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Der Italiener

Mit seiner politischen Satire über den skrupellosen Machtmenschen Silvio Berlusconi sprach Nanni Moretti bei seiner vierten Wettbewerbsteilnahme in Cannes so manchem Demokraten aus dem Herzen.


Der Italiener

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Erhältlich seit:
26.10.2007

Originaltitel: Il caimano

Komödie

Italien 2006
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Silvio Orlando
Margherita Buy
Daniele Rampello

Regie: Nanni Moretti
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Mit seiner politischen Satire über den skrupellosen Machtmenschen Silvio Berlusconi sprach Nanni Moretti bei seiner vierten Wettbewerbsteilnahme in Cannes so manchem Demokraten aus dem Herzen.

Politiker in Italien müsste man sein... (Foto: Alamode (24 Bilder)) Großansicht

Politiker in Italien müsste man sein... (Foto: Alamode (24 Bilder))

Bruno Bonomo (Silvio Orlando), Produzent ohne Fortune und mitten in der Midlife-Crisis, ruht sich immer noch auf dem zweifelhaften Ruhm eines B-Movies aus. Trotzdem träumt er unbeirrbar davon, einmal ein Historiendrama über Columbus zu drehen. Da erinnert er sich an ein Skript, das sich als Traktat über Berlusconi darstellt. Mit aller Kraft wirft er sich in die Vorbereitung für sein neues Projekt.

Aber was nützt der beste Wille, wenn gleichzeitig die Beziehung zu seiner Frau in die Brüche geht, die Bank keine Kredite mehr gewährt und letztendlich auch noch der Hauptdarsteller das Handtuch wirft?

Bruno ist nicht ganz zufrieden (Foto: Alamode (24 Bilder)) Großansicht

Bruno ist nicht ganz zufrieden (Foto: Alamode (24 Bilder))

Drei auf einen Streich

Nanni Moretti montiert in seine politische Satire über den skrupellosen Machtmenschen Silvio Berlusconi gleich drei Handlungsstränge, den privaten, der wie meistens bei Moretti am stärksten ausgeprägt ist, den professionellen und den politischen. In Italien avancierte der Film zu einem Hit, noch bevor er in Cannes gezeigt wurde.

Der Italiener

Mit seiner politischen Satire über den skrupellosen Machtmenschen Silvio Berlusconi sprach Nanni Moretti bei seiner vierten Wettbewerbsteilnahme in Cannes so manchem Demokraten aus dem Herzen.

Italiens wohl egozentrischster Regisseur behauptet augenzwinkernd, sein Film enthalte zwar politische Elemente, sei aber nicht politisch und schon mal gar nicht in die Propaganda-Ecke zu stellen, mit dem Wahlausgang in seiner Heimat habe "Il Caimano" rein gar nichts zu tun. Eine nette Koketterie, auch wenn die Abrechnung mit Berlusconi nur einen Teil der Handlung bestreitet. Erst einmal geht es um einen dieser männlichen Jammerlappen in der Midlife-Crisis, die Gott und die Welt, vor allem die Frauen für ihre Misere verantwortlich machen, ohne sich selbst in Frage zu stellen. Bruno Bonomo, Produzent ohne Fortune, ruht sich immer noch auf dem zweifelhaften Ruhm eines B-Movies aus, träumt aber unbeirrbar davon, ein Historiendrama über Columbus zu drehen. Als sich das Projekt endgültig zerschlägt, erinnert er sich an ein Skript, das ihm eine junge Regisseurin bei einem seiner peinlichen Auftritte zusteckte und das sich bei längerem Lesen als Traktat über Berlusconi darstellt. Mit aller Kraft wirft er sich in die Vorbereitung und packt die Sache beherzt gegen alle Widerstände an. Aber was nützt der beste Wille, wenn gleichzeitig die Beziehung zu seiner Frau in die Brüche geht, die Bank keine Kredite mehr gewährt und letztendlich auch noch der Hauptdarsteller das Handtuch wirft?

Moretti montiert parallel drei Handlungsstränge - den privaten, professionellen und politischen. Drei Filme in einem ist ein bisschen viel, so kommt keine Geschichte richtig zum Zuge, auch wenn der Schwerpunkt auf den emotionalen Wirren liegt. Auf diesem Feld darf sich Silvio Orlando als Nervensäge austoben, wenn er beim Chorgesang der Gattin auf die Bühne stürmt und sie beschimpft, wutentbrannt ihren Pullover zu Hause zerfetzt oder ihr in seiner Eifersucht wie ein Detektiv auf Schritt und Tritt folgt. Moretti, der lange Zeit eine Berlusconi-Dokumentation plante, verzettelt sich etwas, findet am Ende aber einen überraschenden Twist - nicht nur in der Besetzung -, der das Blatt noch einmal dreht. Das Statement Berlusconis und seine Verurteilung durch ein fiktives Gericht wird zum Sahnehäubchen des Films, der plötzlich große Kraft gewinnt. Leider sehr spät. mk.

Der Italiener

Bruno Bonomo ist ein Filmproduzent, und leider kein sehr guter. Seine Filme sind billigst
heruntergekurbelte Machwerke, B-Movies mit aussagekräftigen Titeln wie "Moccassin Assassins" und
"Maciste versus Freud". Da sich damit kein Geld verdienen lässt, steht er vor dem finanziellen Ruin.
Ausgerechnet ein Projekt über Christopher Columbus soll die Rettung sein, doch es scheint
aussichtslos, Geldgeber dafür aufzutreiben. Aber nicht nur beruflich geht es steil bergab, sondern
auch seine Ehe steht vor dem endgültigen Aus. Da spielt ihm das Schicksal das Drehbuch einer
jungen Regisseurin in die Hände, "Der Kaiman". Auf den ersten Blick scheint es ein Script zu einem
mittelmäßigen Thriller zu sein, beim genaueren Hinsehen entpuppt es sich als eine Abrechnung mit
den politischen Machenschaften Silvio Berlusconis, ein Stoff, der den Verzweifelten wachrüttelt: Wild
entschlossen macht er dieses riskante Projekt zu seiner neuen Lebensaufgabe, in der Hoffnung,
dadurch nicht nur den finanziellen Ruin abzuwenden, sondern auch seine Ehe zu retten. Zwischen
Scheidungskrieg und Finanzierungsproblemen, zwischen Hoffnung und Resignation balancierend,
wird für Bonomo dieses Projekt zu einer Angelegenheit von Leben und Tod.

Quelle: AL!VE

Kinotrailer, Alamode Film Trailers

Quelle: AL!VE

Darsteller:  Silvio Orlando   als Bruno Bonomo
  Margherita Buy   als Paola
  Daniele Rampello   als Andrea
  Giacomo Pasarelli   als Giacomo
  Jasmine Trinca   als Teresa
  Cecilia Dazzi   als Luisa
  Martina Iero   als Margherita
  Michele Placido   als Marco Pulici
  Luisa De Santis   als Marisa
  Giuliano Montaldo   als Franco Caspio
  Tatti Sanguineti   als Jerzy Sturovski
  Antonio Catania   als Rai Manager
 
Regie:  Nanni Moretti  
Buch:  Nanni Moretti  
  Francesco Piccolo  
  Federica Pontremoli  
  Heidrun Schleef  
Kamera:  Arnaldo Catinari  
Produzent:  Angelo Barbagallo  
  Nanni Moretti  
 

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