
Wie schon Chevy Chase anno 1995 in der gleichnamigen, aber nicht gleichen Komödie ist jetzt Tommy Lee Jones im wortwörtlichsten Sinne der (einzige) Mann im Haus. Die ältere Hälfte der "Men in Black" mimt hier einen missmutigen Texas Ranger, der eine Gruppe von Cheerleadern beschützen muss. So gilt es undercover zu gehen und mit den attraktiven Damen in einem Haus zu leben. Dadurch entfaltet die Actionkomödie etliche Fish-out-of-Water-Szenarien, die Jones mit charakteristisch stoischer Miene über sich ergehen lässt.
Stephen Herek kehrt hier zu seinen sportlichen Wurzeln aus "Mighty Ducks"-Tagen zurück. Dafür öffnete die Universität von Texas erstmals ihre Tore für eine Filmproduktion. Davor gibt es allerdings einen feurig-explosiven Actionprolog, in dem Texas Ranger Roland Sharp und seine Partnerin einen Informanten dingfest machen wollen. Dieser wird auf der Flucht von einem Scharfschützen erschossen, was zufällig von fünf schnuckeligen Cheerleadern beobachtet wird. Da ein korrupter FBI-Agent davon Wind bekommt, übernimmt Sharp die anstrengende Aufgabe bei den College-Girls einzuziehen, um so über sie zu wachen. Die Mädels werden übersteigert als Dummchen stereotypisiert, die nur Partys und ihre Boyfriends im Kopf haben. Die neuen Regeln wie nicht Ausgehen und züchtige Klamotten, die ihr ungebetener Hausgast (der als ihr Assistenzcoach posiert), stoßen bei ihnen auf lautstarke Entrüstung. Doch mit der Zeit gewöhnen sie sich aneinander, und Sharp geht für seine Mädels sogar zum Tampon- und Kosmetikeinkauf. Die Girls revanchieren sich mit einem Makeover vor seinem Date mit einer attraktiven College-Professorin (Anne Archer) und helfen ihm auch, seine von ihm entfremdete Tochter zurückzubekommen, als sie entführt wird. Ab diesem Zeitpunkt drückt Herek wieder auf das konventionelle Actionpedal, komplett mit Verfolgungsjagd, blutigem Shootout und brennendem Bus. Für das Hochzeits-Happy-End wird dann wieder ein unkompliziert-fröhlicher Ton angeschlagen.
Cedric The Entertainer (aus den "Barbershop"-Filmen) sorgt als ex-krimineller Priester mit akrobatischen Tanzambitionen für Lacher, während die Cheerleader (unter denen Christina Milian am bekanntesten ist) in erster Linie durch ihre glucksende Girlyhaftigkeit amüsieren sollen. Mehr aber fungieren sie in ihren nabelfreien und tiefausgeschnitten Klamotten als sexy Augenfang, im Kontrast zum mittlerweile charmant angeknitterten Jones. Er nimmt gekonnt den Part des störrischen Antikomikers (oder Straight Man) ein. Wer bei der Vorstellung, ihn mit Gurkenmaske oder bei Disco-Rollschuhlaufen (zu "Dancing Queen" von Abba - nur einer der in der Kinogeschichte überstrapazierten Songs, die vom eher einfallslosen Soundtrack aufgegriffen werden) zu sehen, schmunzeln muss, der liegt bei diesem Federgewicht von Actionkomödie richtig. ara.