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Der große Bagarozy

Aufregende Helmut-Krausser-Verfilmung über eine verklemmte Psychiaterin und einen Patienten, der sich für den Teufel hält.


Der große Bagarozy

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Erhältlich seit:
02.10.2008

Originaltitel: Der große Bagarozy

Drama/ Thriller

Deutschland 1999
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Til Schweiger
Corinna Harfouch
Thomas Heinze

Regie: Bernd Eichinger
Highlight Communications (Deutschland)

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Der große Bagarozy

Bei seinen Sitzungen mit Psychiaterin Cora Dulz offenbart sich der geheimnisvolle Stanislaus Nagy nicht nur als Maria-Callas-Fan, er behauptet von sich auch noch steif und fest, der Teufel zu sein. Cora schenkt ihm zwar keinen Glauben, kann jedoch nicht verhehlen, dass sie starkes Interesse an ihrem mindestens so attraktiven wie mysteriösen Patienten hat. Je mehr sie sich von Nagys Ausstrahlung gefangen nehmen lässt, desto weiter entfernt sie sich von ihrem langweiligen Ehemann Robert. Zu spät spürt sie, auf welchen Pakt sie sich da eingelassen hat.

Nach dem gleichnamigen Roman von Helmut Krausser gibt der Erfolgsproduzent Bernd Eichinger ("Der Name der Rose", "Der bewegte Mann") sein Debüt als Kinoregisseur. Die moderne Variante von Goethes "Faust" ist grandios fotografiert (Gernot Roll) und hat in Til Schweiger und Corinna Harfouch bestes deutsches Star-Potential. Wegen zahlreicher versteckter Anspielungen und doppelbödigen Bildern fällt es indes nicht immer leicht, dem verworrenen Plot zu folgen. Dennoch sollte diese eigenwillige Mixtur aus Komödie und Thriller dank der großen Namen Interesse hervorrufen können.

Der große Bagarozy

Das mit "Das Mädchen Rosemarie" gegebene Versprechen wurde eingelöst: Bernd Eichinger überzeugt in seinem Debüt als Kinoregisseur, einer faszinierend eigenwilligen Adaption des Helmut-Krausser-Romans aus dem Jahr 1998, nicht nur mit Trademarks wie große Schauwerte, überwältigende Kinobilder und originelles Thema jenseits aller Genregrenzen, für die seine Produktionen von jeher berühmt sind. Als Regisseur verfügt er zudem über inszenatorische Power und eine deutlich formulierte Vision, die er ganz in den Dienst der Story über eine steife Psychiaterin und einen von Maria Callas besessenen Patienten, der auch noch behauptet, der Teufel zu sein, stellt - und Til Schweiger die bislang beste Leistung seiner Karriere beschert. Man muß kein Magier sein, um vorherzusagen, daß "Der große Bagarozy" in diesem Kinoherbst für Gesprächsstoff sorgen wird.

