
Robin Swicord adaptiert mit namhaftem Ensemble Karen Joy Fowlers gleichnamigen Bestseller und kommentiert augenzwinkernd das Werk der titelgebenden Autorin.
Sie ist "Fachfrau" für (weibliche) Herzensangelegenheiten, Robin Swicord, die sich als Drehbuchautorin von "Die Geisha", "Zauberhafte Schwestern" oder "Betty und ihre Schwestern" einen Namen machte und nun mit der Adaption von Karen Joy Fowlers Bestseller "Der Jane Austen Club" ihr munteres Regiedebüt gibt. Mag die Titelheldin ihres augenzwinkernden Erstlings auch schon knapp 200 Jahre tot sein, die Charaktere ihrer sechs Romane leben weiter. In den sechs Mitgliedern des Literaturzirkels, die sich im heutigen Sacramento im Verlauf von sechs Monaten regelmäßig treffen, um über die amourösen Abenteuer von Emma Woodhouse, Elizabeth Bennet und Co. zu räsonieren.
Jeder der Teilnehmer ist irgendwie verletzt, alle haben so ihre Probleme mit der Liebe. Sylvia (Amy Brenneman), Mutter von drei Kindern, ist von ihrem Mann Daniel (Jimmy Smits) nach 32-jähriger Ehe einfach sitzen gelassen worden. Deren Tochter, Heißsporn Allegra (Maggie Grace), steckt mitten in einer stürmischen lesbischen Liebesaffäre, während die beste Freundin der Mama, Jocelyn, souverän gespielt von der hinreißenden Maria Bello, sich vermeintlich mehr für ihre Hundezucht als das andere Geschlecht interessiert. Zum Lesekreis gehören noch die geerdete, lebenslustige Bernadette (Kathy Baker), die reichlich verkniffene, verheiratete Prudie (Emily Blunt), die von wildem Sex mit fremden Männern träumt, sowie als einziger Mann, Grigg (Hugh Dancy), ein liebenswerter Computerfreak, der Science-Fiction-Literatur ebensoviel abgewinnen kann wie den Büchern von Ms. Austen.
Während also der "Buchclub" die einzelnen Werke der britischen Autorin "abarbeitet", lernt man als Zuschauer die Leseratten kennen und kann sich vielleicht sogar mit der einen oder anderen identifizieren. Parallelen zwischen Fiktion und Realität tun sich auf, "Verstand und Gefühl", "Sinn und Sinnlichkeit" sowie "Stolz und Vorurteil" finden in den einzelnen Charakteren ihre Entsprechung. Tragödie und Komödie liegen ganz nahe beieinander, Herzschmerz und Herzrasen wechseln sich bei dieser gepflegt fotografierten (Kamera: John Toon), realitätsnah ausgestatteten (Produktionsdesign: Rusty Smith) Arbeit ab. Austen-Fans sollten ihren Spaß daran haben, die raffinierten Referenzen zu entdecken, doch auch ausgewiesene Nicht-Leser kommen dank des schön angerichteten und präsentierten Buchstabensalats durchaus auf ihre Kosten. geh.