen, die noch jünger als meine eigenen drei sind, und sich alleine durchschlagen, dann ist das zutiefst bewegend und auch lehrreich.

Wurde Ihnen die Konfrontation mit so viel Elend manchmal zu viel?
Klar, wenn du in einem Krankenhaus stehst, wo überall die Leute liegen - auf den Betten, neben den Betten, unter den Betten - und reihenweise sterben, dann bist du geschockt. Aber du kannst ja nicht einfach einen Schritt zurück machen und sagen: "Mir reicht's." Ich versuche einfach mit meinem Engagement für Unicef diesen Problemen eine Öffentlichkeit zu verschaffen. Und ich bin sehr dankbar für mein eigenes Leben. Ich muss keinen Job des Geldes wegen annehmen, für die Ausbildung meiner Kinder ist gesorgt.

Wären Sie gerne der große Held, der all diese Probleme der Welt löst?
Wer wäre das nicht gerne? Aber die großen Fragen der Welt sind viel kompliziert, als dass es dafür eine so einfache Lösung gibt. Wir Menschen sind zu so großer Freundlichkeit imstande, und gleichzeitig gibt es so viel Grausamkeit- wie das zusammengeht, kriege ich nicht auf die Reihe. Aber das Beste, was du im Leben tun kannst, ist es, dich auf deine Familie zu konzentrieren. Ein guter Vater sein, ist eine außerordentliche Heldentat.

 

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