"Auf der Mitte einer Brücke ist alles möglich", informiert eine Schrifttafel, bevor Bernd Eichinger den Vorhang zu seinem Teufelswerk öffnet. Und meint damit natürlich auch seinen Film, der sich schnell über die Realität hinwegsetzt und in eine fantastische Welt entführt, in der alles möglich scheint. Selbst hat Eichinger hinter der Kamera die Rolle des Magiers Bagarozy eingenommen, der mit Taschenspielertricks und großen Illusionen ständig andeutet, daß sich hinter seinen von Gernot Roll traumhaft präzisen Bildern noch doppelte Böden und ungeahnte Ebenen befinden. Sehr genau folgt der Regisseur und Drehbuchautor dabei zunächst der Vorlage von Helmut Krausser, um sich dann beim Schluß völlig von ihr zu lösen. Während Krausser den Leser nämlich hinterfotzig-genüßlich mit einem Triumph des Bösen ins Leere laufen läßt, interpretiert Eichinger die Geschichte einer Erweckung und Verführung als romantischeren, versöhnlichen Stoff und läßt ihn hoffnungsvoller - kinotauglicher -, aber nicht ohne Ambivalenz ausklingen. Bevor er seinen Film mit einer fließenden Abfolge von Brücken-Aufnahmen beeindruckend beendet, schickt er das Publikum durch ein Wechselbad der großen Gefühle, wenn er die Geschichte der frustrierten Psychiaterin Cora in einer ebenso gewagten wie spannenden Parallelstruktur mit der Biographie der Diva Maria Callas miteinander verschmelzen läßt. Bindeglied ist der geheimnisvolle Stanislaus Nagy, der bei seinen Sitzungen mit Cora nicht nur eine obsessive Leidenschaft für die Callas offenbart, sondern auch steif und fest behauptet, der Teufel zu sein. Cora mag ihm nicht glauben und ist doch fasziniert von seiner schillernden Animalität und Unerschütterlichkeit, die in krassem Gegensatz zu ihrem Leben mit ihrem langweiligen Ehemann Robert steht, den nur noch die Sammlung kurioser, blitzschnell im Nachrichtenstil in den Film integrierter Todesmeldungen erregt. Mit Nagys eigenwilliger Darstellung der Lebensgeschichte der Callas als ewigem Ringen zwischen Teufel und Gott (in Gestalt ihrer Pudel!) beginnt für Cora eine Reise, in der mit Zunahme ihrer Absurdität verschüttete Bedürfnisse und Instinkte geweckt werden und eine Umkehr bald nicht mehr möglich ist. Es ist ein verblüffener Trip, auf den auch der Zuschauer geschickt wird: Mühelos schüttelt Eichinger tolle Momente aus dem Ärmel, wenn er mit einem Händeklatschen Nagys die Skyline Frankfurts mit einem Schlag erhellt oder einen Sturz von einem Hochhaus tricktechnisch schwindelerregend einfängt. Umso verblüffender ist es, daß er quasi vom ersten Moment an keinen Zweifel läßt, ob Nagy flunkert oder die Wahrheit sagt. Mehr Ungewißheit hätte die Spannung des gelungenen Films ohne Zweifel noch erhöht, zumal Til Schweiger seine schwierige Rolle bravourös und überzeugend meistert und Corinna Harfouch als Cora ideal besetzt ist. Nur Thomas Heinze als ewig schmatzender, rülpsender Slapstick-Ehemann fällt ab in dieser filmisch eloquenten Sympathie-Bekundung für den Teufel, die nie wie ein deutscher Film wirkt sondern wie eine Topproduktion von internationalem Format. Anderes hätte man von Bernd Echinger auch nicht erwartet: Von diesem Regisseur will man mehr sehen. ts.

Der große Bagarozy

Cora Dulz (Corinna Harfouch) ist eine frustrierte Psychologin. Als Stanislaus Nagy (Til Schweiger) zur seiner Therapie-
Sitzung zu ihr kommt, ahnt sie noch nicht, wie sehr der ungewöhnliche Patient ihr Leben durcheinander bringen wird.
Zunächst gibt er vor, ihm sei eines Nachts die Operndiva Maria Callas erschienen. Dann behauptet er, der Teufel zu sein.
Je länger die Therapie andauert, desto größer ist die Faszination, der Cora letztendlich erliegt. Denn Stanislaus vermag
ihre geheimsten Wünsche zu
erahnen...

Quelle: Highlight

Making of (ca. 21 Min.), Interviews (ca. 8 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 6 Min.), Darstellerinfos

Quelle: Highlight

Darsteller:  Til Schweiger   als Stanislaus Nagy
  Corinna Harfouch   als Cora Dulz
  Thomas Heinze   als Robert
  Christine Neubauer   als Lioba
  Sonja Kerskes   als Tamy
  Nezâ Selbuz   als Maria Callas
  Patricia Lueger   als Patricia
  Detlev Buck   als Mann im Anzug
 
Regie:  Bernd Eichinger  
Buch:  Bernd Eichinger  
Musik:  Stefan Zacharias  
Kamera:  Gernot Roll  
Produzent:  Bernd Eichinger  
 

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