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Der Kaufmann von Venedig

Visuell opulente Leinwandadaption des Shakespeare-Klassiker mit Al Pacino und Jeremy Irons in Höchstform.


Der Kaufmann von Venedig

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.09.2005

Originaltitel: The Merchant of Venice

Historienfilm/ Drama

Großbritannien/Italien 2004
Laufzeit: 126 Min.
FSK: ab 12

Al Pacino
Jeremy Irons
Joseph Fiennes

Regie: Michael Radford
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Visuell opulente Leinwandadaption des umstrittenen Shakespeare-Klassiker mit Al Pacino und Jeremy Irons in Höchstform.

Shylock fordert sein Recht - um jeden Preis (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Shylock fordert sein Recht - um jeden Preis (Foto: Sony Pictures)

Der in Venedig äußerst angesehene Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) leiht sich Geld vom Juden Shylock (Al Pacino), um seinem Freund Bassanio (Joseph Fiennes) das Werben um seine zukünftige Ehefrau Portia (Lynn Collins) finanziell zu ermöglichen.

Als seine Geschäfte jedoch schlecht gehen und er die nötige Summe nicht wie geplant aufbringen kann, kennt Shylock kein Pardon. Er fordert ihn auf, die Schulden unverzüglich zu begleichen oder andernfalls wie vereinbart in Form eines Pfundes Fleisch aus Antonios Brust zu bezahlen.

Antonio will nur ungern mit Naturalien bezahlen (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Antonio will nur ungern mit Naturalien bezahlen (Foto: Sony Pictures)

Klassiker mit vielen Reizen

Visuelle Opulenz, erzählerische Wucht und Shakespeares Vorlage - Michael Radford bringt in seiner Leinwand-Adaption von "Der Kaufmann von Venedig" alles zusammen. Allein die Besetzung mit Al Pacino als Jude Shylock und Jeremy Irons als Kaufmann Antonio, die in der Originalkulisse von Venedig gegeneinander antreten, machen die Verfilmung des Klassikers besonders reizvoll.

Der Kaufmann von Venedig

Visuelle Opulenz, erzählerische Wucht und Shakespeare - Michael Radford bringt alles zusammen in seiner Leinwand-Adaption von "Der Kaufmann von Venedig". Allein die Besetzung mit Al Pacino als Jude Shylock und Jeremy Irons als Kaufmann Antonio, die in der Originalkulisse von Venedig gegeneinander antreten, machen diese Klassiker-Verfilmung besonders reizvoll.

Shakespeares zeitloses Stück aus dem 16. Jahrhundert wird von Michael Radford voller Dramatik und Humor inszeniert. Die Geschichte ist bekannt: Der angesehene Kaufmann Antonio leiht sich Geld vom Juden Shylock, um seinem Freund Bassanio das Werben um die zukünftige Ehefrau, der klugen und schönen Portia, finanziell zu ermöglichen. Als seine Geschäfte schlecht gehen, kennt Shylock kein Pardon und fordert ihn auf, die Schulden zu begleichen oder den Vertrag zu erfüllen, nämlich diesen in Form eines Pfundes Fleisch aus Antonios Brust zu bezahlen. In einer spektakulären Gerichtsverhandlung sorgt ein unversehens auftauchender junger Doktor der Jurisprudenz samt Gehilfe für Antonios Rettung und Shylocks Verdammung.

Radford balanciert geschickt zwischen Tragödie, Romanze und Komödie, zwischen harten Worten und Liebesgeflüster, Intoleranz, Eifersucht und venezianischer Liberalität. Dabei legt er den Finger auf die Wunde, prangert Diskriminierung, Vorurteile und Rachegelüste an. Auch wenn es um Antisemitismus geht, sei der Film in keinster Weise anti-semitisch, betont der Regisseur, der auch die hässlichen Seiten der damaligen Zeit zeigt, die Juden in Ghettos zwang und von "ehrenwerten" Berufen ausschloss. Wobei Shylock streckenweise als Inkarnation des Bösen wirkt, bevor er zur mitleidsheischenden Figur mutiert.

Radford bleibt der Sprache Shakespeares treu, verfeinert leicht den Subtext für den Zuschauer von Heute. Kostümdesignerin Sammy Sheldon leistete ganze Arbeit, die Details stimmen und vor allem die Atmosphäre der Lagunenstadt mit ihren geheimnisvollen Gassen und Kanälen, auf denen die Gondeln ziehen. "Der Kaufmann von Venedig" beeindruckt durch hohen Schauwert und durch die Schauspieler, allen voran Al Pacino, der in großer Verzweiflung und Bitternis den Underdog bis zur Schmerzgrenze verkörpert und eine neue Facette seiner Schauspielkunst darbietet. Nicht nur Klassik-Liebhaber sollten das elegante Vergnügen genießen. mk.

