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Der Gott des Gemetzels

Verfilmung des populären Theaterstücks von Yasmina Reza um die gutsituierten Eltern zweier gewalttätiger Kids, die sich beim Schlichtungsversuch selbst nicht im Zaum halten können. Scharfsinniger Blick hinter die Kulissen der Bürgerlichkeit.


Der Gott des Gemetzels

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Erhältlich seit:
10.05.2012

Originaltitel: Carnage

Komödie/ Drama

Frankreich/Deutschland/Polen 2011
Laufzeit: 80 Min.
FSK: ab 12

Jodie Foster
Kate Winslet
Christoph Waltz

Regie: Roman Polanski
Highlight Communications (Deutschland)

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Der Gott des Gemetzels

Zwei Ehepaare, Penelope und Michael respektive Nancy und Alan, stehen sich als Gastgeber und Gäste gegenüber. Penelope und Michaels Sohn hat bei einer Schlägerei zwei Zähne eingebüßt und Nancy und Alans Jungen als Täter genannt. Jetzt will man sich aussprechen, entschuldigen beziehungsweise verzeihen, über alles reden. Zunächst geht es noch gesittet zu, der gemütliche Michael reicht die Hand zur Versöhnung. Da eskaliert die Lage. Die beiden Parteien beginnen sich aufs Schlimmste zu beharken.

Verfilmung des gleichermaßen populären wie erfolgreichen Theaterstücks "Der Gott des Gemetzels" von Yasmina Reza, die einen scharfsinnigen Blick hinter die Kulissen der Bürgerlichkeit wirft. Die französische Theaterautorin hat gemeinsam mit Regisseur Roman Polanski die Drehbuchadaption übernommen, und den Schauplatz vom gutbürgerlichen Paris nach Brooklyn versetzt. Neben den groß aufspielenden Stars Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly besticht das Szenenbild von Dean Tavoularis ("Der Pate").

Der Gott des Gemetzels

Ein Kabinettstück für vier Darsteller und einen Regisseur (und eine Vase Tulpen) ist Roman Polanskis kongeniale Adaption des weltweiten Theaterhits von Yasmina Reza.

Als Meisterregisseur erweist sich Roman Polanski, der mit vier Darstellern und einem einzigen Schauplatz großes Kino zaubert. Jede Geste, jede Miene stimmt, ohne übertrieben zu wirken, wie es bei der Übertragung von der Bühne auf die Leinwand leicht passieren könnte. In den geschliffenen Dialogen sitzt jede Pointe, versteht man jedes Wort, ohne dass es künstlich, aufgesetzt wirkt - es sei denn es gehört zum Charakter der Figur. In diesem Film passiert nicht viel mehr als eben jene Dialoge. Dennoch fühlt man sich hier von der ersten bis zu letzten Minute glänzend unterhalten. Der Unterhaltungswert steigert sich im Lauf der Handlung, wenn aus den zu Anfang so betont friedliebenden, freidenkenden, nur ein wenig genervten Großbürgern bissige, Vorurteilsbeladene Spießbürger und Proleten werden.

Jede der vier Figuren wird im Laufe der Debatten und des zunehmenden Alkoholkonsum die Contenance verlieren, manche schneller als andere. Kate Winslets Figur entwickelt sich dabei am überraschendsten in dieser Typenkomödie, in der Christoph Waltz schon am Anfang als arroganter Workaholic glänzen darf. Jodie Foster gibt brillant die hyperkorrekte Weltretterin, John C. Reilly ihren fürchterlich wohlmeinenden Mann. Die Fronten in den Wortgefechten ( die martialische Bedeutung ist unbedingt berechtigt) wechseln ständig, da gibt es Male-Bonding über den Whiskey bzw. die John-Wayne- oder Ivanhoe-Attitüde, da streiten sich die Ehepaare untereinander oder verteidigen sich gegen das andere. Neben den zum Teil urkomischen, bissigen Sprüchen -da werden schon mal Jane Fonda und der Ku Klux Klan in einen Satz gepackt - gibt es auch Situationskomik. Herausragend ist eine denkwürdige Kotzszene und ihre Folgen.

Polanskis scharfer Blick fürs Detail in der Darstellerführung setzt sich in der Ausstattung des New Yorker Apartments fort (unterstützt von "Der Pate"-Produktionsdesigner Dean Tavoularis), das nur durch die Fenster ein Blick auf die Außenwelt, die Skyline, freigibt. Ein Strauß gelber Tulpen etwa spielt eine große Rolle, wird er doch schon zu Anfang nicht nur im Gespräch erwähnt, sondern im Vordergrund vor dem Protagonisten-Quartett von Pawel Edelmans Kamera ins Bild gerückt, oder ein Katalog von Kokoschka gleich daneben. Alexandre Desplats ironisch-beschwingte Musik zur Anfangs- und Schlussszene setzt den Ton des Stücks und bildet den Rahmen. Nur in diesen zwei kurzen Szenen befindet man sich außerhalb der Wohnung, sind die Auslöser des "Dramas" aus der Distanz und von oben aufgenommen zu sehen: Kinder, die auf dem Spielplatz spielen, sich prügeln. Polanski erlaubt sich am Ende eine witzige Schlusspointe, die Rezas pessimistische Einstellung der Zivilisation gegenüber eine versöhnliche Note gibt. hai.

Der Gott des Gemetzels

Zwei Elfjährige prügeln sich auf einem Spielplatz, einem der beiden Jungen werden dabei Zähne ausgeschlagen. Die Eltern des "Opfers", Penelope und Michael (JODIE FOSTER und JOHN C. REILLY) haben die Eltern des "Übeltäters", Nancy und Alan (KATE WINSLET und CHRISTOPH WALTZ), eingeladen, um den Vorfall wie vernünftige Menschen zu klären. Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und die Grenzen der Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streit voller Widersprüche und grotesker Vorurteile. Und schließlich platzt die dünne Haut der bürgerlichen Kultiviertheit auf: Vier Erwachsene geraten aus der Fassung. Brutal und rücksichtslos werden Grenzen überschritten, provoziert und schließlich deutlich, dass sie alle hinter ihrer zivilisierten Maske einen "Gott des Gemetzels" anbeten. Auf dem Schlachtfeld dieser Tragikomödie versinkt am Ende nicht nur ein Handy in der Tulpenvase ...

Quelle: Highlight

Interviews (ca. 32 Min.), Original-Kinotrailer, Darstellerinformationen

Quelle: Highlight

Darsteller:  Jodie Foster   als Penelope Longstreet
  Kate Winslet   als Nancy Cowan
  Christoph Waltz   als Alan Cowan
  John C. Reilly   als Michael Longstreet
 
Regie:  Roman Polanski  
Buch:  Roman Polanski  
  Yasmina Reza  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Pawel Edelman  
Produzent:  Saïd Ben Saïd  
 

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