Darsteller:  Al Pacino   als Shylock
  Jeremy Irons   als Antonio
  Joseph Fiennes   als Bassanio
  Lynn Collins   als Portia
  Zuleikha Robinson   als Jessica
  Kris Marshall   als Gratiano
  Charlie Cox   als Lorenzo
  Heather Goldenhersh   als Nerissa
  Mackenzie Crook   als Lancelot Gobbo
  John Sessions   als Salerio
  Gregor Fisher   als Solanio
  Anton Rodgers   als der Herzog
  Ron Cook   als alter Gobbo
  Allan Corduner   als Tubal
  David Harewood   als Prinz von Marokko
  Antonio Gil-Martinez   als Aragon
  Al Weaver   als Stephano
  Norbert Konne   als Doktor Bellario
  Marc Maes   als Cush
  Jean-François Wolff   als deutscher Graf
 
Regie:  Michael Radford  
Buch:  Michael Radford  
Musik:  Jocelyn Pook  
Kamera:  Benoît Delhomme  
Produzent:  Cary Brokaw  
  Barry Navidi  
  Jason Piette  
  Michael Cowan  

"Ich hasse moralische Filme"

Mit "Der Kaufmann von Venedig" verfilmte Michael Radford das kontroverseste aller Shakespeare-Stücke. Doch nicht nur die tragische Komödie aus dem 16. Jahrhundert steckt voller Konflikte, auch die Finanzierung des Films gestaltete sich hochdramatisch.

Michael Radford wagt sich an einen schwierigen Stoff (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Michael Radford wagt sich an einen schwierigen Stoff (Foto: Sony Pictures)

» Was bedeutet Ihnen Shakespeare?

MICHAEL RADFORD:

Eine Quelle für Ideen. Als mir das Projekt vorgeschlagen wurde, war ich erst einmal geschmeichelt, dann bekam ich Angst, weil sich noch kein Filmregisseur an das Stück herangewagt hatte.

Alles hing von der Besetzung des Juden Shylock ab. Mit Al Pacino fühlte ich mich auf der sicheren Seite. Ich liebe die Zeitlosigkeit dieses Klassikers. Den Zusammenprall von Kulturen gibt es damals wie heute, die menschlichen Dramen ändern sich nicht.

» Welche Modernisierungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben uns um mehr Kohärenz, Menschlichkeit und Lebendigkeit bemüht sowie um mehr Hintergrundwissen. Shakespeare wollte sein Theater füllen und wir die Kinosäle. Film verlangt ein anderes Tempo, deshalb haben wir durch Kürzungen den Rhythmus der Sprache beschleunigt. Und wir haben das Verhältnis zwischen Tragik und Komik ausbalanziert.

Pacino und Radford am Set (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Pacino und Radford am Set (Foto: Sony Pictures)

» Shylock ist ein zwiespältiger Charakter.

Der Konflikt zwischen ihm und Antonio ist auch nicht persönlich, sondern kulturell motiviert. Shylock führt einen Kreuzzug gegen die Gesellschaft, fühlt sich im Recht. Und irgendwann beginnt man, sich mit ihm zu identifizieren. Es gibt keine Bösen und Guten in diesem Film, die Grenze zwischen Täter und Opfer verschiebt sich. Wir sind nicht moralisch. Ich hasse moralische Filme.

» Was sagen Sie zum Vorwurf des Antisemitismus?

Unsinn. "Der Kaufmann von Venedig" ist in keiner Hinsicht antisemitisch. Er weist auf Antisemitismus hin. Der existierte durch die Jahrhunderte hindurch und auch heute noch. Es wäre lächerlich, keine brisanten Geschichten mehr erzählen zu dürfen. Die Filme heute sind voll von Leuten, die sich gegenseitig umbringen. Da wird auch nicht jeder Zuschauer zum Killer.

Jeremy Irons und Joseph Fiennes kennen sich mit Shakespeare bestens aus (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Jeremy Irons und Joseph Fiennes kennen sich mit Shakespeare bestens aus (Foto: Sony Pictures)

» Inwieweit standen Sie bei dieser multinationalen Koproduktion unter Aufsicht?

Ich habe die meisten europäischen Koproduzenten überhaupt nicht getroffen. Denen ging es vor allem um die Steuererleichterungen. So bietet Luxemburg eine riesige Steuerersparnis. Ich habe dort gern gedreht. Man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, da es an Ablenkungen fehlt.

In Venedig wurden die Dreharbeiten zum Erlebnis. Wir hatten Zugang zu den unglaublichsten Orten. Aber die Finanzierung entpuppte sich als Albtraum. Mit der Steuerersparnis vor Augen stritten sich plötzlich die unterschiedlichsten Rechtsanwaltsgruppen. Überall musste irgendein Papier unterzeichnet werden. Keiner wollte als Erster Geld rausrücken, sondern wartete auf den anderen. Das zehrt an den Nerven. Endgültig grünes Licht gab es erst am letzten Drehtag.

Al Pacino ist der perfekte Shylock (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Al Pacino ist der perfekte Shylock (Foto: Sony Pictures)

» Trotz der renommierten Besetzung?

Ein Shakespeare-Film hat zwar einen garantierten, aber leider limitierten Markt. Da nützen selbst Namen wie Al Pacino oder Jeremy Irons nicht viel. Al war übrigens unheimlich froh, nicht schon wieder mit einer Knarre herumzulaufen, wie so oft in den letzten 40 Jahren.

» Wie haben Sie trotz der Finanzprobleme alles auf die Reihe bekommen?

Ich hätte gern 25 Mio. Dollar gehabt, aber die waren nicht da. Also habe ich allen die prekäre Sachlage klar erläutert. Da auch das Geld für Proben fehlte, sprang Al großzügig ein. So durften wir bei ihm in einer Art Theaterstudio in New York proben und mussten nur noch Übernachtungen organisieren. Die Not schweißte uns zusammen.

 

Der Kaufmann von Venedig in der Fotoshow

 

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